Durchatmen.

Es war gut, dass ich für ein paar Tage ins Sauerland gefahren bin. Dort haben sie mich wenigstens mit Luther in Ruhe gelassen, und von Halloween war auch nicht viel zu merken. Abends versuchte ich, mich einmal durch die Fernsehprogramme zu zappen, aber es kam auf 3 Kanälen ein Film über Luther. Also habe ich den Stick mit „Rio Bravo“ drauf ins Macbook gesteckt und die Ahninnennacht mit John Wayne beschlossen.

Vorher hatten wir etwas orakelt*), ich bin, wie in den Tagen zuvor weit und lang im Wald gewesen und habe mich meinen eigenen Gespenstern gestellt, die in mir Trauerwellen auslösten und Erinnerungen, die nach oben stiegen wie Faulgasblasen in moorigen Gewässern. Vieles wollte angeschaut werden und dann losgelassen. Und zugleich ging ich genießend und schauend und entzückt durch den Herbstwald, am Herbstsee entlang, der Himmel voller Kraniche über mir.

Das ist für mich die Anbindung an das Leben, an die Erde, den Kosmos, an all das, was ich als Mutter fühle, und es hat nichts, aber auch gar nichts mit Theologien, Gurus oder irgendwelchen gemachten Regeln zu tun. Es ist Schritt für Schritt mein Weg. In einigen Gesprächen haben wir etliche Frauenlebenswege aus unseren Familien, vor allem die der Mutterlinie, beleuchtet und viel Leid dabei erinnert – Leid, dass ohne das Patriarchat nicht stattgefunden hätte.

*) orakeln sehe ich als Spiel mit Möglichkeiten, als Anregung, Brainstorming, Eröffnen anderer Perspektiven, als eine der Arten, wieder in die Kraft, die Magie, die Macht zu kommen, die manchmal von alltäglichen Sorgen und Erledigungen übertönt werden, eine Erinnerung an die wichtigen Elemente des Lebens – eine Rück-an-bindung.

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