„Du bist so radikal.“ Ich hatte etwas Kritisches über Lauterbach gesagt. Habe dann erklärt, dass mir in den letzten 4 Jahren radikal mitgespielt wurde. Job, Familie, Haus, Garten, Tiere, Sport, Freizeit, Reisen… alles weg. „Ja, aber das war ja deine Entscheidung.“ Klar, hätte ich mich halt spritzen lassen und brav eine Maske aufgesetzt und den Mund gehalten. Ach je.

„Du kritisierst einfach Menschen.“ Eine Frau mit Maske kam aus dem auf dem Supermarktparkplatz aufgebauten Mammographiemobil und ich hab mich über das dystopische Bild erschreckt. Ich solle „den Menschen doch ihre Freiheit lassen“. Welche Freiheit nehme ich dieser Frau, wenn ich im Auto still für mich zusammenzucke? Welche Freiheiten wurden mir genommen? Mein Zusammenzucken ist anscheinend definitv schlimmer.

Und was hat mich heute gefreut? Der Geburtstag meines Sohnes, meine Meditation am Vormittag, das gute Essen, der Hund und die Kater, denen es hier so gut geht, ein Spaziergang mit Hund (uh, so ein kalter Wind!), dass der „Streit“ friedlich abgelaufen ist, die neuen Triebe am alten Efeu, ich habe wieder mal „Die unendliche Geschichte“ gelesen, und jetzt werde ich schlafen und morgen wieder in den Zug steigen.

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„Ich fühle mich bedroht.“ ist der brandaktuelle Satz des Tages. Der Sagende fühlte sich bereits in den 90ern bedroht, von Stürmen, die das Dachfenster umklappen könnten, vom Russen und von Friedensdemonstrationen. Nun ist die Bedrohung Corona (trotz vieler Spritzen), Pazifisten (weil die nicht wollen, dass „wir“ Krieg führen), Putin und Hamas (natürlich sei es unschön, dass täglich so viele Kinder ohne Betäubung amputiert werden müssten, aber…). Ich stelle fest, obwohl das Patriarchat uns wirklich alle täglich bedroht, habe ich keine Angst. Meine Angst habe ich in den 80ern abgearbeitet, als uns kalter Krieg, Tschernobyl, Kindermörder und (sobald man aus der für diese attraktiven Altersgruppe heraus war) Aids und BSE täglich zu den Mahlzeiten serviert wurden.

Abgesehen davon fuhr ich heute ziemlich erfolgreich mit der Bahn – natürlich blieben wir öfters mitten auf der Strecke stehen, einmal auf einer ziemlich hohen Brücke, ganz spannend – und wurde von einem meiner Söhne am Bahnhof abgeholt, das war schön. Die anderen Hausgenossen, meinen Hund, die Kater und meine Bäume und Sträucher zu begrüßen ist auch schön. Das Tochterkind ist leider nicht da, aber wir haben uns gehört und gelesen.

Ich habe ein bißchen an meinen Haaren herumgeschnippelt, mal gespannt, wie es aussieht, wenn sie trocken sind.

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MA – Werk von Sieglinde Maul

Ich konnte mit dem dicken Kater auf dem Schoß eine ganze Weile in vorfrühlingshafter Sonne sitzen und schnurren. Das hilft mir, den Satz des Tages, der mir wirklich heute von einer Frau aus meinem Heimatort um die Ohren gehauen wurde, mit dem nötigen Darüberbleiben zu betrachten:

„eine solche Pandemie hatten wir in jüngerer Geschichte nicht. Ich möchte nicht wissen, was sie gesagt hätten, wenn Millionen gestorben wären, weil die Regierung NICHT reagiert hätte. Im Nachhinein ist man immer schlauer.“

Da verweigert jemand seit knapp 4 Jahren (und wahrscheinlich vorher schon) jede Information außerhalb des Mainstreams. Dass die Fallzahlen bereits SANKEN, als die Maßnahmen angeordnet wurden, dass der R-Wert, sobald er zu niedrig war, durch die jeweils passenden Werte (z.B. positive Tests, die ja nie zur Feststellung tatsächlicher Infektionen in lebendigen Menschen konzipiert waren) ersetzt wurde, dass die seelischen, sozialen und körperlichen (und finanziellen) Folgen der Maßnahmen einer direkt ins Auge springen mussten (ich vergesse nie die Menschen im Altenheim neben der Wohnung meines Vaters, die keinen kleinen Spaziergang um den See mehr machen durften, sondern in ihren Zimmern eingesperrt, das ganze Heim in Flatterband eingewickelt, genau wie die Spielplätze, dass es AUSGANGSSPERREN gab, dass die Intensivstationen nie überlastet waren, dass im Gegenteil auch in der Zeit kräftig Betten abgebaut wurden, dass die Zahl der verhungernden Menschen, vor allem Kinder, in der Maßnahmenzeit weltweit enorm gestiegen ist, dass Menschen mit den „Bergamo“-Bildern in Angst und Schrecken getrieben wurden, von denen mittlerweile sicher nachgewiesen ist, dass sie nichts aber auch gar nichts mit Corona zu tun hatten, dass Masken propagiert wurden (erst war alles erlaubt, dann Stoffmasken, dann diese OP- Masken, dann FFP2), die zur Virenabwehr gar nichts taugen), und dass die Begründung für die Zeit bis April 2020, in der die Politik noch sagte, dass man keine Masken bräuchte, lautete, man hätte halt damals keine Masken vorrätig gehabt, die Bevölkerung aber nicht verunsichern wollen… Die Liste ist endlos. Und: „Im Nachhinein ist man immer schlauer“ – Warum gebt ihr es dann nicht zu? Und: Warum wart ihr wie „wir“ nicht auch schon vorher schlauer? Die Daten, Informationen und Schlussfolgerungen waren nicht schwer zu bekommen. Zumal die eigene Wahrnehmung schon alles aufklären konnte.

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Heute konnte man zum ersten Mal wieder in der Sonne sitzen. Morgens Frost und nachmittags dann diese angenehme Wärme. Eindeutig ein Punkt für „Und was hat mich heute gefreut?“ bei der Korbübung (das ist eine Meditation, bei der man in einem geschützten Raum, bei mir ist es der „Felsendom“ nach Gerda Bareuther, einen dieser altmodischen Wäschekörbe mit Deckel stehen hat, in den man alles hineinlegt, was einen ängstigt, betrübt, schmerzt, ärgert – kleine und große Dinge, den Deckel schließt, den Korb beiseite schiebt und sich dann die Frage von oben stellt. Mit dieser Freude des Tages geht man dann in den Schlaf).

In den Korb stecken kann man auch getrost die hochwertige Kritik zur eigenen, gut recherchierten, fundierten Meinung: „Du hast wohl auf der Youtube Universität studiert“ (Der Satz für heute.)

Der Satz für heute ist: „Warum sollten sie uns denn anlügen?“.
Ja, warum wohl? Für Macht, für Geld, für Kontrolle.
Und nein, „Menschen“ sind nicht so und wir fallen auch nicht „zurück in die Steinzeit“. In der Steinzeit war es eben nicht so.
Menschen, die bio-logisch a(h)ngebunden leben (im Matrifokal), brauchen und wollen weder Macht noch Geld noch Kontrolle. Also Macht im patriarchösen Sinne. Mächtig sind sie schon. Natürlich brauchten die Menschen damals auch keine Religionen/Theologien oder deren Ersatz wie z.B. den Corona-Mythos, denn diese sind lediglich Angstapparate zur Machterhaltung und ein mächtiges Standbein des toxischen Systems des Patriarchats, das leider immer noch mehr zur Hochform aufläuft, auch wenn wir schon lange hoffen, es bricht zusammen.
Umso wichtiger sind die Menschen, die wir in den letzten Jahren nicht verloren haben. Die uns nicht beschimpfen, wenn wir heikle Themen ansprechen. Und der Blick ins All-Ein-Sein.

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Ich versuche, darüber zu schreiben, was in den letzten fast 4 Jahren mit meinen Beziehungen zu Menschen passiert ist. Warum ich nicht zum 35jährigen Abiturtreffen gehen werde. Warum ich fast nicht mehr arbeite. Warum ich mittlerweile ganz woanders wohne, statt in meinem eigenen Haus mit meinen Tieren, meinem Garten und meiner Familie. Warum mein Vater „Ach.“ sagt, wenn ich ankündige, dass ich zu Besuch komme. Warum ich auch den Verbliebenen nicht mehr vertraue. (Außer exakt einer Handvoll.) So leicht die Worte sonst bei mir fließen, so wenig geht es bei diesen Themen. Hinter dem Brustbein spüre ich, genau wie hinter den Augen, eine große Trauer. Vielleicht übe ich mich darin, langsam heranzugehen. Ich werde in der nächsten Zeit jeden Tag einen Satz dazu erinnern. Einen. Der Satz für heute, den 26. Januar 2024 lautet: „Die Maske tut doch keinem weh.“ Doch, tut sie. Wenn man keine Luft, dafür aber Panik bekommt, wenn sie dazu noch ausgewiesenermaßen nicht „schützt“, tut sie das. Und als Extra füge ich diesem Satz noch das hämische Gelächter einer „Schulfreundin“ hinzu, als sie hörte, dass ich ein Attest habe. Sie hat sich richtig einen abgelacht. Auf einer drängeligen Feier der Reichen und Schönen, bei der ich leider der Einladung gefolgt war. Ich habe mich dort gefühlt wie mit 14 oder 15, als ich barfuß, in kurzen Hosen und T-Shirt  in die Stadt gegangen war, auf staubigen Sommerstraßen, und mir zwei „Schulfreundinnen“, eine die Gastgeberin der Feier der Reichen und Schönen, entgegen kamen, beide in Bundfaltenhosen, Blusen und Trenchcoats. Fast 4 Jahre lang war ich nicht willkommen ohne Maske und Spritze, hieß ich „rechts“, nachdem ich bis dahin bei all diesen Leuten als linksgrünversifft verschrieen war. Nun rennen alle die, die treu und dumpf CDU Anhängsel waren, die niemals auf einer Friedensdemo waren, die „Pro Asyl“ verlacht haben (und mich, weil ich als Schülerin schon dort engagiert war), auf „Demos“ gegen „rechts“. Nun mag ich nicht mehr, z.B. zum Abitreffen. 

Damals.

Wir waren zwischen 5 und 10 Jahren alt und spielten auf dem Garagenhof. Meistens Fußball; ab und zu krachte der Ball in eine Scheibe – wenn ich die Täterin war, passierte nichts weiter als dass mein Vater ein neues Glas und Kitt besorgte. Denn ich war die Tochter des Herrn Lehrers. Geschah das Mißgeschick einem der eingeborenen kleinen Sauerländer, besorgte deren Opa die Scheibe und den Kitt und verdrosch sein Enkelkind. Ab und zu öffnete sich während unserer Spiele ein Fenster in einem der zwei Häuser, die den Garagenhof umstanden und eine unserer Mütter warf in Stanniolpapier eingewickelte Rippen von Schokolade hinunter. Schokolade an der frischen Luft gegessen schmeckt völlig anders als wenn man sie im Zimmer ißt. Bei Äpfeln ist das ganz ähnlich. Wenn im Vorfrühling die ersten milderen und trockenen Tage kamen, packte meine Mutter mich und einen kleinen Rucksack mit einer Decke, meiner lieben hellblauen Babydecke, in der später eine unserer Katzen beerdigt wurde, Äpfeln, Schokolade und vielleicht noch einem Brötchen und wir gingen in den Wald, an eine Stelle, wo am Südhang das duftige bleiche hohe Gras aus dem Herbst noch stand und wo es nach warmen Fichtennadeln duftete. Dort wurde gepicknickt. Und danach suchten wir unsere geheime Stelle am „Janushang“ auf (Janus war ein Collie, der mit einer alten Frau in einem kleinen Haus mitten im Wald lebte), wo eine vergessene Hochsitzleiter lag, die wir über einem Baumstumpf zur Wippe gemacht hatten. Wenn wir Kinder alleine in den Wald zogen, um Hütten zu bauen, den Maler „Pinsel“ zu ärgern oder vor dem alten Bauern aus dem Nachbarort auszureißen, der Kinder hasste, sprangen wir mit Anlauf auf das Dach aus Teerpappe einer Futterkrippe für Rehe und rannten hoch bis zum First, turnten an den Leitern zu Hochsitzen, angelten Kröten aus dem Zufluß eines kleinen Teiches, aus dem die laichlustigen Tiere alleine nicht herausgekommen wären, und folgten den Schneisen der frisch errichteten Hochspannungsmasten. An anderen Tagen gingen wir hinunter zum Bach und sahen den Bisamratten beim Schwimmen zu, verkrochen uns zu Doktorspielen in den riesigen Ginsterbusch und fürchteten uns vor den zwei großen Schäferhunden, die die Fabrik dort unten bewachten und nicht immer zuverlässig eingesperrt waren und vor dem Dackel des Polizisten, der schräg gegenüber der Fabrik wohnte. Der Dackel war nur gefährlich, wenn wir Fahrrad fuhren, dann aber richtig. Meine Mutter war eine Verfechterin der „nur keine Angst zeigen“ Theorie und blieb unerschrocken stehen, egal, welcher Hund auf sie zustürmte. Sobald ich alleine unterwegs war, sah ich zu, dass ich wegkam. Damals habe ich gelernt, sehr schnell Fahrrad zu fahren und sehr schnell auf die Eiche und die Kastanie, zwei sehr alte Bäume zwischen den Häusern und dem Bach auf dem „Grillplatz“ zu klettern. In den Bäumen saß ich auch gerne unbemerkt und beobachtete Vögel, Eichhörnchen, Nachbarn und genoß, dass niemand wusste, wo ich war. Dieser Zustand des Unbeobachtetseins war ein großes und für mich als überbehütetes Einzelkind, leider seltenes Glück. Ich erinnere mich daran, aus einem Dachbodenfenster gestiegen- das Haus stand am Hang und dort war ich 4 Stockwerke über dem Boden – und dort auf den warmen Dachziegeln in der Abendsonne gesessen zu sein, im seligen Bewusstsein, dass mich dort niemand jemals suchen würde. Auch in der Schule fand ich solche Rückzugsorte – besonders in Erinnerung geblieben ist mir eine Deutschstunde, die ich im Klassenschrank verbrachte und ein Vormittag in der Turnhalle, an dem ich im Kasten saß, über den alle anderen hinwegspringen mussten. Ebenso liebe ich bis heute die einsamen Streifzüge im Unterholz, alten Steinbrüchen, verfallenen Häusern, aufgelassenen Bahngleisen, wo Steine, Federn, Knochen zu finden sind und die allerersten Frühlingsblumen ihren ganz besonderen Duft verbreiten. 

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2024

Hallo, neues Jahr.

Der Kater steckt aus Wind-, Wetter- und Böllerprotest unter der Sofadecke, wir lesen, packen Bücherkisten und hier und da tröpfelt ein Neujahrsgruß ins Haus. Eine Jahreskarte wurde auch gezogen. Und ab und zu übe ich mich auf der neuen Kalimba.

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Umgebung

Ich denke, dass Orte wie Bahnhöfe, Züge, Wohnviertel, Krankenhäuser, Einkaufsläden, Schulen, Parkplätze, öffentliche Toiletten, Raststätten und vieles mehr schön sein sollten. Schön im Sinne von menschenartgerecht, geräumig, sauber, großzügig, farblich schön, aus angenehmen Materialien, mit Pflanzen, Licht, Fenstern, Klängen. Das würde einiges von der Wurzel her ändern, weil die Menschen sich nicht wie durchgereichtes Material fühlen würden sondern in ihrer eigenen Umgebung unterwegs wären und sich wieder anschauten und wahrnähmen.

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