„Du bist jetzt so alleine.“, sagte mein Vater gestern bekümmert. Aber ich konnte ihn beruhigen. Hoffe ich. Ich bin nicht alleine, ich bin all-ein. Da gibt es so ein hübsches Gedicht von Rilke, das das ganz gut beschreibt, das Eins-Sein mit dem All. In Meditationen gehen wir gerne in den Kosmos, und auf einmal fällt uns ein, dass wir doch die ganze Zeit im Kosmos sind. Auf dieser wunderschönen Erde, die durch das All tanzt. Der Kater ist mit der Decke im Mäulchen eingeschlafen, auf der er herumgekaut und -gepfötelt hat. Und ich habe heute ein wirklich gutes Wort bekommen: „Nicht strampeln, Du gehst nicht unter, Du schwimmst von allein.“ Jetzt aber der Rilke:

„Überfließende Himmel verschwendeter Sterne
prachten über der Kümmernis. Statt in die Kissen,
weine hinauf. Hier, an dem weinenden schon,
an dem endenden Antlitz,
um sich greifend, beginnt der hin-
reißende Weltraum. Wer unterbricht,
wenn du dort hin drängst,
die Strömung? Keiner. Es sei denn,
dass du plötzlich ringst mit der gewaltigen Richtung
jener Gestirne nach dir. Atme.
Atme das Dunkel der Erde und wieder
aufschau!  Wieder.  Leicht und gesichtslos
lehnt sich von oben Tiefe dir an. Das gelöste
nachtenthaltne Gesicht giebt dem deinigen Raum.“

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