Der ganze Efeu ist voll von ihnen, winzige, magische, perfekt webende Geschöpfchen, so zart, dass sie fast durchsichtig sind.
Mangels Foto
nur Kurztext 🙂
Ich hatte so viel Wäsche zu falten und Betten zu beziehen, da habe ich zur Unterhaltung Fred Ape gehört und als ich fertig war, bin ich aufs Flachdach spaziert und habe mich (oh, schaffst du das noch, das ist ganz schön hoch…? ja, klar) auf den Kamin geschwungen und dort gesessen und „Da sitzt er und schwitzt er, mit Schaum vor dem Mund, der hässliche Deutsche sieht aus wie sein Hund“ gehört und „Denn zum Glück sind wir alle verrückt“. Das ist eine ganz alte CD, den Fred habe ich ein paarmal um 1990 herum in Sundern im Jugendzentrum singen hören, er ist der Ape aus „Ape, Beck und Brinkmann“, und ich kann alle Texte noch auswendig.
So ist Sommer.
Radfahren bis zum Wacholderhain, das Minerwalwasser auf den sandigen Wegen geschüttelt, dass ich beim Öffnen der Flasche köstlich geduscht werde, Finken begleiten uns den Weg entlang, Birken und Kiefern duften nach Wärme und erinnern an Atlantik- und Ostseeküste, ein schwarzer Laufkäfer saust vor uns über den Weg, und unversehens treffen wir auf eine Steinsetzung. So mag ich das. So mag ich das sehr.



praise for the sweetness of the wet garden
Mein Oleander blüht und erinnert mich an Südfrankreich. Vor knapp über 20 Jahren fuhren wir nach Cap d’Agde hinein und überall blühte der Oleander. Das war ein wunderbar verliebter, verspielter Urlaub mit Zuckerwatte, unerwarteten Regenschauern („Kommt die Polizei?“), gutem Essen, einer riesigen Terasse über dem Meer, Ausflügen ins ruhige Hinterland (ah, der Cirque de Mourèze!) und natürlich in mein geliebtes Aigues Mortes, das immer voller wird, und an die Strände, angefangen mit Espiguette. Seitdem habe ich mich immer mehr in den Norden Frankreichs und die Atlantikküste verliebt und natürlich in das ländliche Frankreich, aber der Oleander heute Früh brachte die Bilder vom Süden.

Hitzepause
Wolken und Wind ziehen auf, es soll in den nächsten 2 Tagen etwas kühler werden. Dann ist mal Zeit für friedliche Innenraumbeschäftigungen, z.B. für ein Sockenmemory. Vielleicht sollte jede(r) sich für eine einzige Sockenfarbe entscheiden 😉
Mit Bäumen.
Ein feministischer Akt…
Ich schaue „Das Quiz des Menschen“ und hopse nervös auf und ab, weil eine Frau Beifall bekommt, weil sie sagt, nach der Emanzipation sei jetzt die Weiblichkeit wieder dran, und das Tragen eines Korsetts sei ein feministischer Akt und „man“ fühle sich dann aufgerichtet und edel, genau wie mit Highheels. Nun hoffe ich noch auf die abschreckende Wirkung der MRT Bilder. Da kann eine sich doch genauso als Sushipäckchen appetitlich eindrehen lassen. Feministischer Akt.
Sommer.
Am Ende eines heißen Tages
sitze ich im köstlichen Wind auf der Schaukel und lese „Noch eine Runde auf dem Karussell“ von Tiziano Terzani, das ich vor ein paar Jahren schon einmal mit Genuß gelesen hatte. Als ich von seiner Reise durch die ehrlichen, dubiosen, einseitigen und verschwommenen Heilmethoden dieser Welt aufblicke, muss ich so lachen. Ein Orb springt in unserem Garten Trampolin. (Ich liebe Orbs, seit mir auf einer Reise in Galicien von lauter Leuten ihre spirituellen Orb-Fotos unter die Nase gehalten wurden und ich daran gelernt habe, mich über sowas nicht mehr aufzuregen, da ist mir so ein hübscher Lichteffekt jedesmal eine Erinnerung, an impish reminder.)
… und was du rufst, kommt.
Was du brauchst, kannst du rufen, und was du rufst, kommt. Ist jetzt der Infekt mit Fieber (nicht viel aber genug, um mich zu legen) und den üblichen Erkältungswehwehchen etwas, was ich gerufen habe, als ich sagte: „Ich rufe die Klarheit und die Hilfe dazu“? Dann dankeschön. Immerhin habe ich interessant und schwebend geträumt, besonders den großen Kater, heilend auf meinem Kissen schnurrend und meine Kopfhaut akupunktierend, genossen (der war mir auch nicht zu warm, im Gegensatz zur Decke), habe eben, weil wackelig, ganz ganz langsam alles im Garten gegossen, was gegossen werden muss (9 große Kannen, gut, dass wir den Brunnen haben) und endlich mal wieder winzigste Details ganz klar wahrgenommen, jede Biene, jede Kleeblüte.
Also: vorsichtig und achtsam rufen, und im Sinn behalten, dass nicht alles, was hilft und nützt irgendwie konform gehen muss mit irgendeiner Meinung, irgendeiner Mehrheit oder irgendeiner Lehre. Der Weg zum Ganzsein, zur Heilung, kann ganz krumm, schief und krank aussehen. Und so nützlich die Organsprache ist (ähnlich wie ein Fieberthermometer), ein körperliches Symptom ist nicht gleichzusetzen mit einem Hinweis auf einen seelischen Fehler. Es kann auch was ganz anderes sein. Nochmal also: Hüten vor der Überheblichkeit der Besteller, der Wünscher, der Creators, der Garantiegeber, statt dessen Einlassen auf das Unerwartete, Unwägbare, Magische, Tiefe, Verwobene, Wunderbare, Dunkle, auf das Alte Wissen, das wir ahnen können, das uns gerade in schwachen Zeiten manchmal stärker anwehen kann als sonst.









