praise for the sweetness of the wet garden

Mein Oleander blüht und erinnert mich an Südfrankreich. Vor knapp über 20 Jahren fuhren wir nach Cap d’Agde hinein und überall blühte der Oleander. Das war ein wunderbar verliebter, verspielter Urlaub mit Zuckerwatte, unerwarteten Regenschauern („Kommt die Polizei?“), gutem Essen, einer riesigen Terasse über dem Meer, Ausflügen ins ruhige Hinterland (ah, der Cirque de Mourèze!) und natürlich in mein geliebtes Aigues Mortes, das immer voller wird, und an die Strände, angefangen mit Espiguette. Seitdem habe ich mich immer mehr in den Norden Frankreichs und die Atlantikküste verliebt und natürlich in das ländliche Frankreich, aber der Oleander heute Früh brachte die Bilder vom Süden.

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Hitzepause

Wolken und Wind ziehen auf, es soll in den nächsten 2 Tagen etwas kühler werden. Dann ist mal Zeit für friedliche Innenraumbeschäftigungen, z.B. für ein Sockenmemory. Vielleicht sollte jede(r) sich für eine einzige Sockenfarbe entscheiden 😉

Mit Bäumen.

Hatte mich einsam gefühlt heute Morgen. Bin losgefahren und habe mich einfach treiben lassen, habe mich selber zielsicher, ohne zu wissen, wohin ich fahre, zum nächsten Wald gebracht.

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Mit Bäumen kann sich eine wie mit Schwestern freun
in ihrer Gegenwart die Seele runderneun.

Ein feministischer Akt…

Ich schaue „Das Quiz des Menschen“ und hopse nervös auf und ab, weil eine Frau Beifall bekommt, weil sie sagt, nach der Emanzipation sei jetzt die Weiblichkeit wieder dran, und das Tragen eines Korsetts sei ein feministischer Akt und „man“ fühle sich dann aufgerichtet und edel, genau wie mit Highheels. Nun hoffe ich noch auf die abschreckende Wirkung der MRT Bilder. Da kann eine sich doch genauso als Sushipäckchen appetitlich eindrehen lassen. Feministischer Akt.

Am Ende eines heißen Tages

sitze ich im köstlichen Wind auf der Schaukel und lese „Noch eine Runde auf dem Karussell“ von Tiziano Terzani, das ich vor ein paar Jahren schon einmal mit Genuß gelesen hatte. Als ich von seiner Reise durch die ehrlichen, dubiosen, einseitigen und verschwommenen Heilmethoden dieser Welt aufblicke, muss ich so lachen. Ein Orb springt in unserem Garten Trampolin. (Ich liebe Orbs, seit mir auf einer Reise in Galicien von lauter Leuten ihre spirituellen Orb-Fotos unter die Nase gehalten wurden und ich daran gelernt habe, mich über sowas nicht mehr aufzuregen, da ist mir so ein hübscher Lichteffekt jedesmal eine Erinnerung, an impish reminder.)

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… und was du rufst, kommt.

Was du brauchst, kannst du rufen, und was du rufst, kommt. Ist jetzt der Infekt mit Fieber (nicht viel aber genug, um mich zu legen) und den üblichen Erkältungswehwehchen etwas, was ich gerufen habe, als ich sagte: „Ich rufe die Klarheit und die Hilfe dazu“? Dann dankeschön. Immerhin habe ich interessant und schwebend geträumt, besonders den großen Kater, heilend auf meinem Kissen schnurrend und meine Kopfhaut akupunktierend, genossen (der war mir auch nicht zu warm, im Gegensatz zur Decke), habe eben, weil wackelig, ganz ganz langsam alles im Garten gegossen, was gegossen werden muss (9 große Kannen, gut, dass wir den Brunnen haben) und endlich mal wieder winzigste Details ganz klar wahrgenommen, jede Biene, jede Kleeblüte.

Also: vorsichtig und achtsam rufen, und im Sinn behalten, dass nicht alles, was hilft und nützt irgendwie konform gehen muss mit irgendeiner Meinung, irgendeiner Mehrheit oder irgendeiner Lehre. Der Weg zum Ganzsein, zur Heilung, kann ganz krumm, schief und krank aussehen. Und so nützlich die Organsprache ist (ähnlich wie ein Fieberthermometer), ein körperliches Symptom ist nicht gleichzusetzen mit einem Hinweis auf einen seelischen Fehler. Es kann auch was ganz anderes sein. Nochmal also: Hüten vor der Überheblichkeit der Besteller, der Wünscher, der Creators, der Garantiegeber, statt dessen Einlassen auf das Unerwartete, Unwägbare, Magische, Tiefe, Verwobene, Wunderbare, Dunkle, auf das Alte Wissen, das wir ahnen können, das uns gerade in schwachen Zeiten manchmal stärker anwehen kann als sonst.

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Moor

Heute war ich im Moor, nicht weit, eigentlich nur ein paar Schritte ab vom Weg. Ganz weit weg von allem war ich auf einmal. Wollgras wiegte um mich her, der Boden sog an meinen Schuhen, Mücken kamen, eine Wasserfläche spiegelte. Da traf ich eine alte Frau, eine Babuschka. Sie sammelte Kräuter und erzählte mir mit russischen Einsprengseln, die ich zu meinem Entzücken noch verstanden habe, dass sie sich mit Schachtelhalm von einer Nierenkrankheit und einer Eierstockzyste geheilt habe. Johanniskraut hatte sie auch und noch viele andere Pflanzen. Das war eine wunderbare Begegnung, wie in einem Märchen.

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Schachtelhalm

Interessant.

„…Weil wir den Menschen, den wir zu lieben glauben, als abgeschlossene Figur hinnehmen und nicht als eine werdende, die noch in ihren Mängeln verwandelbar ist. Immer noch fragt der Mann das Weib, das Weib den Mann: Wer bist du, was hast du mir zu geben? Wie weit kannst du mich hinreißen? Wirst du mir treu sein? Werde ich Ruhe finden bei dir? Und nie: Was könnte aus uns beiden werden, wenn wir um uns eine Freiheit schüfen, die uns wachsen lässt? Wenn wir die Leidenschaft nicht gar zu wichtig nähmen, uns viel Spielraum ließen?“
(Gion in „Der Arzt Gion“ von Hans Carossa)

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Bei der Arbeit getroffen. Einen Teller wie wir sie zuhause hatten, als ich ein Kind war. Seltsames Gefühl der Verwobenheit in die Zeit.