Sprüche.

Vom Bäcker aus ging ich am Blumenladen vorbei, dort hingen, wie in sämtlichen Deko- und Schnickschnackläden, in denen wir am Samstag beim W.-Marktbummel waren, weil es draußen so kalt war, Schilder mit Sprüchen. Entweder sind sie „lustig“ oder „lebensklug“ oder „tröstlich“. Sie sind es in Anführungszeichen, denn natürlich sind sie es nicht. Beispiel gefällig? Dazu bitte den Geruch nach „Schmalzkuchen in Pflanzenfett“, verkohlten Fleischspießen und Glühwein denken. 

„Eine Beziehung ist wie eine Wiese. Sie wächst und wächst, bis eine blöde Kuh kommt und alles zerstört.“ (Wer schenkt wem bitte ein solches Schild? Wer lacht darüber? So ein misogyn patriarchöser Mist.)

„Warte nicht auf den perfekten Moment. Nimm Dir den Moment und mache ihn perfekt.“ (Klassische Schuldzuweisung: Bist du unglücklich? Dann behandelst du die armen Momente falsch!)

“ ‚Liebe ist nie ohne Schmerz‘, sagte der Hase und umarmte den Igel.“ (Das enthält so viel Verschwurbelung, Romantifizierung und unerfüllbare Ansprüche, dass zu hoffen ist, sie drucken den Spruch nur auf Holzschilder, damit man wenigstens damit heizen kann.)

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Dann tausendmal lieber die unromantische, rohe, radikale Realität mit dem Geruch nach nassem Boden und geschmolzenem Schnee. 

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