„Du bist so radikal.“ Ich hatte etwas Kritisches über Lauterbach gesagt. Habe dann erklärt, dass mir in den letzten 4 Jahren radikal mitgespielt wurde. Job, Familie, Haus, Garten, Tiere, Sport, Freizeit, Reisen… alles weg. „Ja, aber das war ja deine Entscheidung.“ Klar, hätte ich mich halt spritzen lassen und brav eine Maske aufgesetzt und den Mund gehalten. Ach je.
„Du kritisierst einfach Menschen.“ Eine Frau mit Maske kam aus dem auf dem Supermarktparkplatz aufgebauten Mammographiemobil und ich hab mich über das dystopische Bild erschreckt. Ich solle „den Menschen doch ihre Freiheit lassen“. Welche Freiheit nehme ich dieser Frau, wenn ich im Auto still für mich zusammenzucke? Welche Freiheiten wurden mir genommen? Mein Zusammenzucken ist anscheinend definitv schlimmer.
Und was hat mich heute gefreut? Der Geburtstag meines Sohnes, meine Meditation am Vormittag, das gute Essen, der Hund und die Kater, denen es hier so gut geht, ein Spaziergang mit Hund (uh, so ein kalter Wind!), dass der „Streit“ friedlich abgelaufen ist, die neuen Triebe am alten Efeu, ich habe wieder mal „Die unendliche Geschichte“ gelesen, und jetzt werde ich schlafen und morgen wieder in den Zug steigen.
