2 Monate Lock(erungen)down

Immer noch fragen mich Leute, welche Grundrechte denn eingeschränkt wären. Als wäre der Befehl, einen unhygienischen Lappen vor Mund und Nase zu tragen, die Einschränkung der Reisefreiheit, das Kasernieren alter Menschen und andere Abstrusitäten ganz normal und zu erwarten gewesen. Ok, vielleicht wäre es klüger gewesen, nicht auf die Sicherheit dieser Rechte zu vertrauen – schließlich zeichnet sich das Patriarchat seit jeher nicht durch sinnvolle Maßnahmen aus (Inquisition, Kapitalismus, Kleinfamilie, Kriege, Umweltzerstörung, Misogynie, religiöse Gebote, Faschismus* ….) und an vielen unsinnigen Kleinkram hatten wir uns einfach gewöhnt und uns unsere Nischen gesucht. Bei Friedensbewegung, Anti-Atomkraft-Bewegung, Pro-Asyl etc. hatten wir es eigentlich schon gelernt, dass die Bekämpfung einzelner Symptome nur enorm kräftezehrend ist, in sich wieder das gleiche System entstehen lässt (die Frauen schmieren die Vollkornbrote für die Demo…) und lächerlich wenig Auswirkung auf das Patriarcht als solches hat. Und jetzt sind wir für ein paar Wochen wieder reingefallen. Da wo die einen all ihre Ängste vor Tod, Schuld, Krankheit, Zusammenbrechen der Wirtschaft etc. in der Angst vor einem einzelnen, ziemlich unspektakulären Virus konzentrieren, habe ich meine Energie in den Schreck über das plötzliche und unmittelbare Aushebeln der einzigen guten Errungenschaft, nämlich der Grundrechte gesteckt. Als könne ich erst, wenn die Menschen in diesem Punkt wieder „vernünftig“ würden, mit der Patriarchatskritik weitermachen. Blödsinn: Es kommt alles aus der einen Wurzel und ist einfach ein weiteres, wenn auch ziemlich dramatisches Symptom. Allerdings nicht dramatischer als die anderen Symptome, die aus den patriarchalen Standbeinen* resultieren. 

Ganz praktisch sage ich, wer solche Angst vor einer Infektion hat und meint, nur gesund bleiben zu können, wenn Maske getragen, Abstand gehalten und nicht gereist wird, alte Menschen eingedost werden und Kinder mit Maske in aufgemalten Bereichen auf dem Schulhof herumstehen, denn das wäre ihm gegenüber rücksichtsvoll, der soll eine Maske mit Ventil tragen, die schützt ihn vor der Infektion anderer und die anderen halten automatisch Abstand, denn wäre er infiziert, bekäme man den Segen konzentriert ab. 

Ich finde es rücksichtslos, von allen (zu fast 100% coronasymptomlosen, gesunden) Menschen zu verlangen, eine „Alltagsmaske“ zu tragen, die hinderlich, traumatisierend, unhygienisch und nicht schützend ist, ich finde es unmenschlich, wenn alte Leute in Heimen eingesperrt werden und, ebenso wie Kranke, keinen Besuch bekommen dürfen. 

Ich werde niemanden anspringen, anspucken und zwangsumarmen, das habe ich aber in 50 Jahren noch nie getan. Ich niese und rotze auch nicht in der Gegend herum und bin beim Wandern eh am liebsten alleine. Hände waschen ist eine feine Sache, dass aber beim Betreten eines Restaurants oder einer Schulklasse ständig desinfiziert wird, ist auf Dauer ungesund. 

Zudem wurde heute eine Freundin von mir, eine SchaMAhnin, in Bern abgeführt, einfach, weil sie auf einem Platz stand. Allmählich reicht es wirklich. Und immer kommt noch jemand aus der Kiste gekrochen und sagt: „Aaaaaabääääääähr.“

p1130640

„Donna Donna Donna Donna Donna Donna Donna Don Donna Donna Donna Donna Donna Donna Donna Don“

 

 

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