Kalt.

Der Wind springt mir in den Kragen
und beißt mich in den Hals,
vor dem Grau in Grau in Grau
leuchten die welken Kastanien- und Ahornblätter am Boden,
die Nadeln des kleinen Mammutbaums auch,
die letzten Birkenblätter,
früh fällt Dunkelheit in den Tag
und zieht die Stunden in die Länge.

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Kurze Tage
frühe Nacht
manchmal denke ich,
das sollte anders sein
und dann wieder,
viel öfter,
halte ich inne
und die Novemberfarben
die Luft
aus Winteranhauch
fallendem und moderndem Laub
das Vergehen
das Drehen des Rades
der Spirale
entzücken mich
und alles ist wie es ist wie es ist.
Und abends
genieße ich dann halt
noch einen Spaziergang in der Dunkelheit,
den Sessel unter der Lampe
und ein Wiederlesen
alter Lieblingsbücher.

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Wenn.

Wenn die Zeit des Wurzelgebens vorüber ist,

kann eine noch den Raum halten

und den großen Kindern Wurzel sein.

Wenn die Zeit des Flügelgebens vorüber ist,

kann eine noch ums Fliegen wissen

und den großen Kindern Flüge zutrauen.

Wenn die Zeit des Stillens vorüber ist,

kann eine noch Stille leben

und den großen Kindern Platz geben

für Schweigen und Worte

für Gemeinsamkeit.

Das. kann. eine. Mutter.

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So.

Nun ist der hinterherbummelnde Seelenanteil auch wieder hier angekommen. Es war etwas stressig, weil ich fast jeden Tag mit 1 – 2 Katern zur Tierärztin musste (einmal Abszess, einmal eine Verätzung an der Zunge – da hat wohl ein Nachbar mit etwas Giftigem herumgespritzt). Die blasser werdenden Novemberfarben sind so schön, es hat jetzt reichlich geregnet und soll am Wochenende wieder sonnig sein, dann will ich spazierengehen.

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Bloglahm.

Es hatte viel geregnet, es ist einiges zu tun, ich war melancholisch, weiß auch immer nicht, will ich oder will ich nicht die Weltlage kommentieren… Nun steht eine Reise an. Wenn es klappt und ich mag, blogge ich von unterwegs.

Heute war ein zauberhafter Oktobermorgen. Auf dem Weg zu einem Termin trat ich ein paar Schritte zur Seite und genoss die Luft, die Farben, das Licht.

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Oktober.

Die Schwelle in den Herbst
ist überschritten,
der erste Nachtfrost lag auf Gras
und Autoscheiben,
auf den Feldern treffen sich die Seidenreiher,
und Gänse fliegen, harmonische Keile am Himmel.
Es regnet viel,
ich bin noch nicht ganz fertig
mit dem Sommerabschied
und wünsche mir lange Spaziergänge
mit guten Gesprächen.

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Interessant:

Nach einem Tag Smartphonekarenz greife ich nicht mehr danach, habe viel gelesen, mit Genuß einen Film gesehen, geschrieben und ein Sonderheft der „Flow“ durchgearbeitet, ohne mich irgendwie ablenken zu lassen – außer durch die Katzen beim Spielen, der Minikater ist in Hochform und durch ein Huhn, das im Busch übernachten wollte und herausgeholt werden musste. Wenn dann übermorgen das neue gebrauchte Handy ankommt, werde ich mir genau überlegen, wie(viel) ich es nutzen werde.

(„Schweigend Spinnen, Magie der Stille“ wäre doch auch ein schönes Thema für ein Wochendende oder so, „Ohne Handy, ohne E-Mail, ohne Uhr“ hatte ich vor Jahren schon mal als Arbeitstitel.)

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So was…

Um mich noch besser auf andere Dinge konzentrieren zu können, verzichte ich in den nächsten Tagen aufs Smartphone. Etwas unfreiwillig allerdings, da es heute Vormittag auf einmal aus- und nicht wieder anging. Also liege ich lesend unter dem aufs Dachfenster prasselnden Landregen. Letzte Nacht träumte ich von vielen, wild verstreuten, sehr hübschen bunten Wollsocken.

 

Ceterum censeo…

Ich sitze mit Papier und Kolbenfüller am Schreibtisch und notiere mir Blog- und sonstige Adressen im Internet, die ich wichtig finde und an die ich denken möchte, wenn ich es dann endlich irgendwann geschafft habe, Facebook, wenn auch nicht zu zerschlagen, so doch zu verlassen. Unglaublich, was für eine Adhäsionskraft das hat. Von den schönsten (oder mir liebsten) Fotos habe ich Papierabzüge bestellt. (Eigentlich sind ja alle noch sonstwo in Ordnern, Fotobüchern, auf Sticks, es ist einfach eine gute Gelegenheit, mal wieder anfassbare Fotos zu bekommen.)

Wechsel-, Wandel-, WeberInnenzeit.

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