Power.

Oder Macht. Dauernd tauchen im www diese Sprüche auf, in denen Macht als böse, quasi als Gegensatz zu Liebe dargestellt wird, so ewig weitergeteilte Kalenderblättchen.

Da kommt mir Serge’s neuer Blogeintrag gerade recht:

„Power over“ and „power against“ are very inefficient uses of power. A far more efficient use is „power to.“ The former are inherently destructive, while the latter is inherently creative. Sometimes the difference is as subtle as an attitude, but the effects can differ vastly.

Den ganzen sehr interessanten Beitrag gibt es auf: http://skahili.blogspot.de/

 

 

 

Internet.

Ok, eigentlich überwiegen für den privaten Nutzen die guten Seiten. Ist das nicht mit allem so? Wenn ich weise wähle… Ganz allmählich lerne ich, auch mal nicht auf etwas, das ich wirklich nicht verstärken will, zu antworten. Und ich reaktive das Blindschreiben – wenn Jane auf mir pfötelt (und zuckt) und schläft, SEHE ich die Tastatur nicht. Geht erstaunlich gut und erinnert mich an meinen VHS-Kurs, den ich dazu belegt hatte, ich war noch in der Oberstufe. Wir bekamen am Anfang ein Heft ausgehändigt, in dem der Kurs abgedruckt war und sollten dann jede Woche einmal in einen muffigen Klassenraum kommen, um gemeinsam asdfjklö und so zu tippen. Ich war zweimal da, dann habe ich zuhause jeden Tag ein Viertelstündchen geübt. Zu der Zeit war ich auch mal in einem VHS Kurs zum Portraitzeichnen, der war ganz interessant, weil die Dozentin auf die Zwischenräume abgestellt hat. Neutral sehen, indem du die Zwischenräume betrachtest. Nicht nur zum Zeichnen nützlich sondern auch gut für die Achtsamkeit. Und natürlich als Liebeslied. „Ich traf dich gestern (oder heute?) Nacht in deinen Zwischenräumen“ von Konstantin Wecker. Ich wollte es gerade im www finden und fand dabei aber „Was tat man den Mädchen“, was ich generell viel (und immer noch) brisanter finde. Konstantin ist schon eine Art „grüner Mann“. GÖTTINNEN, das Video ist von 1977, da wusste ich noch nichtmal wirklich, dass ich „Ein Mädchen“ bin, da war ich schon Frau und Mensch vor der Pubertät und bin es zum Glück auch wieder geworden. „Man nährt sie fleißig mit Romanen und moralischem Brei, sogar ihr Ahnen flieht am Leben vorbei.“ Wie traurig.

 

 

Wohlbehagen.

Nichts Behaglicheres gibt es als vom Buch aufzublicken, vielleicht weil ein Scheit im Ofen geknackt hat, hinter mir, und zu sehen, dass alle 3 Katzen um mich herum schlafen. Kater hinter mir auf der Sofalehne, Kater auf einem Hocker, Katze auf Mann in Ohrensessel, liegt in seinem Arm und verhindert alle Aktivitäten – wer sie hält, hält sie, solange sie friedlich schläft und schnurrt, dankbar, dass sie gerade nicht zucken muss.

Es ist hell und kalt heute. Februar. Klar.

2015-03-09 11.55.07

Mal wieder

Valentinstag

Mein Großonkel Bruno hatte an diesem Tag Geburtstag. Er war ein kleiner Mann mit dem Gemüt eines fröhlichen Kindes, der zweite Mann meiner geliebten Tante Herta, der Zwillingsschwester meiner Oma väterlicherseits. Als ich ein Kind war, in den ersten Sauerländer Jahren, hatte ich mal meine Indianerperücke in seinem Bett versteckt, er liebte das gegenseitige Streiche Spielen. Nachdem er sich also für die Nacht verabschiedet hatte, ging eine Weile danach leise, leise die Tür auf und hinein kam diese kleine ostpreußische Mannchen im gestreiften Pyjama mit der schwarzen, langbezopften Perücke auf dem Kopf. Ich war schon im Bett gewesen und stand wieder auf, weil meine Mutter so lachte.

Schade, ich hab kein Foto davon.

 

den einen

Du kannst doch nicht alle retten. Nein, den einen kann ich aber schon auf ein geeignetes (nicht etwa tiefergelegenes) Wiesenstück setzen. (Und die 38 anderen, die sich vor dem Regen in die Einfahrt geflüchtet hatten und nun vertrocknet wären.) Auf allen Wiesen außerhalb der Bebauung sitzen Möwen mit diesem schlau-hungrigen Gesichtsausdruck und warten auf weitere Würmer, die sich hervorwagen müssen. Sollte es nicht regnen, trappeln sie mit den Füßen; Möwenlist. Was für ein Würmerleben.

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Besserung

Jane geht es seit der zweiten Tablette des Antiepileptikums besser. Ab und zu kippt sie noch um aber sie zuckt nicht mehr, sie putzt sich ausgiebig, eben putzte sie sogar einen Kater. Hoffnung.

Ansonsten beschäftigt mich das Thema Internet. Soviel Unruhe, Ausspionieren, Ausplaudern und mit Lust Schaden Anrichten wie ich in der letzten Zeit auf diversen Plattformen beobachte – wiegt das die Fülle an Information, Ausdrucksmöglichkeiten und praktischer Kommunikation auf? Früher kam zweimal am Tag die Post – und (wenn ich in Jenny Treibel nachlese, konnte man morgens einen Brief schicken, der war dann nachmittags da) so könnte eine ja auch brieflich gut vernetzt sein und bleiben…

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Chansons

Ich entdecke gerade die chansons von Georges Brassens wieder (und kann sie noch alle auswendig). Was war das für ein Entzücken, zuhause mit dem Kater (Zorro, dürr, schwarz) auf dem Teppich hinter den Sesseln zu liegen und, die Platte ein Mal nach dem anderen anzuhören, endlich die französischen Texte zu verstehen. Später wurde das Entzücken vergrößert, als ich die wunderbaren Übertragungen von Degenhardt entdeckte. Da war Zorro schon tot. Und dann zieht eine Erinnerung die andere nach sich, so geht das. Ein Lied das andere, eine Katze die andere – der Kater, der bei einem Schneesturm in mein Zimmer kam und auf meinem Kissen schlief, und die Vermieter warfen ihn am nächsten Tag raus und er wurde überfahren. Heute ließe ich ihn nicht mehr gehen…

Was noch? Ich habe einen Waschkorb voll Bücher in den offenen Bücherschrank getragen (und eine Einkaufstasche voll Bücher mit rausgenommen) und das ganze Dings wieder aufgeräumt. Komische Angewohnheit, ich glaube, ich muss akzeptieren, dass ich ordentlicher, pünktlicher und strukturierter bin als ich lange glaubte, allerdings bin ich das nicht nach den üblichen Maßstäben und muss manchmal erst darauf aufmerksam gemacht werden.

Und ich hatte einen guten Tag, ich habe genug geschlafen, viel mit sehr angenehmen Menschen KOREspondiert und sitze nun zwischen Hund und Katze bei chansons. Fein.

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Nichts Neues

bei Jane. Alle Untersuchungen ergebnislos, sie zuckt trotzdem. Natürlich läuft das ganz normale Leben weiter (auch sie ist ja zwischen den Anfällen völlig normal, wach, hungrig, neugierig, liebevoll wie immer) und wir schleichen auch nicht bedrückt durch die Gegend, ein großer Teil der Aufmerksamkeit ist jedoch bei ihr. Und wir üben uns in Behutsamkeit, die leider oft nichts nützt. Was ich merke, ist, das kenne ich schon von mir, dass solche Situationen meine Lust und Fähigkeit zu Smalltalk noch mehr verringern.

Außerdem warte ich ganz gierig auf Schneeglöckchen, Winterling und Krokusse, in Oldenburg, im Park gegenüber der Tierklinik, waren sie schon draußen, unser Vorgarten bummelt noch.

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