Die Windfrau ist angekommen,
hat welkes Laub mitgenommen
und letztes Gartengerät,
das lose herumstand, verweht.
Plustert den Hühnern die Federn
und fährt mir in Rock und Haar,
halt ihr nur den Kopf hin,
sie braust ihn dir gründlich klar.

Die Windfrau ist angekommen,
hat welkes Laub mitgenommen
und letztes Gartengerät,
das lose herumstand, verweht.
Plustert den Hühnern die Federn
und fährt mir in Rock und Haar,
halt ihr nur den Kopf hin,
sie braust ihn dir gründlich klar.

Nach der langen sehr warmen Zeit ist es ganz ungewohnt, in dem klaren, kalten Wind herumzuspazieren. Das Novemberlicht ist wunderschön, schade, dass die Tage so kurz sind. Na, ein Monate noch (und drei Tage), dann wendet es sich schon wieder.
Heute ist Mamas Geburtstag. Sie wäre 83 geworden. Gestern hätte sie mit den Mädchen und mir Female Pleasure im Kino angesehen. Große Kinos mochte sie nicht (das kann ich nachvollziehen), aber das schöne Programmkino hätte ihr gefallen.
Halb neun und es ist seit Stunden richtig dunkel. Alles, was im Sommer ab Dämmerung, so zwischen 21 und 22 Uhr erledigt wird (Hühnerstall schließen, Kater ins Haus rufen, etwas zusammen spielen, essen, reden unter der Lampe am Wohnzimmertisch) ist bereits um 8 getan. Um genüsslich bei Kunstlicht zu häkeln, bin ich noch zu versommert. Also ziehe ich mich mit Katzen, Film und Buch und zum Meditieren zurück, Kirschkernkissen an den Füßen und überlege, mir Visitenkarten drucken zu lassen mit „Dachsin lässt schön grüßen, will aber nicht gestört werden“.

Luisa schreibt es schön in ihrem blog (salamandra.de), sie war kurz in Paris, ohne Smartphone, ohne Laptop, es war wie früher. Wenn ich mir vorstelle, jetzt zu einer solchen Reise aufzubrechen, fühlt es sich fast abenteuerlich an. Wie seltsam das ist! Es fühlt sich unnormal oder abenteuerlich an, eine Reise ohne ein mobiles Telefon oder einen Computer zu machen. Holla! Sieht so aus, als wäre es an der Zeit, genau das mal zu tun. Heute war ein guter Tag mit sehr guten Gesprächen per WhatsApp und am Telefon – da sitzen dann wieder die Vorteile. Wahrscheinlich geht es wie immer darum, die eigene Balance zu finden. Ganz natürlich, so wie hier:

heilende Stimmung, stärkende Begleitung, unerwartete Begegnung



Kali, fang ihn ein,
kneif ihn, zwick ihn,
lass ihn klüger werden.
Baba Yaga, lass ihn rein,
reiche ihm ein Knöchelein,
schau wieviel Wasser der Eimer fasst,
lass ihn klüger werden.
Hekate, bestell ihn ein,
er soll einmal entschieden sein,
zwischen drei Wegen wählen,
lass ihn klüger werden.
Frau Rumpentrumpen, steh mir bei,
mach mich von dem Fatzke frei,
halt mich sicher,
wieg mich fett und warm
lass mich klüger werden.
… Baba Yaga und die Hühnerbeine kommen gelaufen.

Zwischendrin ein Spaziergang am Meer. Touristen und Blätter verweht, Stille im sanften Grau, das gnädig den Blick auf die Industrie rund um den Jadebusen verdeckt. So bleibt das Schwabbschwabb des Meeres am Strand, der weiche Sand, die Melancholie des Novembers. Schön.



„Die Familie Buchholz“. Jemand hatte es in der Bahn liegen lassen. Ich habe es direkt bei der Fahrt verschlungen und mir weitere Bände bestellt. Überraschend, mir total unbekannt und eine wirklich schöne Reiseüberraschung.
