Blogauszeit.

Das war jetzt eine lange und gar nicht geplante Auszeit im Blog. Irgendwie war das Bedürfnis nicht da – das Bedürfnis, poetische Texte und Bildchen zu kombinieren, das Bedürfnis zu erklären und zu überzeugen, das Bedürfnis, zu zeigen. Vielleicht kommt es wieder, vielleicht in anderer Form.

Es ist ein sehr kaltes Frühjahr, ein bewegtes Frühjahr, zum Glück auch ein liebevolles Frühjahr mit Ruhepunkten, Vertrauen.

Am liebsten läge ich mal wieder wie eine Eidechse auf heißem Stein am Mittelmeer, zwischen Salzwasser und Pinienschatten.

Der Sauerländer Wald ist allerdings genauso schön – wenn es nur mal ein bißchen wärmer wird.

BB09D97F-BCE2-4454-A3DB-64711818C2B4Wie ich all das liebe,
den Frühlingswind,
die kargen, flachen Felder.
Bahnhöfe und Tauben.
Gänseblümchen,
Hügel und Berge,
ob im Sauerland oder im Hohenlohischen oder im Tessin.
Das Meer,
auch als Watt.
Wie ich das All liebe.

Merlin

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Ich habe heute dieses Foto von Merlin bekommen und bald bin ich auch wieder bei ihm. Vor über 11 Jahren habe ich ihn auf der Internetseite des Essener Tierheims gesehen und alles in Bewegung gesetzt, um ihn dort abzuholen. Meine alte Hündin, die eigentlich keine Junghunde mochte, hat ihn sofort akzeptiert und er hatte, obwohl er als Baby schon genau so groß war wie sie, bis zu ihrem Tod großen Respekt vor ihr gehabt. Nachdem er ein paar Monate bei uns war, wurde er schwerkrank und blieb es anderthalb Jahre. Fieberschübe, Haarausfall, innerliche Geschwüre und am Ende, nach einer Odyssee durch die Tiermedizin, gab es eine Krebsdiagnose, dokumentiert durch Ultraschall, laut Tierarzt nichts zu machen. Der Hund und ich gingen nach Hause und am selben Tag verschwand das Fieber, um nie mehr wiederzukommen, der „Krebs“ verschwand ebenso und jahrelang wurde ich vom Tierarzt, wenn ich mit einem der anderen TIere da war, fassungslos gefragt: „Lebt der Hund noch?“. Das war eine echte Spontanheilung. Trotzdem ist Merlin immer ein besonderer Hund geblieben, mit unfassbar vielen Allergien und anderen Zipperlein, die erste Zeit und die erblichen Belastungen (umsonst ist er nicht im Tierschutz gelandet) lassen sich nicht ganz ausradieren. Und er ist der fröhlichste Hund, den ich kenne. Sogar damals, mit 41 Grad Fieber, lag er lächelnd und schwach wedelnd inmitten der Kinder. Und Schnee, wie auf dem Bild, hat er auch schon immer geliebt.

Neue Namen.

Nun sind wir auch noch Friedensschwurbler, Friedenspfeifen und natürlich weiterhin rechtsradikale Kriegstreiberinnen. Frauen wie Luisa Francia und Kirsten Armbruster folgen geifernd Misogynen wie Sascha Lobo. Der Tod Clemens Arvays wird beklatscht und verächtlich gemacht. Von den „Jedes Leben zählt“ Leuten.

Wann hat dieser Denkverlust eingesetzt? Dazu braucht es einen festen Willen zum Wegschauen.

Nazis demonstrieren nicht für Frieden. Genausowenig wie Rechtsradikale für Grundrechte auf die Straße gehen. Wenn ein mitlaufender AfDler reicht, ein Projekt zu zerstören, wünsche ich mir, die setzen sich mal für Waffenlieferungen, Prostitution, Kirchen und Massentierhaltung ein. Dann wären wir viele Probleme los.

Was wie immer hilft ist Natur. Und natürlich die Menschen an meiner Seite.

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Wieder ein Jahr.

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Ein schönes Gedicht bekam ich auch:

May joys unbounded
Be for thee to-night,
When thou’rt surrounded
By the gay and bright.

May music and song
Commence thy new year,
That thou may’st live long.
Each fond heart to cheer.

Wer weiß, von wem es ist?

Gestern habe ich gar keine Jahreskarte gezogen, das hole ich jetzt nach.

Puh…

Krank gewesen. Viel geschlafen. Gelesen. Geschmiegt. Hörbuch gehört. Film geschaut. Himmel und Vögel vor dem Fenster angesehen.Jetzt böllert es direkt vor dem Fenster – die Menschen, die seit 3 Jahren in Reih und Glied marschieren, rebellieren wie jedes Jahr für eine Woche mit „BUMM“, das totaaal solidarisch Alte, Kranke, Sensible, Tiere usw. erschreckt. Merkwürdig dünnhäutig geworden, wie das nach solchen Infekten eben so ist. Wie mag es weitergehen?

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Heimweh nach dem Elsaß. 

Sonnwende

Wir waren im Elsass eingefroren und konnten erst einen Tag später losfahren. So einen Eisregen, Blitzeis und so weiter habe ich noch nie gesehen. Dann gab es einen Stop von 3 Tagen im Hohenlohischen und nun sind wir in Ostfriesland. Ich habe die Praxis in Betrieb und werde heute mal auf die Findung von Judasohren gehen. Hier gibt es so viel Holunder, die Chancen sollten gut stehen. Insgesamt ist die Situation schon schräg, aber wir können mit großer Leichtigkeit hindurchgehen. Ahnbindung gibt Freiheit.

Heute zur längsten Nacht leuchten die Kerzen in den Mutterfarben.

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Stromausfall

Nach zwei Probestromausfällen hier in Frankreich war heute Morgen wieder alles dunkel, als ich aufstand. Natürlich nahm ich an, dass das jetzt zur steten Übung wird, aber der Strom kam und kam nicht wieder. Unsere Vermieterin sagte uns dann, dass ein paar hundert Meter entfernt nachts ein Haus abgebrannt sei, ganz still und leise. (Wir haben es aus der Entfernung dann gesehen, es war ein Kaminbrand und sieht ziemlich schaurig aus.) Der Tag war hell und sonnig, das war gut, eiskalt, das wurde dann ein bißchen schwierig, da die Heizung auch nicht ging. Wir waren lange spazieren und konnten dann, da wir zum Glück einen Gasherd haben, kochen. Gewundert hat uns, dass auch die Kirchturmuhr stehenblieb und die Glocken nicht läuteten, irgendwie verbindet man eine so alte Kirche nicht mit Strom, auch wenn uns klar war, dass die einzelnen Viertelstunden sicher nicht mit der Hand geläutet werden. Nun ist gerade wieder alles angesprungen, ich hoffe, es bleibt. Und wir haben ein paar Anschaffungen auf die Liste gesetzt. Zum Glück hatte ich Kerzen, Streichhölzer und sogar eine handbetriebene Taschenlampe. Und warme Decken.

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Mein heutiges Lieblingsbild. Wenn hier im Wald etwas umfällt, bleibt es liegen, allenfalls wird der Weg freigesägt. Dieser Baum war in mehreren Teilen sanft beiseite gelegt worden.

Maria.

Es findet eine Aussöhnung mit der Figur der Maria statt. Hier, neben „ihrer“ Kirche, deren Glocken mich nicht stören, finde ich jeden Tag neue Bilder des alten Wissens, die sich in ihr erhalten haben. Sie ist eine Fährfrau zwischen den Ahnen und uns.

Maria
Mandorla
Muschel
Vulva
Schlange
Drachin
Mondhörner
Erdmutter
Leib

Dazu duftet die Luft nach Gebirge, obwohl es gar nicht so hoch ist, und der Bach, der am Anfang, als wir kamen, so klein war, rauscht und braust nur so, in den Wäldern scheint alles auf Erwartung der Winterpilze zu stehen, und wenn die Sonne durch die Wolken scheint, leuchtet das Land paradiesisch in den Farben des Vergehens.

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