Atmen.

Atmen und weiter Himmel, dazu noch weites Meer, weite Wiesen mit Rehen und Hasen und Fasanen, Wiesen am Deich mit Kaninchen, Möwen, Austernfischer und Enten im Watt, und den langen, langen Spaziergang begleiten Lerchen mit ihrem Gesang.

Zum Kar-Freitag

empfehle ich dringend die Lektüre dieses Beitrags von Kirsten Armbruster:

Matrifokale Gedanken zu Kar-Freitag

Wenn dieses Wissen doch wenigstens parallel an Schulen vermittelt würde. Wie viele Jahre hatte ich als Kind und Jugendliche das Gefühl, da stimmt etwas nicht an der Religion, an diesem angstmachenden Konstrukt aus Unlogik, Drohung und Männermacht, und niemand konnte mir sagen, was die Alternative sein könnte. Ich bin dann selber (in jahrelangem Lernen, Suchen, Finden, Probieren, durch die Ängste Hindurchgehen) draufgekommen und freue mich immer, wenn ich solche Texte wie von K. Armbruster finde, weil sie so schön klar sind. Sie sind logisch und das, was ich sehe, was ich erlebe, erfühle und erinnere, bestätigt sie.

Wir werden heute Eier färben. Lauter bunte Eier als Frühlingstupfer am nassgrauen Märztag. Auf den weiten Wiesen sind die Hasen unterwegs (und die Kaninchen auch). Und Gänse und Stare, Schwärme von hunderten von Staren.

 

Also.

In der letzten Zeit singen im Radio viel zu viele Männer schlechte Schlager. Oder Songs. Oder Lieder. Stimmlich nicht berauschend und mit Texten, die plump die Reime verpassend vor sich hindümpeln. „Ich schrieb die ersten Songs und wusste, ich bekomme eine Chance.“ Zwei meiner Lieblingsjeans haben ein Loch am Knie. (Eine dritte hatte auch eins, die ist jetzt bereits eine Shorts.) Deshalb dachte ich, ich schau mal nach einer neuen und bin ohne Hose wieder aus dem Laden gegangen, denn alle hatten  – mindestens ein Loch.

Außerdem waren wir in Köln, mein großer Sohn und ich.

 

Schwingung.

Ich habe beschlossen, ich sage nun wieder „Schwingung“, wenn es um Schwingung geht und höre auf, mich mit Atmosphäre und anderen Konstruktionen darum herumzumogeln, nur damit eine Zuhörerin nicht denken könnte, ich spräche von etwas Esoterischem. Schaut mal, was die Leute lesen, anschauen, konsumieren, kaufen, glauben oder fürchten. Von Kartenlegen im Fernsehen bis zu von toten Indianerhäuptlingen und Erzengeln gechanneltem Inhalt in Wasserfiltern ist der Markt gestopft voll mit Kram, der das Wort esoterisch oder auch spirituell total in Verruf bringt. Dagegen bin ich so „esoterisch“ wie ein Maulwurfshaufen. (Warum kommt mir der Maulwurf denn jetzt in den Sinn? Ok, Erde, Mutter Erde, Kontakt zu ihr, Gänge, Wege, eigene Wege buddeln, den Abraum hinausbefördern, Luft holen, dabei Licht, Sonne und Wind spüren, gegebenenfalls auch Regen, die Dunkelheit nicht scheuen, kolossale Effizienz (schon mal gesehen, wie viele Maulwurfshaufen quasi über Nacht entstehen können?) … Vielleicht noch der Hinweis, auf Betriebsblindheit zu achten, die eigenen Fähigkeiten und Talente passend einzusetzen.)

2015-07-29 10.57.12

Eigentlich kam ich darauf, weil ich schreiben wollte, dass die Schwingung in manchen Kathedralen richtig wohltuend ist, eine gewisse heitere Leichtigkeit hat, dort sitze ich gerne an den Säulen und spüre die Energie sich bewegen (Freiburg und Chartres z.B.), in anderen drückt es mich direkt wieder zum Portal hinaus, in Münster ging es mir neulich so und auch in Frauenburg (Frombork), und im Kölner Dom fühle ich mich auch nicht wohl.

Sehr hochwertige Bücher, Steine, Schmuck und viele andere Dinge sowie kluge Gespräche, ob ihr sie nun esoterisch nennen wollt oder nicht, gibt es übrigens bei meiner Freundin Gabriele, in den Osterferien findet ihr sie mit ihrem Stand im Haus des Gastes in Horumersiel.

Gerda.

Dass Gerdas Stimme am Telefon immer noch Gerdas Stimme ist und ihr Wissen ihr Wissen, ihr Sehen ihr Sehen, dass sie so souverän über ihr Alter und die „Beschwerden“ redet, dass sie genau weiß, dass ich nur anrufe, wenn es brennt, dass ich sie damals überhaupt gefunden habe, all das ist ein so großes Geschenk. „Good people are scarce.“

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