Erpressen lasse ich mich nicht,
auch Nötigung kommt nicht in Frage.

Und Höflichkeit ist außer Sicht
bei denen, die, wenn ich es sage,
wie es mir geht, von meiner Not,
nur lachen und ganz lapidar
Ergebung mir empfehlen.

Das ist dann Freundschaft, die mal war,
ist Trauer, als sei jemand tot
wie um verlorne Seelen.

Gerda Bareuther, bei der ich viele Jahre gelernt habe, hat zwei Sätze gesagt, die mir in der heutigen Situation (also seit 2 Jahren) sehr oft einfallen:

„Erpressung nimmt uns den tiefsten Lebensfunken.“ und „Wir alle haben ein Gefühl für: ‚Das ist nicht recht.'“

Die Menschen, die meinen, man solle sich doch Grundrechtsverluste, Koppelung von „Freiheiten“ an körperliche Eingriffe, Ausgrenzung von Menschen mit anderer Meinung einfach positiv denken, mitmachen und in seiner eigenen kleinen Blase leben, sollten das mal überdenken.

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Modranith (Mutternacht)

Ich habe eine CD, die ich zu Weihnachten gerne höre, weil die Lieder mich fröhlich machen. Eine ehemalige Kollegin hat sie mir vor vielen Jahren geschenkt. Ein südafrikanischer Kinderchor singt klassische und etwas neuere Weihnachtslieder auf eine Art und Weise, die eine zum Tanzen bringt. Ohne Kitsch und Brimborium. Heute habe ich ihr ein Foto von unserem Heiligabend geschickt und dazugeschrieben, dass die ganze Familie jedes Jahr nach dieser CD verlangt. Und sie antwortete, sie hören sie auch gerade. So bleiben manche Verbindungen über vermeintliche Kleinigkeiten bestehen.

06

Heute war wieder mal Corona Gipfel.

Ergebe ich mich der Trauer
oder gebe ich ihr Raum?
Ich gebe ihr den Raum,
den sie braucht,
den Raum,
der für sie gebraucht wird.
Wenn wir in diesen Zeiten
die Trauer beiseite schieben,
fügen wir den Verbrechen noch eines hinzu.
Das habe ich nicht vor.
Ich schaue Trauer und Wut und Freude an
und fühle, wie sie beginnen, gemeinsam
einen Weg zu schaffen.
Einen Weg zu schaffen
wie einen Wildwechsel,
wie ein Flußbett,
wie ein Delta,
wie ein Wind, in dem Bäume sich neigen.

Besuch.

Freya war zum Essen da. Freya ist eine kleine, schildpattfarbene Katze. Vor ein paar Jahren kam sie aus dem Tierheim zu uns. Und letztes Jahr hat sie beschlossen, nach schräg gegenüber zu ziehen und Einzelkatze zu sein. Meistens kommt sie einmal am Tag zu uns, nascht etwas und geht dann wieder. Zur Begrüßung wird Köpfchen gegeben und sie lässt sich streicheln.

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