Turn, turn, turn.

Das Lied von Chris de Burgh habe ich viele Jahre lang für weise und bescheiden gehalten. Nicht einmal das tu ich noch. Wie sollten wir bestimmen, für welches Ding welche Zeit und Dauer bestimmt ist? Auch wieder nur so ein hybrisverbrämter Kitsch. Wenn ich wieder einmal Bäume besuche, Wege gehe, die mich in den verzweifelsten Zeiten gesehen habe, bleibt kein Raum für Hybris, kein Raum für Lehren, höchstens für die zutiefst beruhigende Leere, die zwischen aller Materie IST, kein Raum für Ratschläge – ich gebe keine mehr, das habe ich mir lang abgewöhnt und ich nehme keine mehr an, das könnt ihr euch merken. Es ist Raum für Vertrauen darauf, dass das Leben seinen Weg findet. Das Vertrauen darauf, dass meine Kinder lebendig und klug sind. Vielleicht bin ich deswegen dorthin zurückgekommen, wo meine Erinnerungen, meine Ansprüche, meine Verdienste am bescheidensten sind, wo ich niemanden beeindrucken wollte, nicht punkten wollte, nicht großartig in Erscheinung treten wollte oder sollte. Und wo es auch niemand geschafft hat, sich anzuheften. Meine Bilder hier sind meine, meine Fotos, meine Eindrücke. Vielleicht bin ich auch nur wieder hier, weil ich mich wohl fühle, weil ich die Weite mag und den Himmel und die Vögel und die Nähe zum Meer, vielleicht ist auch ganz gleich-gültig, wo ich bin, weil es wahrscheinlich keinen Ort gibt, an dem ich diese Erde und dieses Leben nicht lieben würde.

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