Ein satter praller Landregen wechselt sich mit sanftem Geniesel und dicken Schauern ab. Es zieht köstlich kühle Luft in die Räume, und der Ventilator hat Pause. Die Regentrude ist aufgewacht.
A propos Regentrude. Es gibt Kunstmärchen, die total schön und wirkliche Märchen sind, wie eben die Regentrude von Theodor Storm. Und Hauffs Märchen, die ich sehr mag. Und dann gibt es welche, auf die man verzichten könnte, wie die Schneekönigin und noch so einiges von Andersen. Geschichten, denen es dermaßen an Märchenhaftigkeit fehlt, dass sie verstörend wirken.
Dahingegen finden wir in der Regentrude einen deutlichen Hinweis darauf, dass die patriarchale (im Märchen die bäuerliche) Gesellschaft unnatürlich und schädlich ist und die Schäden erst durch das Erwecken (Wiedererkennen, Ehren) der weiblichen, lebensspendenden Kraft abgemildert werden können. Die Regentrude kann durchaus als eine Verneigung vor Göttinen wie der Frau Holle gesehen werden.










