vor dem nächsten Graupelschauer. Ich musste dann rennen, damit die Kamera nicht nass wird. Und auf dem Rückweg gab es noch einen Regenbogen.

vor dem nächsten Graupelschauer. Ich musste dann rennen, damit die Kamera nicht nass wird. Und auf dem Rückweg gab es noch einen Regenbogen.

Ich habe mir einen Squall Mantel bestellt, für den nächsten Winter. Es gab ihn jetzt um die Hälfte günstiger. Dass ich ihn direkt heute ausprobieren kann, hatte ich nicht erwartet, aber er hat sich bewährt.
Der Weg, die Wiesen und der kleine See liegen so friedlich da, kein Mensch außer mir geht spazieren, die Haubentaucher lassen mich so nahe heran wie noch nie, die Krähen bleiben auf den Ästen sitzen, unter denen ich durchgehe, die Nilgänse führen ihre drei Küken gemächlich beiseite, die neuen Blätter überall leuchten besonders grün.
Mit meinem lieben Freund Klaus B. habe ich heute über den Sinn des Lebens gesprochen und über unsere Freude daran, im alltäglichen Leben, in uns und den Mitmenschen und natürlich auch in der Natur immer mehr zu entdecken. Auch über die wunderbare Fähigkeit, selber etwas zu ändern und die dazu benötigte Bereitschaft zu üben und zu trainieren.
Während wir telefonierten, hüpften ein Rotkehlchen und ein Gimpel durch die Sträucher und Bäume im Vorgarten und ich wunderte mich, wie unbeeindruckt sie vom aktuellen Aprilwetter (2,5°, Schnee, Graupel, Hagel, Regen, Wind) sind, genauso wie die rosa Tulpen. Ich dagegen sitze am Ofen und werde nachher die Sauna heizen.

Genausowenig wie das Lied der Amsel eintönig ist, genausowenig wird mir der Frühling langweilig. Am Wochenende soll es kalt werden, nunja, ich habe noch die Pudelmütze griffbereit, und Holz für den Ofen ist auch noch da. April halt.
So ein schöner Monat, es sollten nur die warmen Wintersachen noch greifbar sein. In der Sonne am Tag ist fast schon Sommer, und nachts scheint der Mond von einem kalten Himmel durchs Dachfenster. Ich kombinierte geschickt Katze und Wärmflasche im Bett (was so endet, dass die Katze auf der Wärmflasche schläft, natürlich.).

Die zweite Tasse Kaffee mit Blick auf den blühenden Kirschbaum. Der Himmel sieht aus als könne es gleich regnen, vielleicht auch nicht. Die seltsamen Diskussionen in Politik und Internet regen mich dazu an, einen Schritt zurückzutreten und durchzuatmen, mich auf meine Werte zu besinnen. Mal einen Blick von außen, von oben auf alles zu werfen.

Barfuß im Garten, es summt und singt – um mich herum und in mir drin. Eine Heckenbraunelle sitzt ganz ruhig im Hasel, die Amseln füttern. Vorher mit Papa auf einen Sprung am Polder, auch da so viel Frühlingslaute, Schwäne im Dunst, avalonesk, Rehe weit auf den Wiesen, Rotschenkel (oder doch Brachvögel?), Bläßhühner, die schwimmend gackern (oder gackernd schwimmen), Gänse…

Das war nun wirklich ein wonniges Frühaufstehen. Möwenrufe und salziger Wind um mich her. (Positive Begleiterscheinung einer Dienstreise.)

Die Flut und die Sonne kamen gleichzeitig. Das Schwabbschwabbgeräusch der Brandung am Strand und das Piepen der fliegenden Austernfischer auch. Wir wohnen wirklich nur eine Stunde weg vom Strand. Schon schön. Was sagt Gerda, „Wenn es schwierig ist, erst recht freuen.“ Also: Freuen wir uns, wo immer es geht!
Außer Nichttun ist manchmal nicht viel zu machen.
Nichttun (in dem alles getan ist) und auf das ferne Lächeln achten, über das Gerda einmal sagte: Eine schützende Gegenwart, die uns lächelnd umgibt.
