Schwingung.

Ich habe beschlossen, ich sage nun wieder „Schwingung“, wenn es um Schwingung geht und höre auf, mich mit Atmosphäre und anderen Konstruktionen darum herumzumogeln, nur damit eine Zuhörerin nicht denken könnte, ich spräche von etwas Esoterischem. Schaut mal, was die Leute lesen, anschauen, konsumieren, kaufen, glauben oder fürchten. Von Kartenlegen im Fernsehen bis zu von toten Indianerhäuptlingen und Erzengeln gechanneltem Inhalt in Wasserfiltern ist der Markt gestopft voll mit Kram, der das Wort esoterisch oder auch spirituell total in Verruf bringt. Dagegen bin ich so „esoterisch“ wie ein Maulwurfshaufen. (Warum kommt mir der Maulwurf denn jetzt in den Sinn? Ok, Erde, Mutter Erde, Kontakt zu ihr, Gänge, Wege, eigene Wege buddeln, den Abraum hinausbefördern, Luft holen, dabei Licht, Sonne und Wind spüren, gegebenenfalls auch Regen, die Dunkelheit nicht scheuen, kolossale Effizienz (schon mal gesehen, wie viele Maulwurfshaufen quasi über Nacht entstehen können?) … Vielleicht noch der Hinweis, auf Betriebsblindheit zu achten, die eigenen Fähigkeiten und Talente passend einzusetzen.)

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Eigentlich kam ich darauf, weil ich schreiben wollte, dass die Schwingung in manchen Kathedralen richtig wohltuend ist, eine gewisse heitere Leichtigkeit hat, dort sitze ich gerne an den Säulen und spüre die Energie sich bewegen (Freiburg und Chartres z.B.), in anderen drückt es mich direkt wieder zum Portal hinaus, in Münster ging es mir neulich so und auch in Frauenburg (Frombork), und im Kölner Dom fühle ich mich auch nicht wohl.

Sehr hochwertige Bücher, Steine, Schmuck und viele andere Dinge sowie kluge Gespräche, ob ihr sie nun esoterisch nennen wollt oder nicht, gibt es übrigens bei meiner Freundin Gabriele, in den Osterferien findet ihr sie mit ihrem Stand im Haus des Gastes in Horumersiel.

Gerda.

Dass Gerdas Stimme am Telefon immer noch Gerdas Stimme ist und ihr Wissen ihr Wissen, ihr Sehen ihr Sehen, dass sie so souverän über ihr Alter und die „Beschwerden“ redet, dass sie genau weiß, dass ich nur anrufe, wenn es brennt, dass ich sie damals überhaupt gefunden habe, all das ist ein so großes Geschenk. „Good people are scarce.“

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Auch durch ein Nadelöhr kann man den Himmel sehen.

Kann man.

Den Spruch habe ich vor 12 Jahren und gut 3 Monaten in einer sehr schweren Zeit gelesen, und ab und zu fällt er mir wieder ein. Ich fand und finde ihn enorm tröstlich.

Einen schwarzen Stein von der Steilküste zwischen Botallack und Pendeen habe ich für ein paar Tage zu der großen, wunderbaren Eichenmutter gelegt. Nun trägt er auch noch ihre Schwingung. Und jetzt habe ich eine Münze hingelegt.

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Unterlagen

Für einen kommenden Workshop habe ich alte Unterlagen durchstöbert. Was eine da alles findet. Quintessenzen von Gerda Bareuther, Fotos, die in P. lange an der Pinwand hingen, die Anleitung für den Zauberwürfel, die Creator Cards, die allererste Karte meines Mannes an mich, eine Wanderkarte, die ich für den Sommer brauche.

Im aktuellen „Der Donaldist“ ist ein fantastischer Artikel über Quantenphysik und Entenhausen, so genial. Ich überlege wirklich, dieses Jahr endlich mal zum Kongress zu fahren.

 

Fragmente

Fragmente des Tages –

Blass statt Bliss, es schneeregnet, der Ofen saugt das Brennholz richtig auf, so kalt ist es.

„Ich kenn dich gar nicht“, sagt der Nachbar – ich interpretiere es mal als „du siehst aber doof aus, heute“  ich habe die Haare hinten zusammengenommen und trage Brille (statt Wallehaar und Linsen), SO unüblich ist das bei mir nicht, und er denkt offensichtlich, dass er immer erkennbar ist, mit Pudelmütze, oben ohne in Latzhose und mit Motorradkluft. Männer.

Im Radio kam Scarlatti. Ich höre so gern Scarlatti. Warum tu ich es so selten? Das ändere ich sofort.

Und hurra, ich habe das Etuikleid von Boden, das ich letztes Jahr gerne gehabt hätte (da war es ausverkauft), bei einem Second Hand Versand gefunden.

Außerdem habe ich in einem Schuhladen gefühlt 20 Paar diversester Schuhe anprobiert und dann beschlossen, NOCH mehr barfuß zu gehen.

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Das war im Moormuseum.

 

 

 

 

Frühling kommt

Ich glaube, ich war heute dabei, als Cailleach die Schlange geweckt  hat, die den Winter beendet, als sie die Zauberrute unter den Holunder legte und sich in einen Stein verwandelte, als Brigid den Stab übernahm. In einer Allee, einer Waldallee, riesige Bäume, ein Pfad nur dazwischen, habe ich eine Eichengöttin gefunden. So riesig, ehrfurchtgebietend und wunderbar. Ein Wundertag überhaupt. Das Licht morgens, dass eine anfängt zu sehen als wolle sie malen, ein weißer Reiher dicht neben mir landend, der erste Storch, ein Graureiher, und fern auf einer Wiese etwas, das im Vorüberfahren aussah wie eine Hirschkuh, gibt es hier Hirsche? Ich habe gedreht, aber dann war sie weg.

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Und im Vorgarten knödeln die Meisen.

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Kaleidoskop

Peter Lustig ist gestorben. Ich schaue eine Folge Pusteblume (Nr. 13, Eine Schiffsreise wider Willen) von schätzungsweise 1979 und gerate in eine Nostalgiewelle. Die Autos, die Lastkähne, die Dörfer, die Industrie – die Aufnahmen setzen eine Welle von Erinnerungen und Assoziationen in Gang, mein Platz im Wohnzimmer, wenn ich fernsehen durfte, der Main, der Rhein, die Burgen (die ich als Kind vom Zug aus gesehen habe, genau wie letzten Sommer wieder), das Ruhrgebiet (ja, so roch Duisburg). Ein buntes Erinnerungskaleidoskop, zusammengesetzt aus allen Sinnen dreht sich. Wie lange das her ist. War es besser? Eine bessere Zeit? Besseres Fernsehprogramm auf jeden Fall, und nicht so viel davon.

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WWW?

Heute ist mir schwummerig. Termine am Morgen erledigt, gegessen, in einen tiefen Mittagsschlaf gefallen, jetzt hänge ich mit einem Kaffee im Sessel, Jane kommt zu mir, bis sie wieder zucken muss, dann hopst sie runter, kommt 5 Minuten später wieder, und schaue den Leuten zu, die das Haus gegenüber freischneiden, es steckte vollkommen in riesengroßen Vorgartenkoniferen drin. Ich weiß nicht, ob das Schwummrige von einem der 3 Ws kommt – Wetter (durchaus möglich, nasskalt windig und irgendwie verstrudelt), Welt (siehe Nachrichten), Wechseljahre (auch durchaus möglich, da ich wieder ein Jahr älter bin 😉 ) – oder einfach so.

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