Nacht.

Bevor die Wolken kommen leuchten Mondin, Venus und Plejaden, der ganze Himmel ist so wunderbar klar. Während wir staunend schauen, streicht auf einmal eine Eule dicht über unseren Köpfen hin – und löst im Nachbargarten einen Bewegungsmelder aus, der kurzfristig die Sterne blasser werden lässt.

 

Genießt die schönen Frühlingstage mit vielleicht mehr Zeit und Gelegenheit, sich an „Kleinigkeiten zu freuen“, aber seid dem Staat nicht so dankbar dafür, dass er euch zwangsentschleunigt. Freiwillige Entschleunigung fühlt sich viel besser an. Die war unmöglich? Woran liegt es? Politik, Kapitalismus, Wirtschaft – am Patriarchat, genau. Die Panik und die unlogischen und unverhältnismäßigen Maßnahmen verschuldet das Patriarchat übrigens auch. Unlogisch? Ja: Die alten Menschen werden nun als das schützenswerteste Gut der Nation gesehen und alle müssen „ihretwegen“ zuhause bleiben. Da hätte ich aber gerne in den letzten Jahrzehnten auch mal Respekt, Achtung, Wertschätzung und gute, individuelle Pflege, Wohnsituation, Betreuung für die Alten gesehen. In Schweden wird nicht der ganze Alltag ausgebremst, das wäre einen Hingucker wert. Davon, dass ihr selbstgenähten Mundschutz tragt, der definitiv euch nicht schützt (wohl aber wenigstens andere, wenn ihr meint, ihr müsstet hustend und niesend in der Öffentlichkeit unterwegs sein), werdet ihr keine Helden, hier ist nicht Apocalypse now. (Übrigens hatte meine Mutter schon, wenn sie erkältet war, einen Mundschutz an, um ihre schwerkranke Mutter nicht anzustecken, auch auf sowas kann man selber kommen.) Etliche WissenschaftlerInnen sagen etwas anderes als die Panikmacher, die Pharmalobby und diversen PolitikerInnen, die einfach „irgendwas“ machen, damit sie irgendwas „machen“. Ihr sollt euch keinen Aluhut aufsetzen und glauben, dass Corona der Bargeldabschaffung dient oder „glauben“, das Virus gäbe es nicht. Ihr sollt aber selber denken, wahrnehmen, verschiedene Meinungen, Zahlen, Fakten, Studien vergleichen. Es gibt total interessante Bücher über Viren. Jetzt einfach in vorauseilendem Gehorsam Leute zu melden, die vielleicht zu dritt statt zu zweit draußen herumlaufen, den Kopf einzuziehen und sobald aus einem Grund, der nicht viel logischer sein wird als die aktuellen Gründe, die Maßnahmen wieder aufgehoben werden, mit Volldampf so weiterzumachen wie bisher, nämlich ohne Rücksicht auf Natur (und damit meine ich die Umwelt und die menschliche Natur) bringt nichts. Vom abendlichen Glockenläuten werden die Pflegekräfte nicht besser gestellt, vom „Homeschooling“ wird die Beziehung zu euren Kindern nicht besser, vom Zusammenpferchen werden Familien nicht harmonischer. Es baut sich ein ungeheurer psychischer Druck auf. Warum nicht logisch und verhältnismäßig handeln? Wer krank ist, bleibt zuhause, wer infiziert sein könnte, hält Abstand, regelmäßig die Hände waschen, eure vollgerotzten Taschentücher nicht in der Gegend herumfahren lassen, Menschenansammlungen möglichst vermeiden, gerade im medizinischen Bereich ordentlich desinfizieren, Schul- und öffentliche Toiletten mit Seifenspendern versehen (ich denke an die Noro-Panik vor etlichen Jahren, bei keinem meiner 3 Kinder gab es Seife auf den Schultoiletten) … Und das immer, nicht nur, wenn von oben eine Pandemie befohlen wird.

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Spielen.

Wir sollen doch alle mit unseren Lieben spielen, während wir nicht reisen dürfen. Hier mal ein Vorschlag: Ein Lied umdichten.

„Corona in der kleinen Stadt (oder: Väterchen Franz, du fehlst)

Wenn die Spinne Langeweilefäden spinnt und ohne Eile
giftig grau die Wand hochkriecht,
wenn’s blank desinfizieret riecht,
ging ich so gerne auf die Straße
und aus Angst und Ärger lasse
ich mein Hexenkinnhaar stehn
Tag um Tag vorüberziehn,
sitz im Garten, lese keine Zeitung
decke Bein mit Beine,
seh, hör und rieche nebenbei
das ganze Panikeinerlei.

Sonst träten sie zum Kirchgang an,
Familienleittiere voran,
heute muss man Karten zücken,
sich für Spenden nochmal bücken,
sogar die Klöster haben zu,
tadamtarutadamtaru.“

 

Frühling.

Was für ein März, nach dem langen nasskalten Spätwinterwetter. Klar, kalt, strahlend schön, und beim Spazierengehen ist eine fast immer alleine. Hier und da mal ein, zwei andere Menschen in der Ferne. Traumhaft. Aber alles unterlegt mit einer Stimmung, die mich an das Buch „Die Wand“ erinnert. Da hilft die Verbundenheit mit anderen, online, per Brief, am Telefon, und die Verbundenheit mit Natur, Kosmos, Erde, Universum – heute ist Schwarzmondin, eine gute Zeit, an diese Verbundenheit zu denken und sich ihrer wieder ganz bewusst zu werden.

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Lacher.

Ich bekomme eine Mail von der Deutschen Bahn: Für meine Reise diese Woche wird mir ein Upgrade in die 1 Klasse angeboten. Ich habe die Reise bereits storniert und das Kostenersatzformular ausgefüllt. Sonst hätte ich ja nett mit der Bahn nach Süddeutschland fahren können, wo ich nirgends wohnen oder hingehen dürfte und wo natürlich auch die Veranstaltung ausgefallen ist, zu der ich wollte. Witzig. Geht so.

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Wald ist heilsam

Spaziergang unter Sternen.

Es wird dunkel, nach einem Tag, den ich zu einem Teil kopfschüttelnd bei der Arbeit und zu einem anderen Teil sonnenbadend im Garten verbracht habe, gehe ich lange unter den Sternen durch die stillen Straßen und singe innerlich Degenhardts „Hochzeit“.

(„Nächstens oder Mittwoch,
morgen oder gleich
hocken wieder schwarze
Vögel auf dem Deich.
Jemand steht auf einem
Eimer, mit der Hand
droht er und stößt Wolken übers Land.
Beweg dich nicht.
Wo ist dein Mund?
Öffne deine Augen,
sieh in den Himmel, und
merk dir ganz genau,
wo der Polarstern steht,
eh‘ der große Bär ihn frißt.
Ritz dir in die Hand
die Marschzahl, wenn es geht,
eh‘ man die Windrose bricht.

Mach unsern Kindern Kleider
aus Fischhaut und Asbest,
Näh die schwarzen Brillen
an ihren Ohren fest.
Auf dem Schulweg solln sie
dicht an Mauern gehn,
nie vom Himmel weg zu Boden sehn.
Jede Nacht
ruf ich sie wach
und reite für ein Weilchen
mit ihnen auf dem Dach,
zeig ihnen genau,
wo der Polarstern steht,
eh‘ der große Bär ihn frißt.
Ritz jedem in die Hand
die Marschzahl, wenn es geht,
eh‘ man die Windrose bricht.

Schließ jetzt deine Augen,
Hochzeit halten wir.
Schnuppen falln vom Himmel,
noch schläft der große Bär,
Wünsch uns in ein Mondschiff,
das seinen Kurs nicht hält
und weiterfliegt bis an den Rand der Welt.
Die Jungfrau flackert –
schon vorbei –
und Kassiopeia lacht.
Die Milchstraße ist frei.
Schau raus, merk dir genau,
wo der Polarstern steht,
eh‘ der große Bär ihn frißt.
Komm, ritz mir in die Hand
die Marschzahl, wenn es geht,
eh‘ man die Windrose bricht.

Wer wird jemals finden,
wo unser Bette was?
Unter dieser Linden
brennt schon bald das Gras.
Wer spielt unsre Spiele,
liegt dann nachts noch wach,
rechnet noch mal unsre Chancen nach?
Beweg dich nicht.
Wo ist dein Mund?
Öffne deine Augen,
sieh in den Himmel und
merk dir ganz genau,
wo der Polarstern steht,
eh‘ der große Bär ihn frißt.
Ritz dir in die Hand
die Marschzahl, wenn es geht,
eh‘ man die Windrose bricht.“)

 

 

Stille.

Wir kommen der Stille ein bißchen näher,
die Städte sind leerer,
die Straßen ruhiger,
in Frühlingsbäumen blüht und zwitschert es,
wir erleben etwas,
das neu ist,
das wir nicht kennen,
Menschen sprechen anders miteinander.

C haos
O ptimismus
R uhe
O rganisation
N euland
A ufregend

Und die Veilchen blühen.

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Menschen im Patriarchat haben, basierend auf der falschen Prämisse des „Krone der Schöpfung“ Seins (passt lustig zum Corona Virus, hm?) einen Anspruch entwickelt, ein Leben mit einem Happy End zu führen, das Happy End ist sowas wie gut verdienend und gesund, reich und schön, alternativ vielleicht noch arm und edel zu leben und wenn überhaupt mit ca. 100 Jahren so einzuschlafen, dass es gar nicht auffällt. Alles andere, Krankheit, Leid und Tod werden als Unregelmäßigkeiten, als Fehler, als Zumutung betrachtet, das Überleben der Einzelnen als oberstes Ziel. Ganz vergessen wird, dass wir Teilchen eines enorm großen Lebensreigens sind, der vom Kosmos bis zum Mikrokosmos reicht, Sterne, Pflanzen, Tiere und die kleinen Völker der Viren, Bakterien, Mikroben umfasst. Das Leben findet einen Weg.

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