
Begleitbücher
Sie sind alt, zerlesen, verknickt, in ihnen steckt Sand aus verschiedenen Ländern (besonders der Sand aus der Camargue in der Sherlock Holmes Gesamtausgabe und der Sand aus Galicien im Krishnamurti), sie haben Flecken (Marmelade, Kaffee, Blut, Erde, Gras), sind gewellt, weil ich sie nachts oder im Regen draußen vergessen hatte oder sie mir kurz in die Badewanne gefallen sind. Und manche, wie der Klingsor, sind auch noch vollgeschrieben.

a cup of tea
Pfefferminztee an stürmischem Regennachmittag
nebenbei ist die Felsenbirne aufgeblüht
I’m going to sit with the mad hatter for a while.

Orakeln bei Aprilwetter

Manchmal findet eine Zeile den Weg in den Tag und summt herum. Heute ist es eine von Hilde Domin –
„dem Wunder leise wie einem Vogel die Hand hinhalten“.

Ostpreußen
Wut und Zärtlichkeit
Da gibt es ein schönes Lied vom Konstantin, allerdings gibt es auch den heutigen Tag in meinem Leben. Meine Fr…. Die gaußsche Normalverteilung macht wirklich vor nichts halt.
Um bei meinem Leisten zu bleiben: Was hat mich heute gefreut? Schlehenblüte, der erste C-Falter, an der Luft getrocknete Bettwäsche, ein Telefonat, ein intensiver Blick auch wenn es über eine Maske hinweg war, Wasser, Tiamat, der Dackel, der mich beim Hula Hoop Neubeginn angebellt hat, Sand unter den Füßen, mein bequemes Bett, in dem ich auch meine schlaflosen Nächte angenehm verbringe, die Erkenntnis, dass gemeinsames Müdesein auch schön wäre und nun vor dem Licht Ausknipsen noch der Gedanke, dass „Mut und Zärtlichkeit“ ein viel effektiverer Titel ist.

Glaubt nicht, dass die große Kraft der Wasser durch so ein bißchen Bojen- Sand und Stromleitungszeug gebannt sei. (Ich weiß, glaubt ihr, stimmt aber nicht. Und wenn sie ausbricht, werdet ihr euch wundern. Ihr macht mich gähnen.)
Den ganzen Tag
mitten im Frühling gewesen, mit Gedanken, Worten und Werken 😉

Tag- und Nachtgleiche
Nach vielen eiskalten Tagen mit Nordostwind, der bis ins Mark gebissen hat, wurde es plötzlich wolkig, feucht und mild, trotzdem brannte mein Feuer so gut wie selten. Zugleich stellte sich ein so tiefes, friedliches Wohlbehagen ein wie es in den letzten Jahren kaum vorkam, Stille, Leere, Fülle, alles auf einmal. Nun heißt es, vom Wollen auch ins Tun kommen. Frühling 2022. Da bist du. Und da bin ich.

Die Nilgänse und die Kormorane, die Austernfischer und die Kibitze, dazu die Störche. Im März ist ein großes Frühlingsgeschrei. Mein Vater hatte im Sauerland eine Liste gemacht, welche Vögel er beobachtet hat. (Als Kind war das schlimm für mich. Ich sagte zur Tochter der Nachbarn, wir waren beide 3 Jahre alt, „schau mal, eine Amsel“ und sie „bist du blöd, das ist ein Vogel“.) Ich habe auch eine gemacht, das sind die Vögel, die ich gesehen habe, seit ich in Ostfriesland lebe. Am meisten fehlen mir die Kraniche und die Milane. Aber ich werde sie dieses Jahr besuchen.
Blaumeise
Kohlmeise
Haubenmeise
Weidenmeise
Rotkehlchen
Gimpel
Austernfischer
Nilgänse
Buchfink
Zaunkönig
Braunelle
Star
Dohle
Rabenkrähe
Saatkrähe
Amsel
Singdrossel
Buntspecht
Grünspecht
Mittelspecht
Graureiher
Seidenreiher
Bläßhuhn
Kormoran
Teichhuhn
Schwäne
Haubentaucher
Stockenten
Kanadagänse
Graugänse
Rothalsgänse
Lachmöwen
Schwarzkopfmöwen
diese großen Möwen
Sperlinge
Lärchen
Kibitze
Zeisig
Kleiber
Bussard
Falke
Ringeltauben
Türkentauben
Rotschenkel
Brachvogel
Storch
Elstern
Schwanzmeise
Fischadler
Schwarzkehlchen
Über der fast aufgeblühten Felsenbirne und dem grünenden Weißdorn rast ein Düsenjäger durchs Himmelblau.
Im Auge des Sturms bade ich im Frühling und einem Gefühl des Aufgehobenseins.
