„Books!“, said Tuppence

Ich war heute mit meinem Vater in einem Antiquariat. Es war sehr klein und sehr, sehr voll. Also sehr voll. Bücher in Regalen, Bücher auf Stapeln, Bücher auf Stühle gestapelt, Bücher auf Bücherstapel gestapelt, ein paarmal war ich kurz vor dem Umkippen, weil da, wo ich den Fuß hinsetzen wollte, wieder ein Bücherstapel war. Und bunt durcheinander, wir mussten wirklich alles anschauen, denn nichts war sortiert. Und: Wir haben es geschafft mit insgesamt nur 2 Büchern rauszugehen (allerdings nur, weil es noch ein tüchtiger Spaziergang zurück zum Auto war, das nächste Mal parken wir näher). Ich habe ein mir unbekanntes Buch von Johanna Spyri ergattert, eine schöne alte Ausgabe, die gut zu meinen anderen Spyri Ausgaben passt, und mein mein Vater eines über die Vögel des Wattenmeeres. Schön war es und wir hatten Spaß. Es macht einfach Freude, mit jemandem unterwegs zu sein, den alles interessiert.

Türkentaube
Feenhaft zauberhaft sind sie.

Wieder zuhause.

Nach einer kurzen, gut gefüllten Reise bin ich wieder da. Es ist eiskalt und sonnig, gestern Morgen brach ich im tiefen Schnee auf und fuhr, je weiter ich nach Norden kam, immer mehr ins schneelose und sonnige Wetter hinein. So dreckig war mein Auto noch nie, irgendwie ein schmieriger Streusalz-Tauwasserüberzug, ich musste mehrmals halten, um die Scheiben abzuspülen. Es gab geliebte Landschaften, Frühlingseindrücke, gute Begegnungen und Gespräche, ich habe gelesen und geschrieben, war in der Sauna und bin spazierengegangen.

Unter meinem Fenster saßen Katze und Elster, über den Friedhof in Ettenheim flog ein Storch mit Nistmaterial zum Kirchendach. (Storch mit Smartphone knipsen…. Glaubt mir einfach, dass es so ist.)

Tief.

Eigentlich wollte ich bei Facebook nur was zur Fütterung von Wassergeflügel schreiben, weil hier die Leute auch völlig informationsresistent ganze Toastbrote in die Kanäle schmeißen. Dann wurde aber das daraus und das passt mir besser hier als bei fb.

Menschen. Wenn es Spaß macht oder Geld bringt oder „immer“ schon so war, tun sie es einfach. Ob das Brotfütterung ist, Billigfleisch essen, egal, wie die Tiere leiden, auch wenn sie es wissen, Bäume fällen wie die Bekloppten, die Felder und Wiesen in Gülle ertränken, Kartbahnen auf Kreuzfahrtschiffe bauen, damit die reichen dicken Reisenden sich fühlen können wie an Land, während das Schiff soviel auspufft wie alle Autos in Deutschland zusammen, Waffen herstellen und liefern, Genitalverstümmelung, Panik vor dem Wolf und allem, was sonst einwandern könnte, verbreiten, der Pharmaindustrie Geld in den gierigen Schlund stopfen, Prostitution und Pornoindustrie völlig normal finden, in Kriege ziehen (und sich dann wundern, wenn Soldaten traumatisiert wiederkommen), Stadttauben treten, Fußballstars reich machen, während Menschen in Pflegeheimen verrotten, Kinder immer mehr auf Leistung trimmen (und sich dann wundern, wenn immer mehr Kinder krank an Leib und Seele sind), ihre Katzen nicht kastrieren lassen.

Ich richte gerne und auch bewusst den Fokus auf Gutes. Manchmal will auch das andere angeschaut werden. Wenn es nämlich anfängt, im Hintergrund zu gären und zu wabern.

Bewusst hinschauen, akzeptieren, dass es wirklich schlimm ist. Und dann? Dann wieder Fokus richten, nächster Schritt, nächste Entscheidung, nächste Nische, nächste Chance.

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Bücher.

Es war ein anstrengender Tag. Ich sitze im Bett und lese, die Füße auf dem Kirschkernkissen, die Katze auf der linken Schulter. Ich lese einen Fund aus dem offenen Bücherschrank. Neulich habe ich ja einiges hingebracht und dabei „Villa Oma“ von Ilse Kleberger gefunden. Ich habe noch alle 3 Oma-Bände aus meiner Kindheit, aber bei der Villa fehlt die letzte Seite. Und der Sammelband, den ich für die Kinder mal nachgekauft habe, ist nicht so schön. Also. Ich liebe gute Kinderbücher und „Villa Oma“ gehört definitiv dazu – allein die Geschichte, wie sie ein Wundermuseum einrichten, ist schon für sich so schön. Und die liebevoll beschriebenen Charaktere.

Und wenn es gleich aus ist – Querleserinnen können ja nicht so lange an einem einzelnen Taschenbuch lesen, liegt schon der zweite Band von Nury Vittachis „Feng Shui Detektiv“ hier (manchmal zieht ein Besuch beim offenen Bücherschrank Folgekosten nach sich, wenn die Menschen dummerweise nur einen Band einer vielversprechenden Reihe dort abstellen). Klug, gut beobachtet, spannend und mit Gelegenheiten, beim Lesen laut zu lachen.

Was wollte ich eigentlich sagen? Ach so, Bücher: Wenn der Tag schwer war, tröstet ein gutes Buch mehr als Filme, Internet oder Smalltalk.

Ja, es ist kalt.

Schön sonnig, trocken und kalt, ab und zu pustet der Wind einige Schneeflocken auf die Landschaft, das sieht wunderschön aus. Leute, es ist WINTER. Da kann es schonmal unter Null sein. Manchmal habe ich den Eindruck, egal, was es ist, die Menschen wollen sich drüber aufregen. Und wenn es Frost im Winter ist.

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Natürlich brauchen die Hühner öfter wieder nasses Wasser bei dem Wetter 😉