Bemerkung

Bemerkung über die Fußballgeschichte (siehe weiter unten): Das ist genau das, was Frauen seit einigen Jahrtausenden immer passiert, wenn es darum geht, weibliche Anteile an irgendwelchen Leistungen zu benennen:

Wo sind die Komponistinnen, Philosophinnen, Malerinnen, Spitzenköchinnen, Filmemacherinnen?

„Wenn Frauen es genauso gut könnten wie Männer, wären sie auch da.“ „Dann bräuchte man auch keine Quote.“ „Das will niemand sehen.“ „Frauen interessieren sich halt nicht so dafür.“

Dass seit genau diesen Jahrtausenden Frauen über die verschiedenen Mechanismen des Patriarchats daran gehindert werden, diese und andere Leistungen auf ihre Weise, frei und freiwillig zu erbringen, wird negiert, bestritten und die Leistungen, die sichtbar werden, werden kritisiert anhand patriarchaler Maßstäbe und kleingeredet.

Die Frauen selbst werden mit nicht werkbezogenen Adjektiven „kritisiert“ – ihr Aussehen, ihr Alter, ihr Stand, letzten Endes ihre Fuckability werden als Maßstab herangezogen.

Frauen wurden von der Bildung abgeschnitten. Ihre Körper wurden benutzt, bewertet und durch Kleidung und Sitte an der freien Entfaltung gehindert (wie heute z.B. durch Verschleierung etc immer noch). Durch das ständige Gebären und die Pflicht, die Kinder alleine zu versorgen, wurde die Kraft für alles andere aufgezehrt (wer das nicht glaubt, kann es gerne mal selber versuchen, 20 Jahre lang jedes Jahr ein Kind zu bekommen…).

Universitäten, Schulen, Berufe waren einfach nicht zugänglich. Die Erbfolge war rein auf Männer ausgelegt. Und als Frauen dann arbeiten „durften“, blieb die Hausarbeit und die Versorgung der Kinder trotzdem ihr Anteil. Dafür waren sie dann mit 35 – 40 Jahren „verhärmt“ (auch gerne benutzt, um eine Frau zu kritisieren) und konnten nach ihrem frühen Tod durch eine jüngere Version ersetzt werden.

Rechnen wir dazu, dass Jungen im Glauben an ihre gottgegebene (die Theologien taten natürlich auch ihr Teil dazu) Überlegenheit, Mädchen in Bescheidenheit, als zum Dienen und Benutztwerden geboren, erzogen wurden und dass es Priveligierten immer wie ein Verlust erscheint, wenn anderen gleiche Rechte zugebilligt werden sollen, erklärt sich, wie sogar eine Bemerkung über Frauenfußball einen Ansatz bietet, die komplette Patriarchatsproblematik zu beleuchten.

Gleichzeitig bietet sie der Frau, die diese Gelegenheit wahrnimmt das ganze Spektrum der männlichen Wertungen ihrer Person und der Frauen allgemein (s.o.) und somit eine weiter Ent-Täuschung auf dem Weg der Patriarchatskritik: Auch die Männer, mit denen wir uns sicher fühlen (wollen) tragen die Missachtung, diese grundlegende Missachtung, die sie stets abstreiten, in sich. Sonst würden sie zumindest vernünftig über diese Themen reden können anstatt in ihr Bullshit Bingo einzusteigen. Das heißt also, nicht nachlassen, nicht nachgeben, nicht zurückrudern, immer weiter informieren, erklären, aufklären, stetig und radikal.


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