Ich war heute Morgen im Ahninnenhaus. Rita und Ute trommelten draußen am Schwarzmondinfeuer, neben der Tür lehnte mein Reisigbesen, und drinnen war ein richtiges Gedränge. Viele Frauen waren da, die mit diesen Dingen nichts zu tun haben (wollen), z.B. Annie und Doro, auch meine Mutter und ihre Schwester, Gabriele, als einziger Mann war der schemenhafte Geist von Klaus B. da, natürlich auch Sabine, Sieglinde und Susan-Barbara. Wir vier stiegen die Treppe zur Empore hoch, denn dort wartete die Uralte, die wieder einmal den unendlich weiten Weg durch Zeit und Raum gemacht hatte. Wir reichten uns die Hände zum Kreis und sie sagte uns Dinge, ohne zu sprechen. „Bindet euch an die Erde an. An die Erde und an den Kosmos. Verbindet euch mit den Elementen.“ Dazu erschienen in uns die Bilder von Feuer, Wasser, Luft und unseren Händen, die in die dunkle Frühlingserde greifen. Die ganze Zeit sangen wir dazu
„Ich gehe und gehe… weite die Kreise
Gehe zum Ursprung und Ziel
Ich gehe die Pfade der großen Spirale
Und singe das uralte Lied“
von Iria Schärer
und alle Frauen in dem vollen Raum unten sangen mit. Ute und Rita kamen herein und die Uralte sagte ihnen, sie sollten nachher weiter trommeln und tönen, das zeige uns unseren Weg. Und ich solle meinen Besen nehmen und einen Kehraus machen. Während wir uns von ihr verabschiedeten, verblassten allmählich alle anderen Besucherinnen und das Ahninnenhaus war ruhig und still. Das Trommeln draußen setzte wieder ein und ich begann mit dem Fegen. Als ich allen Staub über die Schwelle gekehrt hatte, kam ein quirliger Windstoß und eine Staubwolke erhob sich, die aussah wie ein fliegender Hahn und stob über das Hausdach hinweg in einen grauwolkigen Himmel.
