Sind die Gedichte in mir
verstummt und verblichen?
Oder sind sie nur
ungeschriebenen Worten gewichen?
Statt naiv überzeugt
in Verse zu fassen
kann ich nun auch
Dinge Ding sein lassen.
Nur manchmal werden die Worte laut
wollen ausgedrückt werden
wie Pickel unter der Haut.
Mit der Prosa geht es mir ebenso. Ich schreibe viel und lösche dann das allermeiste wieder. Worte sind so drastisch, und geschriebene Worte wirken manchmal wie Fußabdrücke in Zement. Vielleicht läutet sich einfach eine neue Phase des Schreibens ein. Warum sollte auch gerade das Schreiben von neuen Phasen, Zwischenwelten und Übergangszeiten unberührt bleiben? Was mir übrigens in der letzten Zeit mit am besten gefallen hat, waren Auszüge aus den Werken von Erich Mühsam, die im MDR Kulturradio vorgelesen wurden.

Wegwarte. Aus ihren Wurzeln wird Zichorienkaffee gemacht, sie ist ein wertvolles Heilkraut, bei den Bachblüten kennen wir sie als Chicory. Die Begegnung mit ihr erinnert uns daran, uns selbst treu zu bleiben, bringt uns ins berühmte Hier und Jetzt, weist darauf hin, keine Bedingungen für liebevolles Tun zu stellen. Außerdem erinnert sie an Hagazussa, die Zaunreiterin, sie steht an und auf der Grenze, ist weder Weg noch Wiese.