Als ich als junger Teenager die Phase der schlimmen Angst hatte, half ich mir durch die dunkelsten Zeiten, indem ich Dinge anschaute, die einen wohltuenden Einfluss auf meine Seele hatten. Hier eine Auswahl:
*das rote Futter mit winzigen Weihnachtsmotiven darauf in meinen Schwarzwälder Strohschuhen
*die Zeichentrickserie „Dr. Snuggles“
*der Getränkeautomat in der Pausenhalle des Gymnasiums (da gehörte der Geruch nach einer Mischung aus heißer Vanillemilch, Kakao und Brühe dazu)
*das Dach einer Futterkrippe im Wald, auf dem ich gerne saß (und natürlich der ganze Wald)
*der Blick vom Balkon vor meinem Zimmer, von Osten bis Westen und zentral – eine große Eiche unten auf der anderen Seite des Bachs, dahinter weite Wiesen
*die lieben Hände meiner Mutter
*meine Blockflöten und meine Finger beim Spielen
Heute genieße ich es noch immer, obwohl diese Ängste seit so vielen Jahren Vergangenheit sind, bewusst beruhigende und liebe Dinge anzuschauen. Man kann nicht immer nur ins Weltgeschehen starren wie in die Bilder von Bosch und Bruegel (dem Älteren), manchmal (und oft) braucht es Bilder von Cicely Mary Barker (ja, das ist die mit den Pflanzen und den Feen), Mary Hagarty, Hedwig Tegnér, Harald Prinz, Ben Viegers oder Anne Cotterill, um ein paar zu nennen. Und so wenden wir uns immer wieder der Natur zu, den Büchern und schönen Winkeln in der eigenen Wohnung und den Gesichtern unserer Lieben.
