All-ein.

Das meiste im All sind Zwischenräume
das meiste im All ist Nichts
da helfen auch keine Schäumeträume
kein Faseln vom Weg des Lichts.
Wir rasen und reisen durch Dunkelheiten
wir haben gar nichts im Griff
wir schippern durch leichte und schwere Zeiten
in ruderlosem Nußschalenschiff.
Könnten wir Nacht und Unsicherheit
nicht als Trost und Zuflucht nützen,
dann kämen wir keinen Meter mehr weit,
denn nichts außer dem kann uns schützen.

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Zeit.

Jenseits gemessener Zeit
wird es heller,
die Tage zum Abend hin langsam länger,
morgens dauert es noch.
Behagliche Momente
schleichen sich ein,
spontane Glücksgefühle
möchten gefühlt werden,
auch grundlose,
wie heute Morgen an der dunklen Kreuzung
beim Betrachten eines baggernden Baggers
dort, wo ein Haus abgerissen wurde.

 

Prasseln.

Morgens prasselt der Regen aufs Dachfenster über mir. Prasselnd schnurrt Jane auf meinem Kissen. Bei der sehr, sehr dunklen Autofahrt mehr Regen, laut auf dem Dach. Vormittags prasseln KollegInnenschicksale auf mich ein, meine Güte. Es wird gar nicht hell. Auf einmal, zupp, werden die Wolken heller, ich pfeife „Kannst du pfeifen Johanna?“, leite eine Gruppe zum Thema Vision Board an und mache auch selber eins. Abends prasselt der Ofen und ich lese „Towards zero“ von Agatha Christie, unglaublich, dass mir dieses Buch bisher entgangen ist, diese Charaktere, dieser Battle, mal total patent privat unterwegs (er hat eine Tochter!), dann wieder Polizeiprofi, Poirot taucht nur als Gedanke auf. Fein.

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Das neue Jahr.

Das neue Jahr verhüllt sich noch
verheißungsvoll pragmatisch
in Schauerwetter.
Räumen und träumen,
den kleinen Kater päppeln,
lesen, Filme schauen
(Märchenperlen aus der ZDF Mediathek,
ich empfehle: Dornröschen, köstlich.).

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Ich fotografiere gerne Tassen, die irgendwo herumstehen gelassen wurden. Zuhause und anderswo. Diese ist von anderswo.

 

 

 

Wahre Worte.

Beim Essen en famille (reduzierte Familie, zwei Teenies waren schon aus zum Feiern), sagte der große Sohn, bevor er sich auch auf den Weg machte, eigentlich fingen alle Partys immer zu spät an, außer Silvester – man müsse sich vorstellen, da gingen alle schon um 6 hin und müssten sich dann 6 Stunden ertragen. Stimmt. Das sollte man auch bei allen „Familienfeiern“ berücksichtigen. Ich verstehe sowieso nicht, warum ich, nur weil es nach dem patriarchalen Kalender der 31.12 ist, lange am Fernsehen wachsitzen soll, statt für mich zu lesen, zu schreiben oder einen Film zu schauen, der mich interessiert. Immerhin war das Essen sehr gut und ich habe es geschafft, die Freigängerkater reinzuholen und die Familie zu instruieren, die verdammten Türen zuzulassen. Wobei die beiden ja durch die Dauerböllerei seit 4 Tagen ziemlich abgehärtet sind. Tradition. Noch 3 Stunden bis zum neuen Jahr und noch weitere 4 Tage Traditionsböllerei, das ist hier wirklich besonders arg.

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Wie Gerda immer gesagt hat: „Auch die schlimmste Krankheit ist nur eine Krankheit.“ Wir haben noch keine Garantie, aber dass wir die nie haben, das wissen wir ja mittlerweile gründlich. Auf jeden Fall hat unser kleiner Findefuchs, äh -kater seit 2 Tagen nicht mehr neben das Katzenklo gepinkelt und schreit auch nicht mehr vor Schmerzen. Neben DIE Katzenklos, wir haben sehr, sehr viele Katzenklos. Die chinesischen Kräuter, das kolloidale Silber und unsere Ausflüge in den Kosmos (geistige Heilweisen nach Gerda Bareuther) TUN etwas. Deshalb sind wir mal vorsichtig optimistisch.IMG-8062

 

Klare Worte.

Auf Luisa Francias Blog www. salamandra.de finden sich in den letzten Tagen wieder einmal klare, wahre Worte, z.B. auch über Weihnachten und Religion überhaupt:

„ist es nicht langsam zeit, diese unsägliche und gemeine geschichte zu beenden? dann kann man auch gleich den mann mit dem weissen kleid enteignen,der es immer noch ziemlich tatenlos zulässt, dass seine kumpane kindern körperlich und sexuell gewalt antun.“

Ja, es ist an der Zeit.

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Nie mehr.

Kind hinter der Tür

Ich habe in den DVDs gekramt und „Das indische Grabmal“ hervorgezogen. Eigentlich ist das ein Buch von Thea von Harbou (ich habe es mal in Südfrankreich mehrfach gelesen, weil meine Reiselektüre zu Ende war und mich jedesmal über das Ende geärgert, da war die ganze Geschichte nämlich nur ein böser Traum), das einmal als Stumm- und zweimal als Tonfilm auf die Leinwand kam. Einer der beiden Tonfilme kam, als ich in der Grundschule war, im Fernsehen und meine Eltern, die ihn aus dem Kino kannten, hatten begeistert erzählt, um mir dann zu erklären, ich dürfe den Film nicht sehen. Zu spät, zu spannend, ich weiß es nicht mehr. Was ich noch weiß, ist, dass ich zeterte, heulte, protestierte und schließlich im Flur auf dem Boden liegend durch die Türritze den Fernseher im Wohnzimmer anpeilte. Bei der nächsten Wiederholung durfte ich dann offiziell mitschauen. Die Verfilmung, die ich auf DVD habe, die von 1938, ist übrigens unglaublich blöde, mit dermaßen patriarchal überzeichneten Rollen, einem kleinen farbigen Jungen namens „Sarotti“, der den Tisch decken muss, und einem Theo Lingen als verheirateter Ingenieur, der stets und ständig von einem „indischen Harem“ und „was kostet denn eine Frau in Indien“ faselt. Der andere Ingenieur sieht so unsympathisch aus wie eine Nazi-Karrikatur und behandelt seine Verlobte, die sich für ihn einsetzt, wie den letzten Dreck. Interessant ist es zu lesen, wie die Filme gedreht wurden und was für Krankheiten die SchauspielerInnen in Indien bekamen – am originellsten ist eine Infektion, die beim Schwimmen dadurch zugezogen wurde, dass der Mann „einer Panzerschildkröte ausweichen“ musste, dabei scheint er ordentlich Wasser geschluckt zu haben.