Schlaf.

Schlaf war auch Thema im Seminar Ende Mai, und auch bei mir in den letzten Jahren, da ich oft gar nicht gut geschlafen habe. (Seit dem Seminar übrigens schlafe ich wunderbar.)

Bei librivox höre ich gerne Hörbücher, die ein Hans Hafen vorliest, z.B. einiges von Fontane und auch die Märchen der Brüder Grimm*. Bei den Märchen ist eines, das mir besonders gefällt: Sechse kommen durch die ganze Welt. Es beginnt mit „Es war einmal ein Mann, der verstand sich auf viele Künste…“, und im ganzen Märchen kommt keine einzige Sache vor, die dieser Mann gut geschweige denn kunstvoll kann. Er kann lediglich total gut delegieren, heuert sich 6 Diener an, die alle eine Spezialität haben und gewinnt so das Geld und Gold eines ganzen Königreiches. Die Stelle, die ich besonders mag ist die, wo der „Laufer“ gegen die Königstochter um die Wette läuft. Auf dem Rückweg „überkam ihn eine Müdigkeit“ und da legt der Kerl sich mitten im Wettrennen hin und macht ein Schläfchen. Das nenne ich ein Schlaftalent.

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* Zu Märchen allgemein ist natürlich zu sagen, dass sie allesamt patriarchal verdreht sind, weise Frauen zu bösen Stiefmüttern und hässlichen Hexen gemacht wurden und das Erwachsenwerden junger Frauen zu Geschichten um Einsperren und Verzaubern, wie bei Rapunzel oder Jorinde und Joringel. Bei „Sechse kommen durch die ganze Welt“ fällt das weg, da die Geschichte ganz anders und eben keine typische Märchengeschichte ist. Da kann eine sich höchstens fragen, warum will der Jäger einer Fliege, die 2 Meilen weiter auf dem Ast eines Eichbaums sitzt, ein Auge herausschießen – das ist typisch patriarchal bös-dumm.

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