Vor 4 Jahren war ich gerade von einem Kurzbesuch in Hamburg zurückgekommen. Es war ein schöner, früher Frühling. Ich arbeitete im Bildungswerk und in meiner Praxis und hatte nebenbei eine gut ausgefüllte Freizeit. Vor 4 Jahren wurde bekanntgegeben, dass zur Eindämmung der Gefahr (der R-Wert war lächerlich niedrig) während der zweiwöchigen Osterferien die Schulen geschlossen werden sollten, und es gab Reiseverbot. Dann sei alles wieder normal. Also packte ich meinen Minicamper wieder aus und zog mit Kater und Wurfzelt in den Frühlingsgarten. Wenn ich hinausging, sah ich die in Flatterband eingewickelten Altenheime und Kinderspielplätze. Meine Teilnehmer aus dem Bildungswerk wurden aus ihrem betreuten Wohnen nach „Hause“ geschickt, bekamen keine Therapien mehr, alles zu gefährlich. Aus den zwei Wochen wurden Jahre. Aus Freunden und Teilen der Familie wurden Fremde. Aus Arbeit wurde Arbeitslosigkeit. Aus meinem Land wurde feindlicher Boden, auf dem es ein Risiko bedeutete, mit einem Grundgesetz in der Hand spazieren zu gehen. Jetzt sagen sie, es sei ja alles lange vorbei. Glaubt ihnen nicht. Manches konnte heilen, über manches kann man mit viel gutem Willen Gras wachsen lassen, manches heilt nicht und verlangt danach, gesehen, anerkannt und geahndet zu werden.
