Mein Vater, das Friesensofa und ich.

Manchmal gibt es so kleine Momente. Nischen. Da sitze ich bei meinem Vater auf dem Sofa und wir unterhalten uns über ganz banale Dinge, Zahnarzt und Zeitungen, seinen Plan, morgen oder übermorgen einen Drucker zu kaufen, um wieder über die Flucht zu schreiben (ok, vergesst das „banal“ ;)), Familie, Freunde, Sprachen, die Kinder (natürlich), unsere geplanten Reisen (er Kreuzfahrt (Containerschiff darf er nicht mehr, die haben Altersgrenzen), ich Rucksack) und auf einmal denke ich, dass ich ihn ganz fürchterlich lieb habe. Wie viele Leute wissen, was für großartige alte Menschen um uns herum leben? Da sitze ich auf seinem ziemlich neuen Friesensofa und sehe die lieben alten Bücher, unter denen schon mein Stubenwagen stand (unter den Penguin Ausgaben, daher liebe ich die englische Literatur so), das Küchenbuffet meiner Oma mütterlicherseits aus Ettenheim, den Kalender mit den Kinderfotos an der Wand, das Foto meiner Mutter, wie sie (ganz Hagazussa) auf irgendeinem Zaun sitzt und staune. Das ist das Jetzt des Jungen, der aus Żytkiejmy fliehen musste, mit einem Rucksack voller Leberwurstbrote und seinem Robinson Crusoe. Es ist nicht immer so sichtbar, aber all das ist ganz wichtig für uns, und unsere gemeinsame Ostpreußenreise ist es auch.

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da sitzt die Familienähnlichkeit

 

 

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