Vor drei Jahren und elf Tagen ist mein guter Freund und bester Kollege Klaus B. gestorben, plötzlich und unerwartet. Wir haben über Jahre hinweg immer wieder lange Telefonate geführt, die berufliche und private Supervision hätten sein können. Ohne ihn wäre ich schwerer durch schwere Zeiten gekommen und mit ihm hätte ich in den letzten drei Jahren wahrscheinlich manche Umwege vermeiden können. Die Telefonate wurden per Mail verabredet, die Termine haben wir beide immer pünktlich eingehalten, und zu Beginn des Gesprächs haben wir eine kurze Aufstellung der dringendsten Themen gemacht, die wir besprechen wollten. Wir haben uns im Winter bei Tiefschnee kennengelernt, bei einer Fortbildung in Essen-Kupferdreh. Außer uns hatte sich niemand durchgekämpft und so verbrachten wir 5 intensive Tage zur verhaltensorientierten Gesprächstherapie miteinander. Wir haben noch etliche Kurse gleichzeitig besucht und uns auch bei den „Stammtischen“ erst in Essen-Rüttenscheid bei Eva K. und später dann bei Klaus selber getroffen. Im Sommer 2021, kurz nach der Katastrophe im Ahrtal hatte er zu einem „Klassentreffen“ eingeladen, viele der alten Kolleginnen kamen, viele auch nicht. Und das Nächste, was ich von ihm hörte, war die Nachricht über seinen Tod, nur ein paar Wochen später. Du warst einer von den wirklich Guten, Klaus. Pragmatisch, empathisch, nie sexistisch, lustig, mit einem ganz feinen, trockenen Humor, einer der wenigen Menschen, die andere Meinungen einfach als Gesprächsgrundlage nehmen können. Niemand, der, um die Formulierung von Mulford aufzugreifen, einen „überwacht, patronisiert, kritisiert, begutachtet oder beschlechtachtet“ hätte.
alles, was er nicht war, sind viele …
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