Heute bin ich vom ersten Wecker sanft geweckt worden, nach einer ziemlich guten Nacht. Wenn die Träume nicht zu schlimm sind, die Wachphasen nicht zu lang und nicht so viele Hitzewellen, ist es eine ziemlich gute Nacht. (Das nehme ich recht entspannt, ich habe schon viel schlechter geschlafen. Wie schreibt Hesse – „Aber Schlaf ist ein scheuer Vogel geworden, schwer zu fangen und leicht zu morden.“) Ich habe Kaffeewasser heiß gemacht, währenddessen geduscht, dann Kaffee getrunken, ein bißchen gelesen, geschrieben, noch einen Kaffee getrunken, 2 Karten gezogen aus dem Deck von Margarete Petersen (Gedanken ans Wendland, an Luisa, an Anna, alles lange vorbei), bin aus dem Haus getreten, in einen überraschend warmen Septemberwind und zur Arbeit gegangen. Auf dem Rückweg waren die Vogesen so schön zu sehen und ein paar Alpensegler waren noch in der Luft. Am Nachmittag habe ich Etliches von der to do Liste abhaken können und dann voller Behagen in „Diskrete Zeugen“ von Dorothy L. Sayers gelesen. Dabei habe ich festgestellt, dass ich mit Lord Peter angefangen habe, als ich fast 15 Jahre jünger war als er in den ersten Bänden und ich mittlerweile sein Alter in den letzten leicht überholt habe. Naja, das ging mir ja schon mit vielen Figuren so und ist spannend. Außerdem hallt heute noch der schöne gestrige Tag nach. Ich gehe heiter und zuversichtlich in die kommende Nacht.
