Manchmal möchte ich mich drehen wie in einer Zentrifuge, damit alles, was nicht zu mir gehört und was ich nicht anhaften haben will, wegfliegt. Schütteln, Zischen, Stampfen hilft auch schon gut.

Manchmal möchte ich mich drehen wie in einer Zentrifuge, damit alles, was nicht zu mir gehört und was ich nicht anhaften haben will, wegfliegt. Schütteln, Zischen, Stampfen hilft auch schon gut.


Ich schlendere am Fluss entlang und bade in der Stille,
geruhsam atmend Schritt um Schritt und bade in der Fülle.
Ich lese „Namen, die keiner mehr nennt“ von Marion Gräfin Dönhoff und muss ganz oft schlucken. Das Buch kommt aus dem offenen Bücherschrank (natürlich steht es auch nochmal bei meinem Vater), dort habe ich in der letzten Zeit viel Dönhoff gefunden. Unsere Vater-Tochter-Reise nach Masuren ist schon fast 6 Jahre her und doch ganz nah.






Garten im Frühjahr,
Wunderplatz des Wachküssens.
Ameisen, Gänseblümchen, Moos und Mücken,
Tischtennisplatte, Nistkästen,
Mirabellenblüte
und Hühnereier.

Ich konzentriere mich darauf, in der Sonne, in all dem Blühen und Summen zu entspannen, meine englische Gartenzeitschrift und „Die Erfindung der Götter“ zu lesen und mich zu freuen. Merlin hilft mir dabei, indem er mir alle 3 Minuten seinen Ball aufs Buch legt.
Wir hatten uns zum „Frühstück um 9“ mit Freunden verabredet, ohne an die Zeitumstellung gedacht zu haben. Also waren wir für einen Sonntag ziemlich früh frühstücken und noch früher wach, da sich zwar die Uhr an meinem Handy automatisch umstellt, dabei aber leider den Weckton nicht mitnimmt. Der Wecker für Janes Tablette ging daher wie immer um 6.30 Uhr an, eine Stunde zu früh für die Tablette. Damit, denke ich, habe ich diesmal die Umstellungsanpassungsschwierigkeiten an einem Morgen erledigt.
Am Dienstag muss ich Jane nochmal in die Tierklinik bringen, sie will gar nicht fressen und hat erhöhte Nierenwerte. Gedrückte Daumen, Fernheilung und Sonstiges werden gerne und dankbar genommen.
Das Frühstück war sehr schön und ergiebig, und gleich gehen wir in der milden, leicht diesigen Frühlingsluft ein bißchen wandern und stöbern.

hunderte von bienen summen
es duftet nach frühling
ich wate im fluss nach vielen wanderkilometern


Mitten im Supermarkt glitzert mich der Stechlin an. Ich hocke mich hin (die Flaschen stehen ganz unten) und schüttele eine sacht. Kopfüber. Wie eine Schneekugel. Danziger Goldwasser. (Einmal vor Jahrzehnten probiert, schmeckt mir gar nicht, aber es sieht so hübsch aus. Und, wie gesagt, der Stechlin.)
Und jetzt.
Vom Hühnergackern aufgewacht und in den Garten gelockt worden. Überall wächst es. Winzigste Schafgarbenblättchen recken sich aus dem Boden, Gänseblümchen kommen scharenweise ans Licht. Knospen und noch mehr Knospen. Ein Specht hämmert übers Feld hinweg, Blau-, Schwanz- und Kohlmeisen huschen, Fliegen fliegen, Hummeln summen, ich atme, dehne mich und hole ein Ei aus dem Hühnerstall – es gibt Buchweizenpfannkuchen.
ist Serge einfach schneller – also gibt es heute einen Lesetipp: „Who owns your happiness“ auf der Seite skahili.blogspot.com
Für mich gerade genau richtig.


Im Zwiegespräch mit einem Huhn löst sich vieles auf. Unwichtiges Zeug wie Sorgen, Eile oder Stress. Dafür verdichtet sich das Jetzt. Wise little hen.