Es ist eine schwere Zeit. Krieg, Hass, Verfolgung, Verwirrung, Spaltung, ihr wisst, wovon ich rede. Wenn man so darüber nachdenkt, wird einem klar, dass es seit Beginn des Patriarchats immer und immer wieder so war. Wir haben nur ein paar Jahrzehnte in einer vermeintlich heileren Phase gelebt.
Und trotzdem haben immer Menschen überlebt und weitergemacht. Wie kann man Orte und Gelegenheiten finden, um zu überleben und weiterzumachen? Mir fiel der Dreißigjährige Krieg ein.
Und wenn es um diesen Krieg und ums Überleben geht und man als Kind schon dankenswerterweise mit James Krüss gefüttert wurde, ist es unausweichlich, das dieses Gedicht im Gedächtnis aufploppt:
Es war einmal ein Landsknecht,
der hatte eine Maus.
Die Maus hieß Kommkarlinchen,
der Landsknecht Ladislaus.
Sie aß von seinem Brote,
sie schlief in seinem Bart,
sie wohnt‘ in seiner Tasche
auf weiter Kriegesfahrt.
Nur wenn in eine Schlacht ging,
der Landsknecht mit der Maus,
sprang sie ihm aus dem Rock
und nahm wie der Wind Reißaus.
Da war er sehr bekümmert
und lief ihr hinterher,
die Kreuz und auch die Quere
durchs ganze römische Heer.
Und weil sie lief nach hinten
und niemals lief nach vorn,
ging ohne ihn die Schlacht halt
gewonnen und verlorn.
Der Krieg wurd immer älter,
der Krieg wurd dreißig Jahr,
älter als mancher Landsknecht
altgeworden war.
Jedoch aus allen Wettern
kam heilen Leibs heraus
dank seinem Kommkarlinchen
der Landsknecht Ladislaus.
(James Krüss)
Und ich musste es jetzt wirklich aus dem Gedächtnis aufschreiben, das Buch (Wunderschön: Der fliegende Teppich, Gedichte und Geschichten für 101 Tag) ist gerade nicht greifbar. Ich wünsche uns allen ein Kommkarlinchen.

Trotz aller menschlichen Düsternis ist natürlich der September nahe der Tag- und Nachtgleiche, die Erde an sich, der Mond nahe dem Vollmond, wunderschön und es gibt immer viele Nischen der Freude.









