Heute kam ich mir vor wie der böse Gemüsehändler in „Die fabelhafte Welt der Amélie“. Als ich meine Gartenclogs anziehen wollte, waren sie zu klein. Vor ein paar Tagen haben sie noch gepasst. Ich habe erst einmal geblinzelt, um aufzuwachen, falls es einer meiner absurden Träume sein sollte. Dann habe ich überlegt, warum meine Füße auf einmal größer sein könnten. Und dann habe ich nachgelesen und festgestellt, Crocs, ob Markencrocs oder no name Crocs schrumpfen, wenn man sie bei Sonne und Hitze draußen stehen hat. (Angeblich kann man sie im Backofen anwärmen und dann mit Wollsocken anziehen und dehnen, das werde ich mal ausprobieren.) Dass ich blinzle um aufzuwachen, passiert mir in dieser Zeit öfter wenn ich wach bin als wenn ich in einem meiner wilden Träume stecke. Klappt dann halt leider nicht. Also richte ich weiter meinen Fokus auf die jungen Erbsenpflanzen, die ihre kleinen Ärmchen um ihr Rankgerüst schlingen, auf die fütternden Amseln und den Fliederduft in der Luft, auf die vollkommene Linie der Vogesen im Westen und auf die Bücher, die ich lese.
Oder um es mit Spoerl zu sagen:
„Wahr sind die Erinnerungen, die wir mit uns tragen,
die Träume, die wir spinnen und die Sehnsüchte, die uns treiben.
Damit wollen wir uns bescheiden.“
