Ihr denkt nicht, dass ich die Weltlage kommentiere, oder?
Ich bin die, die mit ihrem Kaffee am Fenster sitzt und die Meisen, Spatzen und das Rotkehlchen an der Futterstelle beobachtet.

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Ich sage lediglich: Mit den Mitteln des Systems können die Probleme, die durch das System entstanden sind, nicht gelöst werden.

Guten Morgen, November.

Das Rotkehlchen sitzt
auf dem höchsten Zweig
und besingt sein Revier.

Ich blättere den Kalender um.

Ein Ausflug zu den Göttinnen: Cailleach übernimmt um diese Zeit den Stab, den Modron, die Sommergöttin, unter einen Holunderstrauch gelegt hat. Nun ist die Alte an der Reihe, durch die dunkle, ruhige Zeit hindurch zu regieren, bis sie im Februar den Stab an Brigid übergibt.

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Immer das Gleiche – ich häkle selig im Half Granny Square vor mich hin und merke, dass ich viel zu wenig Wolle habe. Also werde ich versuchen, mir eine passende zu besorgen, damit es diesmal ein wirklich großes Dreieckstuch gibt. Das Muster hat so etwas Beruhigendes. Dazu noch ein Miss Marple (BBC Verfilmung natürlich) und der dunkle Abend ist ganz gut auszuhalten.

Nebel

Nach strahlenden Oktobertagen (s. Bild von gestern) schaue ich heute bei der zweiten Tasse Kaffee noch in den Nebel. Vor dem Fenster hüpfen Blau- und Kohlmeisen durch die Büsche und sitzen auf dem Terassengeländer. Tannenmeisen gibts auch, aber heute habe ich noch keine gesehen. Außerdem Kleiber, Rotkehlchen, Grasmücken, Gimpel, Amseln, Eichelhäher… Wenn man nur ruhig sitzt, sind sie gar nicht ängstlich.

Oktober

Im Regen den Berg hochgestapft, die Leichtigkeit meiner Schritte und den nassen Wald genossen. Gesehen, wie die braunen Kühe auf eine andere Weide gebracht wurden. Jetzt bin ich wieder zurück, ziehe mir die nassen Socken aus und sehe, wie das vom Wetterbericht versprochene schöne Wetter aufzieht.

Träume

Ich träume gerne. Und viel. Alpträume sind selten geworden. Und wenn sie kommen, drehe ich sie direkt um. Manchmal weiß ich, dass ich träume, kann aber nicht aufwachen, das ist anstrengend und unangenehm. Und ab und zu ist es wie letzte Nacht – ein Traumfragment kommt immer und immer wieder, diesmal stand ich immer wieder in einem vollen, kleinen Laden und wollte ein Kümmelbrot kaufen. Allerdings war der Laden in Spanien und ich hatte keine Ahnung, was Kümmel auf Spanisch heißt. Habe es dann direkt nachgeschlagen, als ich aufgestanden war und bin nun für den nächsten Traum gewappnet. Oder für den nächsten Spanienbesuch. Falls jemand dann ein pan de alcaravea braucht.

Herbstwald

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Der Sommerwald neigt sich in den Herbst. Ab und zu trudelt noch ein Admiral oder Pfauenauge vorbei, und letzte Nacht waren über den Bäumen zum See hin viele Fledermäuse auf der Jagd. Unter den Füßen knacksen Eicheln und der Wald duftet. Sobald ich überwunden habe, dass der Sommer vorbei ist, ist der Herbst eine sehr geliebte Jahreszeit.

Bibel-Fest

Mittagessen in einem kleinen Restaurant irgendwo im äußersten Sachsen. An einem der Tische beten die Leute demonstrativ. Es entsteht somit einer der seltenen Momente, in denen meine leidvoll (und das meine ich so) erworbene Bibelfestigkeit und mein errungener (auch das meine ich so) Atheismus sich zufrieden zunicken und sich beim Zitieren (King James Version, die ertrage ich am ehesten) einig sind:

“And when thou prayest, thou shalt not be as the hypocrites are: for they love to pray standing in the synagogues and in the corners of the streets, that they may be seen of men. Verily I say unto you, They have their reward.” (Matthew 6:5)