Der zauberhafte Wein, der im Herbst so aromatische kleine Trauben hervorbringt, klettert über den Zaun hinweg in den roten Hasel. Dort schlingt er kleine, harte, unwahrscheinlich feste Ärmchen um die Zweige. Nachher werde ich vorsichtig ein bißchen entwirren, mit Gewalt geht das nicht, dann geht was kaputt. Also, befreit euch vorsichtig aus den Umschlingungen, am besten ihr lasst euch gar nicht einwickeln.
Abend.
Kraftplatz
Maiblau
In all dem überschäumenden Maigrün und -weiß sprießen in den Ritzen der Terrassenplatten Vergißmeinichtchen. Letztes Jahr saßen sie ein paar Meter weiter, direkt an der Hauswand. Ich liebe sie, diese zähen, zarten, sich überall aussäenden Schönheiten. Nie könnte ich sie als Unkraut aus den Ritzen kratzen. (Ich habe schon Hemmungen, das Gras aus den Ritzen zu entfernen, das werden wir allerdings nun tun müssen, sonst hebt es uns die Platten hoch, und die sind buckelig genug.) Im Vorgarten und in der Einfahrt habe ich viele Vergißmeinicht gepflanzt und freue mich schon auf ihren Verbreitungszug.
Fundbild
Hab ich eben gefunden, das ist 2011 in Paris auf den Champs Elysées. Es war ein unglaublich zauberhafter Frühling, wir waren in den Osterferien über Luxemburg nach Frankreich gefahren und hatten zwei Tage in Paris verbracht (Camping am Bois de Boulogne), dann ging es weiter in die südliche Bretagne, wo wir eine Woche lang tagsüber am Strand lagen und uns abends von Mücken mit Riesenrüsseln stechen ließen. Auf dem Rückweg waren wir (natürlich) in Chartres. Mittlerweile sind meine Haare wieder länger, das Hemd habe ich noch und es ist immer noch ein Lieblingsstück, und allmählich merke ich in mir die leise Sehnsucht nach Frankreich. (Nach dem ländlichen Frankreich. Auvergne, Champagne, Bretagne, …) Noch ist es eine ganz leise, es ist alles so neu und spannend hier, so viel zu entdecken und zu schauen, aber später im Jahr oder nächstes Jahr… Portugal und die Hebriden, die Bretagne wieder mal, da webe ich schon einige Reisepläne.
Flohmarktfund
Bliss.
Reisen…
Irgendwie sprechen in der letzten Zeit unheimlich viele Leute von Kreuzfahrten, die sie gemacht haben, machen werden oder regelmäßig machen. Wir haben in Papenburg eins von den Riesenschiffen angeschaut, ich habe die malträtierte Ems besucht und ihren Schmerz gespürt. Jemand sagte neulich, so eine Kreuzfahrt sei eine tolle Gelegenheit, in einer Woche ganz viel zu sehen. Ein Tag an den Pyramiden, einer in der Ägäis usw. Und schon meint er, all das zu kennen und dort g e w e s e n zu sein. Über meinem Kopf bildete sich eine Denkblase mit dem Text „Kreuzfahrten sind das Powerpoint des Reisens“.

Singen im Supermarkt?
Ist das ein neuer Trend? In Supermärkten im Sauerland und im Alentejo, um mal zwei Extreme zu nehmen, ziehen Gruppen und Grüppchen singend durch Videos, die in Supermärkten aufgenommen wurden. Eigentlich ist das eine nette Idee. Ich erinnere mich an eine Spanien-/Portugalreise, bei der Gerda uns an allen möglichen und unmöglichen Plätzen „aufstellte“ und singen ließ. So sangen wir in einer Nische der Kathedrale in Alcobaca „Nehmt Abschied Brüder“. Und natürlich fällt mir dann auch das Jodeln mit Luisa Francia in Cornwall ein. Ich kann den Ton nicht gut halten und habe es genossen, zwischen Anna und Barbara zu stehen, die beide Stimmen haben, dass du meinst, du bist in einem Glockenturm. So schön.











