Die Flut und die Sonne kamen gleichzeitig. Das Schwabbschwabbgeräusch der Brandung am Strand und das Piepen der fliegenden Austernfischer auch. Wir wohnen wirklich nur eine Stunde weg vom Strand. Schon schön. Was sagt Gerda, „Wenn es schwierig ist, erst recht freuen.“ Also: Freuen wir uns, wo immer es geht!
Gedanke
Außer Nichttun ist manchmal nicht viel zu machen.
Nichttun (in dem alles getan ist) und auf das ferne Lächeln achten, über das Gerda einmal sagte: Eine schützende Gegenwart, die uns lächelnd umgibt.

Es wagt es der alte Apfelbaum,
Herze, wag’s auch du.
Die Hawaiigansküken sind schon da. Edit: Ich habe soeben gelernt, dass es Nilgansküken sind!

Atmen.
that’s a good ‚un
Frühling
volle Kanne

Blüten.
Seit jeher liebe ich März
mit Blüten und Knospen und jungen Nesseln
Achtsamkeit im Überfluss
Amselgesang und Meisenlaut
Hier Jetzt und Gleich.
Zum Kar-Freitag
empfehle ich dringend die Lektüre dieses Beitrags von Kirsten Armbruster:
Wenn dieses Wissen doch wenigstens parallel an Schulen vermittelt würde. Wie viele Jahre hatte ich als Kind und Jugendliche das Gefühl, da stimmt etwas nicht an der Religion, an diesem angstmachenden Konstrukt aus Unlogik, Drohung und Männermacht, und niemand konnte mir sagen, was die Alternative sein könnte. Ich bin dann selber (in jahrelangem Lernen, Suchen, Finden, Probieren, durch die Ängste Hindurchgehen) draufgekommen und freue mich immer, wenn ich solche Texte wie von K. Armbruster finde, weil sie so schön klar sind. Sie sind logisch und das, was ich sehe, was ich erlebe, erfühle und erinnere, bestätigt sie.
Wir werden heute Eier färben. Lauter bunte Eier als Frühlingstupfer am nassgrauen Märztag. Auf den weiten Wiesen sind die Hasen unterwegs (und die Kaninchen auch). Und Gänse und Stare, Schwärme von hunderten von Staren.
Also.
In der letzten Zeit singen im Radio viel zu viele Männer schlechte Schlager. Oder Songs. Oder Lieder. Stimmlich nicht berauschend und mit Texten, die plump die Reime verpassend vor sich hindümpeln. „Ich schrieb die ersten Songs und wusste, ich bekomme eine Chance.“ Zwei meiner Lieblingsjeans haben ein Loch am Knie. (Eine dritte hatte auch eins, die ist jetzt bereits eine Shorts.) Deshalb dachte ich, ich schau mal nach einer neuen und bin ohne Hose wieder aus dem Laden gegangen, denn alle hatten – mindestens ein Loch.
Außerdem waren wir in Köln, mein großer Sohn und ich.
Bäume
ich geh durchs Tor der Bäume
weiß um die Macht der Träume
ich geh den Wurzelweg entlang
find wieder meinen eignen Gang
ich hör den Specht, find einen Stein
und fange wieder an zu sein
