Punkt.

Zur Los-Nacht habe ich einen Punkt gemacht und bin aus der Kirche ausgetreten. Es wundert mich, dass ich so lange gebraucht habe. Schließlich bin ich nicht aus finanziellen Gründen oder aus Verzweiflung über Doppelmoral, Scheinheiligkeit etc. gegangen, sondern weil ich keine Übereinstimmung mehr finde und es mittlerweile auch aus Höflichkeit nicht mehr schaffe, an Gottesdiensten teilzunehmen. Seltene Ausnahmen gibt es wie die lateinische Messe in der Krypta der Kathedrale zu Chartres, darin klingt etwas an, nichts zu Glaubendes aber Erinnerungen an andere Zeiten, es schwingt etwas, das mich berührt und das ich mir bewusstwerden lasse. Ansonsten aber bleibe ich bei den Göttinnen, den Ahninnen, den Helferwesen und der Schamaninnenmutter. Mit den Füßen auf der Erde, die mich trägt, mit der Seele im Kosmos. Und heute Nachmittag will ich einen Ausflug machen und mir endlich einmal die schönen Steinkirchen auf der linken Seite der Ems, hoch zum Dollart anschauen. Passt doch prima.

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Gib Unnützes zurück, locke das Glück, das neue Jahr sei wunderbar.

Weihnachtskarten

Ich liebe Weihnachtskarten, am meisten die schönen britischen. Mit wunderbar gezeichneten Singvögeln oder Katzen, Haustüren im Schnee, ihr wisst schon. Dieses Jahr habe ich hier nicht viele schöne Karten zum Verschicken gefunden und war auch so beschäftigt, dass ich nicht ganz so viele und nicht mit so viel Muße geschrieben habe wie sonst – ein ganzer Schwung Leute bekam sogar nur eine E-mail, und ich bin ganz sicher, einige habe ich ganz vergessen – sorry! Bei der eintrudelnden W.-Post fiel mir wieder mal auf, dass es die wunderschönen Weihnachtskarten gibt (s.o.), bei denen sogar reicht, wenn sie nur unterschrieben sind. Mein Vater bekommt solche von seinen schottischen Freunden, da willst du gleich ein Kaminsims mit Porzellanhunden haben, um die Karten dazuzustellen. Dann gibt es die mit Text, die quasi einen der fast ausgestorbenen Briefe darstellen. Dazu die normalen, durchschnittliches Bildchen und fröhliche Weihnachtswünsche. Und dann gibt es die Karten, die fast weniger sind als keine Karte. Eine im Sonderangebot erstellte Selfie-neben-Weihnachtskugel-Szene, entweder direkt mit Aufdruck, von wem sie ist, falls eine(r) vergessen haben sollte, wie diese Bekannten aussehen, oder hintendrauf unterschrieben. Ungefähr bis Neujahr stehen die Karten bei mir mangels Kaminsims (und Kachelofen) noch auf dem weihnachtlichen Tisch.

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So.

Der Baum steht, die Geschenke sind eingewickelt, die Weihnachtspost ist geschrieben, die Gänseblümchen blühen im Gras, heute Abend gibt es zwei Sorten Kartoffelsalat, fröhliche Weihnachten an alle!

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Und denkt dran, dass viele Menschen auch zu Weihnachten andere Probleme haben als dass sie sich überfressen könnten oder ein Geschenk umtauschen wollen, vielleicht könnt ihr so ganz nebenbei irgendwem, der es nicht erwartet, eine Freude machen.

21. Dezember

Kurzer, heller Tag mit wunderbarem Himmel, unter dem wir Auszeitfrauen über den Weihnachtsmarkt schlenderten, bezieht sich gerade, der Wind bringt Wolken und Regen – also kein Feuer heute Abend. Dafür haben wir gestern Abend orakelt, nachdem wir einen großen Spaziergang gemacht und ein Chorkonzert (wegen akuter Schieflage) schnell wieder verlassen hatten.

Wenn ich jetzt wüsste, wie ich die Fotos vom Tablet hierhinkriege, gäbe es Orakelfotos… Vielleicht morgen 😉

Meine Hauptkarte habe ich aus diesem schönen Deck gezogen:

http://www.tarotwelten.de/medizin.htm

 

Auszeit.

Kurze Auszeit – ob sich aus ihr klarere Formulierungen ergeben? Es ist, was es ist, das Ablegen der Geschichte, das neugierige Einlassen auf Anderes – was sollen die klareren Formulierungen bringen? Heute habe ich immerhin schon die Wunder der menschlichen, nicht klaren oder definierten, Begegnungen gesehen. Immerhin eine schöne Basis um in eine kurze, nur ein, zwei Tage lange, Auszeit zu gehen…

 

Moor.

Von einem Termin zum anderen hätte ich mich beeilen sollen. Wollen? Es ergab sich, dass das Nichtbeeilen gar nicht schlimm war und sich ein Zeitfenster öffnete. Ich hielt am Moor und ging ein Stück spazieren. Mit mir allein im Nieselregen, Hose aufgekrempelt, Kapuze. Wo im Sommer Wollgras winkt, stehen jetzt kahle stille Stengel. Birken. dornige Sträucher. Drei Rehe hüpfen anmutig einStück weiter. Dunkler Torf. Mehr Birken. Hier blühte Johanniskraut. Es ist schön, ein Stück Land zu verschiedenen Jahreszeiten zu begehen. Stille.

Kormorane.

Ich liebe Kormorane. Jetzt flog wieder einer hoch, hoch über mir, schwang sich in kürzester Zeit und in einem eleganten Bogen hinunter und landete ohne einen Spritzer im Wasser. Sie erinnern mich immer an die Verbindung der Elemente. Fliegen, laufen, schwimmen und tauchen, Sonnenbad. Luft, Erde, Wasser und Feuer. Geschmeidig und ohne Trennung verbunden, nebeneinander bestehend, Symbol für die 4 schamanischen Realitäten (Alles ist getrennt, Alles ist verbunden, Alles ist ein Symbol für etwas, Alles ist Eins), Gelegenheit, mich mit den schönen Vögeln als Tierboten zu verbinden.

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Das schöne Foto ist von Gabriele, sie hat es in Kensington Gardens gemacht.