ich gehe die Pfade der großen Spirale

Ich würde das alles gerne noch mal leben.
Genau so wie ich gute Filme gerne mehrfach sehe
Musik nicht intensiv genug erfühlen kann.
Die Kniestrümpfe und den Drachen an der Schnur,
die Sommer mit Wandern und Baden,
die Winter mit Schlittern und Rodeln.
Das Stapfen durch die Wälder,
Dämmebauen im Bach und Klettern, wo niemand dich sieht.
DDR und BRD waren nur so theoretisch da.
Amerika und Russland auch.
Auf den Titelblättern von Spiegel & Co
geisterten Kindermörder,
und Eduard Zimmermann machte uns noch mehr Angst.
Korn duftete am Weg beim Radeln,
und Wege staubten unter den Füßen im Wald.
Regen tropfte von Pilzen und Schirmen,
und im Juli waren schonmal 14 Grad.
Ginsterblüten schwatzen mit uns,
nackte Füße auf warmem Asphalt
und die ersten Kugellagerrollschuhe.
Ich bin auf dem Weg zum Relikt.
Wenn ich jetzt im Februar
in den Vorfrühlingsmorgen trete,
riecht es genau so wie der Schulweg vor 42 Jahren.

2 Gedanken zu “ich gehe die Pfade der großen Spirale

  1. Sehr poetisch! Manches würde ich auch gerne noch einmal erleben, vor allem die Naturerscheinungen. Damals gab es noch Winter mit Schnee 😉
    LG Angharad

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