Eichelhäher

Eichelhäher kreuzen meinen Weg. Als Tierbotinnen sagen sie: Achte auf dich.

Ich achte: Wo falle ich heraus aus mir? Mich betrübt und ärgert vermehrt die menschliche Rücksichtslosigkeit. Es werden Wunden in die Erde gerissen, um eine neue Fahrspur zu gewinnen (oder ganz grauenhafte Wunden für den Abbau von Braunkohle oder Metallen für unsere Smartphones), die Leute essen immer noch Fleisch von kranken, gequälten Tieren, Vorgärten werden mit Steinen und Beton zugeschüttet, Osterfeuer werden nicht umgeschichtet, Behörden erlauben das Abholzen von alten Alleen, von Gehölzen voll belegter Vogelnester, es wird gerast und überholt und überfahren, dazu die ganzen Waffen und Kriege und irren Regierungschefs und religiös Wahnhaften, es wird den Frauen von einer lächerlichen Bank und einem noch lächerlicheren Popanzgericht die Anrede, das Wort, verweigert,….. Was ist mit meinem Fokus? Was passiert, wenn ich ihn auf diese Dinge richte? Was passiert, wenn ich ihn nicht darauf richte? Ich merke: Ich muss wieder mehr das ansehen, was gut ist, was klappt, was hilft. Damit stärke ich diese Dinge und mich. Trotzdem kann ich nicht ganz aufhören zu widersprechen.

Konstantin Wecker hat es in seinem Lied „Wut und Zärtlichkeit“ gut ausgedrückt:

„Kann man wütend sein und weise,
laut sein und im Lauten leise,
macht gerechter Zorn nicht müde,
ist vielleicht nur Attitüde?“

Vielleicht brauche ich noch ein paar Eichelhäher, um klarer zu werden.

13522829_1083237861715052_4408313015535265632_o
Naja, und Katzen. Denn, ihr wisst schon: Katzen sind eine weit überlegene Rasse. 

 

 

„Books!“, said Tuppence

Ich war heute mit meinem Vater in einem Antiquariat. Es war sehr klein und sehr, sehr voll. Also sehr voll. Bücher in Regalen, Bücher auf Stapeln, Bücher auf Stühle gestapelt, Bücher auf Bücherstapel gestapelt, ein paarmal war ich kurz vor dem Umkippen, weil da, wo ich den Fuß hinsetzen wollte, wieder ein Bücherstapel war. Und bunt durcheinander, wir mussten wirklich alles anschauen, denn nichts war sortiert. Und: Wir haben es geschafft mit insgesamt nur 2 Büchern rauszugehen (allerdings nur, weil es noch ein tüchtiger Spaziergang zurück zum Auto war, das nächste Mal parken wir näher). Ich habe ein mir unbekanntes Buch von Johanna Spyri ergattert, eine schöne alte Ausgabe, die gut zu meinen anderen Spyri Ausgaben passt, und mein mein Vater eines über die Vögel des Wattenmeeres. Schön war es und wir hatten Spaß. Es macht einfach Freude, mit jemandem unterwegs zu sein, den alles interessiert.

Türkentaube
Feenhaft zauberhaft sind sie.

Wieder zuhause.

Nach einer kurzen, gut gefüllten Reise bin ich wieder da. Es ist eiskalt und sonnig, gestern Morgen brach ich im tiefen Schnee auf und fuhr, je weiter ich nach Norden kam, immer mehr ins schneelose und sonnige Wetter hinein. So dreckig war mein Auto noch nie, irgendwie ein schmieriger Streusalz-Tauwasserüberzug, ich musste mehrmals halten, um die Scheiben abzuspülen. Es gab geliebte Landschaften, Frühlingseindrücke, gute Begegnungen und Gespräche, ich habe gelesen und geschrieben, war in der Sauna und bin spazierengegangen.

Unter meinem Fenster saßen Katze und Elster, über den Friedhof in Ettenheim flog ein Storch mit Nistmaterial zum Kirchendach. (Storch mit Smartphone knipsen…. Glaubt mir einfach, dass es so ist.)