Über Land und über Meer,
immer hin und immer her,
Glück und Unglück up und down,
endlich Ruh in Camden Town.
Und Morgenstern tut auch gut.
Der Flügelflagel gaustert
durchs Wiruwaruwolz,
die rote Fingur plaustert,
und grausig gutzt der Golz.
Über Land und über Meer,
immer hin und immer her,
Glück und Unglück up und down,
endlich Ruh in Camden Town.
Der Flügelflagel gaustert
durchs Wiruwaruwolz,
die rote Fingur plaustert,
und grausig gutzt der Golz.
Wie es mir geht,
fragt mich ab und zu jemand.
Ich antworte nicht mehr darauf.
Ich sage einen Satz über das Wetter
oder über das Essen
oder etwas über die Hunde.

Für mich schaue ich,
wie es mir geht,
indem ich die Ofenwärme fühle,
in die trudelnden Schneeflocken blicke,
die Katze schnurren höre,
meine Lieblingstasse benutze
und mich am Austausch mit den Freundinnen aufrichte.
Advent
Was soll kommen?
Was mag gerufen sein?
Wohin lasse ich das Licht scheinen
Und wo mich ins Dunkel sinken
In dem alles entsteht und vergeht?
Über unserer kleinteiligen Hektik
Liegen die großen Zyklen aller Lebendigkeit
Und atmen ruhig in Steinen und Sternen.

13Sabine Kapfer, Sieglinde Maul und 11 weitere PersonenGefällt mirKommentierenTeilen
Ich habe bemerkt, dass sich der Schmerz über die achtlos beiseite geschobenen Grundrechte, über die Häme und Hetze und Teilnahmslosigkeit und noch so einiges in der Richtung anfühlt wie Liebeskummer. Es ist ein Gefühl der Fassungslosigkeit, das hinter Kehlkopf und Brustbein und in den Knochen wohnt, das Gefühl verraten worden zu sein und letzendlich erkenne ich es als die Trauer um eine Illusion – wie Liebeskummer halt.
Ich konzentriere mich auf das Lebendige in meinen Knochen, höre auf ihre Gesänge, zeige mich nachts den Sternen und lasse das Mondlicht mich fluten.


Wie fremde Federn großer Vögel
die Kastanienblätter im Weißdorn.
Novembereigene Schönheit
ist nichts für LichtliebeschöndenkerInnen.
Roh und karg
und wirklich
und eine Zeit zum Schauen,
Knochenzeit.

Aus einer schweren, tristen, trüben Zeit (auch wenn sie nicht durchgehend so war), bin ich wieder aufgetaucht. Der Irrsinn „draußen“ ist nicht weniger geworden, im Gegenteil. Trotzdem. Ich wende mich allem Lebendigen zu. Ich stehe unter den Sternen und mitten in Allem. Ich lasse meine Zellen lesen von allem, was da lebendig ist.
Ich lese Ann Granger. Ein viktorianischer Krimi spielt in London, Salisbury und Stonehenge. Dabei fallen mir viele schöne Dinge ein. 2013, die Reise mit Gabriele. Das lustige Mietauto, der Linksverkehr, unser erster Blick auf Stonehenge, quasi über den Zaun, das wunderbare B&B in Amesbury, so gut habe ich selten geschlafen, das Essen in den Pubs mit Namen wie aus einem viktorianischen Krimi… Die Kathedrale in Salisbury, die wir recht schnell wieder verlassen haben, Old Sarum, Stonehenge an einem kalten Morgen vor dem heißen englischen Frühstück, Avebury mit den berührbaren stehenden Steinen…

Wenn hier nächstens mal gar nichts mehr geht, ich habe Schwierigkeiten mit WordPress und meinem bisherigen Browser… Nun habe ich mir was zurechtgefummelt, weil ich gerne einen Text bloggen will:
Pastrami und die 3 G
Irgendwann in den 90er Jahren habe ich ein Buch gelesen, in dem ein Pastrami Sandwich vorkam. Dieses Wort blieb in meinem Sprachgedächtnis haften, mit einem Zauber, mit dem unbekannte Worte es oft tun. Irgendwann würde es mir wieder begegnen und sich erklären, das fremde Wort. Lernen und Erfahren sind keine linearen Prozesse.
Als in den ersten Jahren des 21. Jahrhunderts an den großen Bahnhöfen auch „Delis“ eröffneten, begegnete ich meinem ersten realen Pastrami Sandwich. Ich kaufte es, nahm es mit in den Zug und aß es dort an einem der niedlichen Klapptische. Wahrscheinlich war ich auf dem Weg zu einem Seminar in Süddeutschland.
Heute schreiben wir den 17. September 2021. Ich habe in einem Supermarkt ein paar Scheiben Pastrami gekauft und werde mir ein Sandwich machen.
Immerhin komme ich noch in den Supermarkt. Bahnfahren, Seminare, Reisen, Essen in der Öffentlichkeit – all das darf ich nicht mehr oder es gelingt nur noch mit vielen Um- und Schleichwegen.
Der Himmel ist so blau wie nur September kann
Kreuzspinnen weben uns ein
die Nachbarn grillen jeden Tag und machen Krach
alles wie immer.
Aber der Massenwahn geht weiter.

Wichtig:
Bei sich bleiben,
täglich schreiben,
mutig sein,
manchmal schrei’n,
lesen, lachen,
Gartensachen,
weitergeh’n im Stillestehn.
Die derzeitige Lage macht wenig Lust aufs Bloggen. Ich bin meistens im Garten, davon gibt es hier ausreichend Fotos. Wer Austausch möchte, kann sich per Mail melden.
