Und wie. Ich wandere von einem warmschattigen Platz zum anderen, gefolgt vom Gartenkater.

Und wie. Ich wandere von einem warmschattigen Platz zum anderen, gefolgt vom Gartenkater.

Mir hängt es zum Hals raus. Heute habe ich eine Mail im Postfach, in der mir eine Ausbildung zur „Spirituellen Heilerin“ angeboten wird, mit einem Inhalt, dass sich mir die Ränder kräuseln. Da gibt es für lächerliche 2000 € die Garantie, von der Trancereise bis zur Auramanipulation und dem Entdecken und Lösen sämtlicher Blockaden alle Krankheitssymptome verschwinden lassen zu können. So geht es doch nicht, Leute. Erstens hat jede ihren eigenen Weg – des Lebens, des Lernens und des Heilens. Heilen heißt nicht, Hokuspokus, weg ist der Pickel. Zweitens ist dieses Überstülpen von Methoden etwas, das ich immer weniger mag, je mehr ich selber lerne und erfahre. Auch der verschulte Rahmen, in dem dieses Angebot stattfinden soll, stößt mich ab. Leute, bei und von denen ich viel gelernt habe, sind die, die in ihren Methoden, Sichtweisen, Meinungen weder dogmatisch noch starr sind. Es handelt sich nicht um ein braves Lernen bei einer guruartigen Figur sondern um Miteinanderereleben von Ursachen, Wirkungen, ein Weitergeben von Informationen, wobei jede auf ihre ganz eigene Art damit umgeht. Das ist selbstverständlich. (Natürlich kann es trotzdem sein, dass eine durch so einen Kurs und auch seine Widersprüchlichkeiten den richtigen Anstoß erhält, den für sie richtigen Anstoß. Ich gebe und besuche sowas trotzdem nicht (mehr).)
Sie waren so niedlich und zahm und haben sich glaube ich auch ganz wohl gefühlt bei uns, trotzdem möchte ich keine kleinen Käfignager mehr halten und eigentlich haben wir jetzt auch genug Tiere. Daher habe ich heute nur ein bißchen Wasser und Dosenbrot gehamstert. Warum? Erstens verbraucht sich sowas eh – Wasser sowieso und Dosenbrot ist toll fürs Camping – und zweitens kann ich nun total entspannt auf die Panikhamsterberichte reagieren. Als ich schwanger war und die große Technikkatastrophe für 2000 vorhergesagt wurde, habe ich Zeug gelagert, das gar nicht schmeckt, sowas passiert uns nicht mehr. Pumpernickel, Nüsse (der Hasel ist VOLL), Mirabellen im Glas, es gibt schon auch feine haltbare Sachen.


Es blüht im Wasser. Ab und zu schwimmt ein Grasbüschel zügig neben mir vorbei – dahinter ist dann immer eine Wasserratte, die es schiebt. Was tun sie mit all dem Gras? Die jungen Schwäne sind schon richtig groß, die Wasserhuhnküken (2. Brut) auch. Reiher stehen wie zu jeder Jahreszeit wartend da.
Seit über 30 Jahren lese und liebe ich „Effi Briest“, aber erst jetzt habe ich das Gedicht, das Crampas erwähnt, als Effi die Bojen mit Vineta in Verbindung bringt, nachgelesen. Das „Seegespenst“ von Heine:
https://www.staff.uni-mainz.de/pommeren/Gedichte/BdL/Nordsee-10.html
Dass es auch zeigt, wie wir immer wieder gerne und leicht von idyllischen Bildern nach „Unsere kleine Farm“-Vorbild in die Irre geführt werden, auf sie hereinfallen (Hutterer, Amish, Alm-Öhi nach seiner Bekehrung, …) in die Irre geführt werden, wusste ich bisher nicht. Nun weiß ich es. Gutes Gedicht.


Sanft sagt der Sommer
und lange
dass das Rad sich weiterdreht
morgens kühlt er den Tau
auf dem Gras
dass meine Füße
auf dem Weg zu den Hühnern es merken
die Tomaten röten sich
und die Beeren
der Hollerin werden
langsam dunkler
mittags ist es heiß
und Hochsommer
das ist August
Ich sitze so gern bei den Hühnern
und höre ihnen zu
beim Gackern und Rupfen
beim Flattern und Zupfen
beim Löwenzahnpicken
beim Erde Wegkicken
ich sitz gern in Ruh
bei den Hühnern.

Es ist schön und nass. Viel Wasser von oben. Heute habe ich einen wunderbaren Vormittag erwischt, war lange an einem einsamen Strand und danach kurz in der Sauna. Jetzt bin ich tiefentspannt, trinke einen Kaffee, schaue dem Regen beim Bladdern zu und lade meine Fotos hoch – flickr streikt offensichtlich, da geht es leider grad nicht.
Dinge bewegen sich, verschwinden, materialisieren sich. Vor allem merke ich das bei Schmuck. Meine Kette mit dem Chartres-Labyrinth-Anhänger war jetzt SO lange unterwegs. Heute Morgen tauchte sie in meinem schwarzen Rucksack unter dem Rasselei auf. Im gleichen Rucksack war schon das Beutelchen mit dem Pendel drin wiedergekommen, scheint ein beliebter Platz für so etwas zu sein.

Heute Morgen habe ich eine kleine Trancereise zum Ahninnenhaus gemacht – daraus wurden über 2 Stunden Tranceschlaf und -träumen. Die Antworten und Bilder, die dieses Ahninnenhaus bringt, die Begegnungen darin, sind erstaunlich, klar und magisch.
Neben der Tür stand ein großes hölzernes Wagenrad.
