Du fühlst dich gut an.
Tauben rufen unter mildem, hellem Wolkenhimmel,
ich bin ausgeschlafen, die Termine sind überschaubar,
Vela hat keine Rückenschmerzen mehr (Chia Wirkung?),
und ich freue mich über meine neue, wunderschöne Kette.

Ich wüsste so gerne, wo die Hornissen nisten, die uns umsummen und die hier Holz holen. Sie raspeln lautstark Fasern von einem maroden Rankgitter, wirklich gut zu hören, und fliegen – wohin? Sie sind nicht in den Nistkästen und nicht unterm Dach. Vielleicht irgendwo oben in einem Baum?
Wir starten morgen Früh zu unserer Mutter-Tochter-Schwarzwaldwanderung und wünschen allen, uns eingeschlossen, eine schöne Woche!
Ein kleiner Einblick:
http://www.schwarzwald-tourismus.info/Media/Touren/Westweg-7.-Etappe-Hausach-Wilhelmshoehe-Schonach
Kohl, Tomaten, Paprika, Bohnen, Topinambur, Sonnenblumen, alles wächst und gedeiht. Ich habe Spaß an unseren Experimenten und entwickle gleichzeitig einen großen Respekt vor dem Nutzgärtnern. Wenn wir uns nur mit einigen Dingen komplett selbst versorgen wollten, mit Vorratshaltung über den Winter, wieviel Platz, Arbeit und Zeit bräuchten wir da! Mal sehen, was wir im nächsten Jahr verstärkt anpflanzen werden.
Ich war ein Kind mit einer „Oma“ und einer „anderen Oma“. Manchmal habe ich die kleinen Sauerländer um mich herum beneidet. Die hatten eine „Omma Sundern“ und eine „Omma Werl“. Manchmal habe ich sie auch nicht beneidet, weil die „Omma“ so streng oder schon tot war. Meine Oma wohnte bei uns, sie starb, als ich 6 war, die Erinnerungen an sie sind spärlich und zärtlich. Mit ihr machte ich Mittagsschlaf, sie brachte mir bei, wie man einen Vogel mit einem Strich zeichnet, von ihr stammen meine wenigen alten Möbel (und mein Stopfei!), wegen ihr und ihrer Zuckerkrankheit (so hieß das in den 70ern noch), kochte meine Mutter köstliche Gerichte, die sogar mir nichtessendem Kind schmeckten. Baden ist ihr Klang.Das Land linksrheinisch zwischen Schwarzwald und Vogesen.
Meine andere Oma war aus Ostpreußen. Sie war ein Schrecken für ihre Schwiegertochter und ein Abenteuer für mich. Eine fesche, dralle Person, die mit mir Fußball spielte, die mir Lieder von Zieten und dem alten Fritz vorsang, bei der ich aus dem Fenster klettern und auf dem viel zu großen Fahrrad fahren durfte, ohne dass sie sich erschreckte, eine Frau, die ich in so viel Tapferkeit habe alt werden sehen, eine Frau, die saure Leber, Kartoffelpuffer und Hühnersuppe so gut kochte wie sonst niemand mehr, eine Frau, die 4 Söhne großgezogen hat, einer starb früh, zwei blieben kinderlos, einer, der älteste, wurde (für damals) spät Vater, und ich, das einzige Enkelkind, brachte ihr 3 Urenkel… Sie war so stolz auf uns. Auf meinen Vater (der Schwiegertochterkonflikt war durch den Tod meiner Mutter beigelegt, eigentlich schon viel früher, sie waren beide kluge Frauen), auf mich und auf die drei Kinder.

nur Kurztext 🙂
Ich hatte so viel Wäsche zu falten und Betten zu beziehen, da habe ich zur Unterhaltung Fred Ape gehört und als ich fertig war, bin ich aufs Flachdach spaziert und habe mich (oh, schaffst du das noch, das ist ganz schön hoch…? ja, klar) auf den Kamin geschwungen und dort gesessen und „Da sitzt er und schwitzt er, mit Schaum vor dem Mund, der hässliche Deutsche sieht aus wie sein Hund“ gehört und „Denn zum Glück sind wir alle verrückt“. Das ist eine ganz alte CD, den Fred habe ich ein paarmal um 1990 herum in Sundern im Jugendzentrum singen hören, er ist der Ape aus „Ape, Beck und Brinkmann“, und ich kann alle Texte noch auswendig.
Radfahren bis zum Wacholderhain, das Minerwalwasser auf den sandigen Wegen geschüttelt, dass ich beim Öffnen der Flasche köstlich geduscht werde, Finken begleiten uns den Weg entlang, Birken und Kiefern duften nach Wärme und erinnern an Atlantik- und Ostseeküste, ein schwarzer Laufkäfer saust vor uns über den Weg, und unversehens treffen wir auf eine Steinsetzung. So mag ich das. So mag ich das sehr.


