Nordsee

IMG_4570.JPGAn der See entlangradeln bei diesen Temperaturen lässt Ausschau halten nach weißen Pferden, schwarzen Stieren und rosa Flamingos.

Es sind aber bunte Pferde, schwarz-weiße Kühe und Graugänse.

Denn ich bin in Horumersiel und nicht in Aigues Mortes.

Ein heißer Tag.

Was für ein Sommer. Morgens im Haus herumgewirbelt, draußen etwas gegossen, Wäsche aufgehängt (und im Handumdrehen war sie trocken), eingekauft (Wasserkästen sind ja schwer!), was Feines, Leichtes gekocht und gegessen, im Hängemattenkokon gelegen, die Katzen an kühlen Plätzen gefunden, zwischen den Gartenduschgängen gelesen, abends bei kühlen 26°C (da nimmst du echt vorsichtshalber eine Jacke mit!) mit dem Stammtisch draußen gesessen.

 

Brideshead Nachtrag

Übrigens hatte ich damals geglaubt, es sei von einer Frau namens Evelyn Waugh geschrieben und einiges rückte sich zurecht als ich (zuerst bei Agatha Christie – wer weiß, wo?) herausfand, dass Evelyn auch ein Männername ist – so ähnlich wie in den Känguruh Chroniken, als das Känguruh konstatiert, sobald man die Bibel als Schurkenroman läse, gäbe alles auf einmal einen Sinn. Und dann (das habe ich heute erst beim Seriensuchen gefunden) soll der Autor es auch noch pro Katholizismus/Glauben geschrieben haben. Das ist ihm aber echt in die Hose gegangen!

Und: Mir ist noch eines dieser Bücher eingefallen, die sich einprägen ohne großartig detailliert erinnert zu werden (und ich werde es jetzt auch wieder lesen): Der Rote Wolf von Morris L. West.

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Nostalgie?

Was hat mich in den 80ern so daran fasziniert und später einmal so traurig gemacht? Ich lese es wieder und werde gewiss auch die Serie irgendwo finden. Vielleicht ist es die Titelmusik. Es gibt immer wieder diese Bücher, die faszinieren, obwohl ihr Inhalt schnell wie Wasser durch die Finger vertropft. Der Arzt Gion ist auch so eins.

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Ich bin übrigens nach einer richtigen Urlaubswoche wieder zurück in der hiesigen Hitze, was für ein Sommer! Gut gewählt war zB ein ehemaliges Kloster als Aufenthalt, Kirche und Innenhof bieten Kühle bei Bedarf. Dazu ein Badeplatz am Fluss, das malerische Hohenlohe, perfekt. Ein wolkiger Tag wurde im Sauerland zum Wandertag.

Ich packe meinen Koffer.

(Ok, ich benutze keine Koffer, ich mag Rucksäcke lieber.)

Und packe mein Rassel-Ei ein und meinen Reise-Ahninnentopf. Ein schönes Kleid und Wanderschuhe, diverse Bücher und Notizbücher. Dann ziehe ich eine Karte aus Luisas Göttinnenspiel: Holla.

 

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Erinnerungen

Erinnerungen sind seltsame Dinger,
sie stupsen dich an wie neckende Finger,
stecken in Filmen *) und springen aus Noten,
aus den Lieblingsgedichten der Toten.
Erinnerungen sind seltsame Sachen,
machen uns weinen und machen uns lachen.
Da lässt ein Duft eine Stimme erklingen
und ein Sommerwind kann Träume bringen.

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Erinnerungen sind magisch und wandelbar,
wir können umträumen, was einmal war.

*) Ich schaue gerade „Das Geheimnis der sieben Zifferblätter“, eine Agatha Christie Verfilmung, die ich vor ungefähr 33 Jahren mit meiner Mutter angesehen habe, in der Zeit, als wir begeistert die spannenden oder auch gruseligen Spätfilme in der Freitagnacht schauten.

 

 

Fortschritt der Menschheit.

Ich war gestern mit meinem Vater in einem Freilichtmuseum über die ersten Torfstecher. Es war gut, dass es ein sonniger Sommertag war, sonst hätte es uns noch mehr getroffen. Diese Armut, eine lebensfeindliche Umgebung, in der 10 – 13 Kinder in die Welt gesetzt wurden, die natürlich fast alle starben, fensterlose, nasse, schimmlige Torf- und Heidehütten mit Vieh im selben Raum drängten den Vergleich mit der Steinzeit auf: Viel weniger Kinder, im passenden Rhythmus, kein Festhängen an ungesunden Orten, Zeit und Lust für Kunst und Spiel, angemessene Ernährung… Und dann dieser Rückschritt. (Eigentlich ist es ja gar kein Rückschritt, denn vorher waren die Menschen ja nie in solchen beschissenen Situationen, die hat das Patriarchat erfunden.) Es gab Fotos, wie diese ausgemergelten Leute vor ihren Hütten und in ihren Butzenbetten abgelichtet wurden, traumatisierte Gesichter, die Kinder, so schrecklich, aber wichtig: In jeder Behausung die Bibel. Alle hatten Hunde, damit nicht so viele Kinder als Arbeitskräfte gestohlen wurden (die mussten ja schließlich für die eigenen Eltern schuften).

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rechts war der „Stall“ im Haus, links unter dem Kamin eine Feuerstelle, dann ein Tisch mit zwei Bänken und ein Butzenbett, in dem man abwechselnd und im Sitzen schlafen musste, weil natürlich nicht alle ca. 12 Bewohner hineinpassten

Und dass niemand sich einbildet, derzeit wäre es besser! Es ist nur anders.

Sommermorgen.

Schritte auf die Terrasse,
warm besonnt,
über die weiche
(trockene, mit Miniaturschafgarbe
und Klee und Hirtentäschelkraut beblühte)
Wiese gehen
und den Hühnern die Klappe öffnen

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Frage

„Hast du die Nachrichten mit Seehofer verfolgt?“, werde ich gefragt. „Ich habe den Eindruck, sie verfolgen mich. Und ich versuche, so gut wie möglich auszuweichen.“, antworte ich.

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