Bücher…

Was habe ich gesucht! Seit Monaten wollte ich mal wieder „Der Arzt Gion“ von Carossa lesen. Es ist eines meiner „Ich weiß nicht warum“ – Lieblingsbücher. Ich wusste, es steht bei meinem Vater. Da habe ich ja vor ein paar Monaten alle Bücher in Kartons gepackt, wen ich nicht in die Hände bekam, war der Gion. Dann haben wir zu fünft die Bücher wieder ausgepackt, wieder nichts. Jetzt haben wir zu zweit systematisch die Regale durchkämmt (früher, noch in Sundern, da wussten wir, wo jedes Buch steht, jetzt ist alles durch zwei Umzüge neu gemischt) und hurra, da ist er wieder. Ich habe gestern angefangen zu lesen und habe mich fast zu Tränen gefreut, all die lieben Gestalten wieder auftauchen zu sehen. Emerenz und Cynthia, Toni, die Schwester, die beinahe Alraune heißt…

Ansonsten ist es weiterhin feucht und kühl, die Wolldecken sind in Gebrauch, und wenn es nicht bald wärmer wird, hole ich wieder Holz für den Ofen rein.

Sommersonnenwende

Langer Abend, licht, heller und trockener als im Wetterbericht. Hirsespirale.

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Ich finde auf einmal die Ähnlichkeit zwischen diesen Ritualen und dem hawaiianischen Kupono so deutlich:

Signal, dass es losgeht: Die Hirsespirale ausstreuen.
Energie erhöhen: Singen, summen, rasseln, stampfen.
Agenda (was will ich): Rufen
Körperantwort: In die Spirale hinein- und hinaustanzen.
Konzentrierte Bekräftigung: So sei es.
Abschluß: Hände lösen sich, eventuell Mittelpunkt aufräumen, …

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Wohltuend.

Zwischen der Hetze gegen Flüchtende*), Asylsuchende, „Gutmenschen“, Wölfe und anderes buntes Volk und dem unrealistischen strahlenden Optimismus, die eine am Ende ohne Antwort und Lösung dastehen lassen, weil jedes Argument eine einem bestimmten Lager zuzuweisen scheint, tun ehrliche, nachdenkliche, kluge und offene Worte von Menschen wie Luisa Francia gut. In ihrem Blog http://salamandra.de/tagebuch/start.php beschreibt sie ihre eigene Wahrnehmung der Situation – und was passiert? Prompt wird sie wieder in eine Schublade gesteckt. Nur weil sie einen Konflikt zwischen Theorie und Praxis beschreibt. Das ist aber in der derzeitigen Lage bei vielem so. Oder hat jemand die Lösung für Flüchtlings-, Gesundheits-, Schul-, Steuer- und Europapolitik? Wir tun an unserem Platz schon was. Deshalb dürfen wir aber trotzdem mal sagen, dass wir auch kein Patentrezept für alles haben.

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frierender Oleander

*) Ich bin zu dem Schluß gekommen, dass das Wort Flüchtling mir nicht gefällt, weil mein Vater erzählt hat, wie er als Kind und Jugendlicher darunter gelitten hat, Schulpreise für „den besten Flüchtling“ gewonnen zu haben. Also ist nicht nur das Wort zu verändern sondern auch die Eigenschaft des Geflohenseins (ist es nicht mehr ein Sichgerettethaben?) genausowenig in den Vordergrund zu spielen wie die Eigenschaft der Hautfarbe oder Religionszugehörigkeit. (So einen Preis kann auch für „besonders gute Leistung“ verliehen werden.)

Schafskälte

Brrrr. Heute Morgen waren es 10 Grad, nach der Wärme in der letzten Zeit ist das richtig kalt. Und pünktlich dazu stehen auf den Deichen die nackten Schafe. Die Armen. Dafür habe ich auf dem Flohmarkt einen kuscheligen Poncho erstanden. Und heute Mittag gab es fantastische Kohlrabi frisch aus dem Hochbeet.

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Kuddelmuddel

All meine Zugangsdaten für diverse wichtige (?) Internetseiten hatten sich verwickelt und verknotet wie die Schwänzchen in einem Rattennest. Ich sortiere immer noch, stelle wieder her, ändere und denke. Was sagt mir das? Ich nehme mal die Fragen mit in den Tag:

Wo muss ich rein?
Wo will ich rein?
Wo komme ich rein und wie?

Dabei fällt mir ein, dass ich heute Nacht schon an Labyrinthe gedacht habe. Labyrinth. Chartres. Hineingehen bis zur Mitte und wieder hinausgehen. Orientieren. Und vertrauen, dass der Weg hinein und wieder hinaus führt.

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Nein, die Haare sind noch dran, das Foto ist nur im Chartres-Labyrinth-Zusammenhang entstanden und nicht aktuell.

Sommer

Eine Radtour im Sommerwind, Heuduft, während der Kuckuck ruft und junge Kaninchen am Deich spielen, in jeder kleinen Bucht ein Angler versteckt ist und Boote von winzig bis mittelklein über ebensolche Gewässer schippern, eine Radtour an einem der ersten wirklich heißen Tage. Bliss.

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Das Häuschen ist ein Schöpfwerk.