Den Spruch habe ich vor 12 Jahren und gut 3 Monaten in einer sehr schweren Zeit gelesen, und ab und zu fällt er mir wieder ein. Ich fand und finde ihn enorm tröstlich.
Einen schwarzen Stein von der Steilküste zwischen Botallack und Pendeen habe ich für ein paar Tage zu der großen, wunderbaren Eichenmutter gelegt. Nun trägt er auch noch ihre Schwingung. Und jetzt habe ich eine Münze hingelegt.
Für einen kommenden Workshop habe ich alte Unterlagen durchstöbert. Was eine da alles findet. Quintessenzen von Gerda Bareuther, Fotos, die in P. lange an der Pinwand hingen, die Anleitung für den Zauberwürfel, die Creator Cards, die allererste Karte meines Mannes an mich, eine Wanderkarte, die ich für den Sommer brauche.
Im aktuellen „Der Donaldist“ ist ein fantastischer Artikel über Quantenphysik und Entenhausen, so genial. Ich überlege wirklich, dieses Jahr endlich mal zum Kongress zu fahren.
Blass statt Bliss, es schneeregnet, der Ofen saugt das Brennholz richtig auf, so kalt ist es.
„Ich kenn dich gar nicht“, sagt der Nachbar – ich interpretiere es mal als „du siehst aber doof aus, heute“ ich habe die Haare hinten zusammengenommen und trage Brille (statt Wallehaar und Linsen), SO unüblich ist das bei mir nicht, und er denkt offensichtlich, dass er immer erkennbar ist, mit Pudelmütze, oben ohne in Latzhose und mit Motorradkluft. Männer.
Im Radio kam Scarlatti. Ich höre so gern Scarlatti. Warum tu ich es so selten? Das ändere ich sofort.
Und hurra, ich habe das Etuikleid von Boden, das ich letztes Jahr gerne gehabt hätte (da war es ausverkauft), bei einem Second Hand Versand gefunden.
Außerdem habe ich in einem Schuhladen gefühlt 20 Paar diversester Schuhe anprobiert und dann beschlossen, NOCH mehr barfuß zu gehen.
Ich glaube, ich war heute dabei, als Cailleach die Schlange geweckt hat, die den Winter beendet, als sie die Zauberrute unter den Holunder legte und sich in einen Stein verwandelte, als Brigid den Stab übernahm. In einer Allee, einer Waldallee, riesige Bäume, ein Pfad nur dazwischen, habe ich eine Eichengöttin gefunden. So riesig, ehrfurchtgebietend und wunderbar. Ein Wundertag überhaupt. Das Licht morgens, dass eine anfängt zu sehen als wolle sie malen, ein weißer Reiher dicht neben mir landend, der erste Storch, ein Graureiher, und fern auf einer Wiese etwas, das im Vorüberfahren aussah wie eine Hirschkuh, gibt es hier Hirsche? Ich habe gedreht, aber dann war sie weg.
Peter Lustig ist gestorben. Ich schaue eine Folge Pusteblume (Nr. 13, Eine Schiffsreise wider Willen) von schätzungsweise 1979 und gerate in eine Nostalgiewelle. Die Autos, die Lastkähne, die Dörfer, die Industrie – die Aufnahmen setzen eine Welle von Erinnerungen und Assoziationen in Gang, mein Platz im Wohnzimmer, wenn ich fernsehen durfte, der Main, der Rhein, die Burgen (die ich als Kind vom Zug aus gesehen habe, genau wie letzten Sommer wieder), das Ruhrgebiet (ja, so roch Duisburg). Ein buntes Erinnerungskaleidoskop, zusammengesetzt aus allen Sinnen dreht sich. Wie lange das her ist. War es besser? Eine bessere Zeit? Besseres Fernsehprogramm auf jeden Fall, und nicht so viel davon.
Heute ist mir schwummerig. Termine am Morgen erledigt, gegessen, in einen tiefen Mittagsschlaf gefallen, jetzt hänge ich mit einem Kaffee im Sessel, Jane kommt zu mir, bis sie wieder zucken muss, dann hopst sie runter, kommt 5 Minuten später wieder, und schaue den Leuten zu, die das Haus gegenüber freischneiden, es steckte vollkommen in riesengroßen Vorgartenkoniferen drin. Ich weiß nicht, ob das Schwummrige von einem der 3 Ws kommt – Wetter (durchaus möglich, nasskalt windig und irgendwie verstrudelt), Welt (siehe Nachrichten), Wechseljahre (auch durchaus möglich, da ich wieder ein Jahr älter bin 😉 ) – oder einfach so.
Oder Macht. Dauernd tauchen im www diese Sprüche auf, in denen Macht als böse, quasi als Gegensatz zu Liebe dargestellt wird, so ewig weitergeteilte Kalenderblättchen.
Da kommt mir Serge’s neuer Blogeintrag gerade recht:
„Power over“ and „power against“ are very inefficient uses of power. A far more efficient use is „power to.“ The former are inherently destructive, while the latter is inherently creative. Sometimes the difference is as subtle as an attitude, but the effects can differ vastly.
Ok, eigentlich überwiegen für den privaten Nutzen die guten Seiten. Ist das nicht mit allem so? Wenn ich weise wähle… Ganz allmählich lerne ich, auch mal nicht auf etwas, das ich wirklich nicht verstärken will, zu antworten. Und ich reaktive das Blindschreiben – wenn Jane auf mir pfötelt (und zuckt) und schläft, SEHE ich die Tastatur nicht. Geht erstaunlich gut und erinnert mich an meinen VHS-Kurs, den ich dazu belegt hatte, ich war noch in der Oberstufe. Wir bekamen am Anfang ein Heft ausgehändigt, in dem der Kurs abgedruckt war und sollten dann jede Woche einmal in einen muffigen Klassenraum kommen, um gemeinsam asdfjklö und so zu tippen. Ich war zweimal da, dann habe ich zuhause jeden Tag ein Viertelstündchen geübt. Zu der Zeit war ich auch mal in einem VHS Kurs zum Portraitzeichnen, der war ganz interessant, weil die Dozentin auf die Zwischenräume abgestellt hat. Neutral sehen, indem du die Zwischenräume betrachtest. Nicht nur zum Zeichnen nützlich sondern auch gut für die Achtsamkeit. Und natürlich als Liebeslied. „Ich traf dich gestern (oder heute?) Nacht in deinen Zwischenräumen“ von Konstantin Wecker. Ich wollte es gerade im www finden und fand dabei aber „Was tat man den Mädchen“, was ich generell viel (und immer noch) brisanter finde. Konstantin ist schon eine Art „grüner Mann“. GÖTTINNEN, das Video ist von 1977, da wusste ich noch nichtmal wirklich, dass ich „Ein Mädchen“ bin, da war ich schon Frau und Mensch vor der Pubertät und bin es zum Glück auch wieder geworden. „Man nährt sie fleißig mit Romanen und moralischem Brei, sogar ihr Ahnen flieht am Leben vorbei.“ Wie traurig.
Nichts Behaglicheres gibt es als vom Buch aufzublicken, vielleicht weil ein Scheit im Ofen geknackt hat, hinter mir, und zu sehen, dass alle 3 Katzen um mich herum schlafen. Kater hinter mir auf der Sofalehne, Kater auf einem Hocker, Katze auf Mann in Ohrensessel, liegt in seinem Arm und verhindert alle Aktivitäten – wer sie hält, hält sie, solange sie friedlich schläft und schnurrt, dankbar, dass sie gerade nicht zucken muss.