Traum

Ich finde im Traum einen entzückenden Bioladen und möchte hineingehen. Eine Frau kommt heraus und fragt mich mit der allgegenwärtigen Geste nach meiner Maske, d. h., sie klatscht mit der flachen Hand auf ihren Mund unter ihrer Maske. Ich antworte, dass ich eine Befreiung hätte. Wirklich einlassen will sie mich nicht aber ich schiebe mich an ihr vorbei und kaufe eine dunkle Glasflasche mit einem kostbaren Öl darin. Ich zahle, stelle fest, dass ich keine Tasche dabei habe, eine Tüte kriege ich nicht, also laufe ich den Rest des Traumes mit der Ölflasche in der Hand herum.

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„Wie seid ihr so furchtsam?“ (Jesus)
Markus 4,40

Dies ist ein Text, der aus dreierlei Gründen entsteht:

  • meinem Tun als Patriarchats- und Maßnahmenkritikerin
  • meiner als Teenager unter Höllenangst, die ich niemandem wünsche, erworbenen Bibelfestigkeit
  • dem Schild an der Kirchentür meines Heimatortes, Zugang nur mit 3 G, Abstand halten, Ausweis und Impfpasskontrolle

Er richtet sich nicht an Kirchen in der Erwartung, diese ändern zu können. Ich halte Kirchen/Theologien für nicht reformierbar und trete für ihre Abschaffung ein. Er ist keine Satire und kein Lustigmachen über Menschen, die noch glauben. Ich versuche, die authentische, radikale (von Radix, Wurzel) und nicht patriarchale Position Jesu aufzuspüren, über die in der Bibel und natürlich von den Institutionen ein patriarchaler Guss gegeben wurde, der sie komplett verfälscht.

Ich habe aus diesen Gründen, und weil ständig irgendwelche Worte Jesu in mir aufstiegen, die ihn als genervten Querdenker ausweisen, die 4 Evangelien quergelesen und festgestellt, dass ich mich nicht getäuscht habe; Jesus wäre mit uns jeden Sonntag und Montag (das sind so meine Tage) spazierengegangen und hätte wahrscheinlich schon etliche Bußgelder kassiert. 

Als erstes fällt natürlich auf, dass Jesus keinerlei Berührungsängste mit potenziell ansteckenden Menschen zeigt. Er hätte niemals ein Schild an die Tür gehängt, wie es seit 2 Jahren an Türen von Arztpraxen, Kirchen und manchen Geschäften zu sehen ist, dass man mit „Symptomen“ nicht hineindarf sondern entweder draußen warten muss, einen Hintereingang benutzen oder wie z.B. in Frankreich, wieder nach Hause gehen muss und da abwarten, bis man keine Luft mehr bekommt (keine Medikation, keine Tipps, Behandlungsverbot) und dann den Krankenwagen rufen. 

Ich verweise auf Matthäus 8, Markus 1, 40 und 4, 40 sowie Lukas 4, 40: Jesus begegnet jeder Menge Aussätziger (diese Menschen hatten Lepra, das war damals nicht behandelbar und die Finger und andere Sachen faulen und fallen einem ab), „Menschen mit mancherlei Seuchen (!!!)“   und der fiebernden Schwiegermutter des Petrus. Bei allen heißt es „und er rührte sie an“ oder „und er legte auf einen jeglichen die Hände“. Ohne Maske. Ohne Angst. Ohne Zeigefinger, was sie sicher alles falsch gemacht haben und wem sie einen Platz in der Leprakolonie wegnehmen.

Er hat seine Hände auf die Kranken gelegt. Und dann? Dann ist er hingegangen und hat gegessen. Hat mit seinen JüngerInnen und verachteten Menschen zusammengesessen und gegessen, z.B. Brot. Ohne sich vorher die Hände zu desinfizieren. Markus sagt es im 7. Kapitel, Vers 2: „Und da sie (die Pharisäer) sahen etliche seiner Jünger mit ungewaschenen Händen Brot essen…“ Und die erste Reaktion der Katholiken auf Corona war, die Weihwasserbecken zu leeren, damit niemand mehr das heil(ig)ende Wasser verteilen kann. 

Bei Lukas können wir im 11. Kapitel, Vers 39 lesen, was er in einem Interview dazu gesagt hätte (das Interview würde in den gängigen Medien weder gesendet noch gedruckt): „Ihr Pharisäer haltet die Becher und Schüsseln auswendig reinlich, aber euer Inwendiges ist voll Raubes und Bosheit.“ 

Jesus hatte einige tapfere GefährtInnen um sich gesammelt, die konsequent mit ihm lebten, was er mitbrachte. Viele fanden ihn bewundernswert, bzw dachten sich, er könnte Recht haben, wollten sich aber nicht wirklich anschließen, das reicht von dem reichen jungen Mann, der sich von seinen Gütern nicht trennen konnte bis zu Pilatus, der keine Schuld in ihm fand aber auch kein Problem hatte, ihn zu geißeln und zu kreuzigen. Dazwischen finden sich die Mitläufer des Systems, die zusahen, die wegsahen, die zögerlich waren. Und die, die dachten, sie könnten die „Heilslehre“ (die Änderung des Systems) bekommen und gleichzeitig in ihrer kleinen Komfortblase weiter vor sich hinwursteln. „Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt zum Reich Gottes“ lässt Lukas Jesus im Vers 62 des 9. Kapitels sagen. Modernere LehreInnen drücken es so aus: „Du kannst nicht entlernen, was du gelernt hast.“ 

Da wir ausdauernd und extrem seit fast 2 Jahren mit Ausdrücken beschimpft werden, bei denen „Leerdenker“; „Schwurbler“, „Omamörderin“ und „Aluhutnazi“ sowie das berühmte auch von Politikern gerne benutzte „Covidiot“ (Frau Eskens, SPD Vorsitzende war mit die erste) noch harmlos sind, möchte ich auf eine sehr klare Aussage Jesu verweisen: „Wer aber zu seinem Bruder sagt: „Hohlkopf“, der ist des Rats schuldig, wer aber sagt, „Du Narr!“, der ist des höllischen Feuers schuldig.“ (Matthäus 5, 22) Vielleicht möchte unser ehemaliger Bundespräsident sich schonmal vorbereiten, der Impfpflichtgegner als Bekloppte bezeichnet. Eigentlich müsste er diese Bibelstelle kennen.

Selbstverständlich hätte Jesus die Flatterbänder, mit denen Altenheime eingewickelt wurden, damit niemand mehr seine Angehörigen oder Freunde dort besuchen kann und damit die alten Leute nicht ihre kleine Runde um den Block drehen können, zerschnitten. Er wäre in die Pflegeheime und Krankenhäuser gegangen, wo Menschen jeden Alters alleine und verzweifelt lagen und wo so viele alleine und fassungslos darüber, dass sie verlassen wurden, gestorben sind. Die Schuld derer, die das zugelassen haben, hängt ihnen um den Hals wie ein Mühlstein. Dagegen fallen die unanständigen Regelungen, was Übernachtungen, Restauraunts usw. angeht, kaum ins Gewicht, aber Jesus erwähnt sie auch:

„Ich bin ein Gast gewesen und ihr habt mich nicht beherbergt. Ich bin krank gewesen und ihr habt mich nicht besucht.“ Matthäus 25, Verse 42 und 43

Hier ließe sich ergänzen: „Ich bin auf der Straße bewusstlos geworden und ihr habt mich (nach Anweisungen von WDR, Quarks etc,) nicht beatmet sondern mir ein Tuch aufs Gesicht gelegt.“

Ich schließe im Gedanken an die Gemeinden, Städte und Kreise, die sich überlegen, Spaziergänge mit Waffengewalt aufzulösen (wie z.B. Ostfildern) mit einem Wort aus Lukas 10, 12:

„Ich sage euch: Es wird Sodom erträglicher gehen (beim Jüngsten Gericht) als solcher Stadt.“ 

Ich liebe euch so, meine verwundeten HeilerInnen, meine Jane, mein Merlin, die Katze und der Hund, die trotz aller und mehrfacher Diagnosen und Prognosen leben und mich so achtsam und liebevoll begleiten. Wie oft habe ich euch losgelassen und ihr wahrscheinlich auch mich. Meine GefährtInnen. Danke.

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Herzzeit

Ich bin so berührbar geworden
Die winterkahlen Bäume
mit den blühenden Haseln dazwischen
stehen im Nebel
Wo Kyrill vor fast genau 15 Jahren tobte
sieht es immer noch apokalyptisch aus
(umgerissene Monokulturen)
aber nicht halb so sehr wie in den Städten
Ich stehe als eine Beobachterin
auf der Brücke meines inneren Schiffes
und teste
wo kann ich sein
wo darf ich rein
wer erkennt wie es mir nach 2 Jahren
Machenschaften geht
Die Spreu trennt sich vom Weizen
sagt Sieglinde die Künstlerin
und sie hat recht
es ist nur verdammt viel Spreu
und wir werden das nicht vergessen
da werden 15 Jahre nicht reichen
länger als bei Kyrill wird die Heilung dauern
Erinnern werde ich immer
die freien und
die zugewandten Menschen
die überraschend auftauchenden Freundlichkeiten.

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„Und was macht ihr so?“

Die Familie lässt sich „boostern“ und ich demonstriere für die Grundrechte. Auch damit sie sich bald trauen, mit der Boosterei aufzuhören.

Ansonsten sehe ich viele Kormorane. Höre Meisen die ersten Frühlingstöne singen (und ich singe auch wieder, nachdem mir fast 2 Jahre lang die Stimme im Hals steckenblieb). Stand auf einer winterlichen Wiese.

„You may say I’m a dreamer
But I’m not the only one
I hope someday you’ll join us
And the world will be as one“

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Alles kann ein verwunschener Ort sein,
auch eine Bank in einem Winkel
am Wasser.
Ich habe heute den ersten Specht hämmern gehört,
die ersten aufblühenden Krokusse gesehen
und ein Kormoran flog in einem wichtigen Moment
über mich hinweg,
Zeichenvogel. Vogelzeichen.

Wie die Fettaugen auf der Brühe
schwimmen heute versunkene Worte oben
an einem Tag voll Kommunikation.

„Verve“ ist eines dieser Worte.

Lieder mischen sich dazu,
gerade höre ich Degenhardt
„ich lebe hier und lebe gern, schon weil die andern Vaterländer auch bloß Vaterländer sind“.

Havellandpläne regen sich wieder,
Meisen singen oben in die Büschen
und mein Herz erzählt mir vom Leben.

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Und ich hatte als Kind einen Flummi,
der war orangesonnenrot
und wenn ich ihn auf den Boden knallte,
dann waren alle Ängste tot.
Ich hatte auch einen,
der sah aus wie die Erde,
ein Miniglobus,
und den verschoss
ich eines Tages in die wilde Böschung,
steil und vernesselt und verbrombeert.
Und in den Hang stieg,
weil ich weinte,
ein Nachbar
mit der Sense
und sichelte,
bis er den Flummi gefunden hatte.
Ich glaube,
deswegen schreibe ich ihm morgen mal eine Karte.

Vor vier Jahrzenten,
ich war noch ein Kind,

träumte ich:
mein Herz läge außerhalb meiner Körperin
und ich hielt es pochend und warm in meiner Hand

(ich mag nicht gerne den Puls fühlen)

und jemand kam

bis heute weiß ich nicht, wer,

und sagte:

gib es mir, ich trage es für dich. Und ich vertraute.