Dezember

Die Blätter sind gefallen,
reine Struktur zeigt sich
rauh und roh und klar.
Hollerin reckt sich in den blassen Himmel.

Und ums Eck
wird schon versucht,
mit Lichtern und Zeitschaltuhren
die Zeit zu überlisten.

Es klappt nicht.
Cailleach hat den Stab.


Symbole mich finden lassen
Ich fand
eine Mutter,
ich hörte
ganz lange ein gleichmäßiges Trommeln
wie von einer Schamaninnentrommel,
ich sah eine alte Frau
auf dem Fahrrad
sie fuhr auf der linken Straßenseite
mit einem stolzen Gesichtsausdruck,
denn sie fuhr.

Raben

So viele Leute nennen Krähen Raben.

Ich liebe Krähen, ihr vielgeflügeltes Kreisen
am Morgen und Abend,
wenn der Himmel von Krähen wimmelt
wie in klaren Nächten von Sternen,
wenn sie in den hohen Straßenbäumen
ihre Schlafquartiere aufsuchen
oder dicht über die Wiesen hinstreichen.
Saatkrähen mit den hellen Masken
Rabenkrähen mit den unglaublich klugen Gesichtern.

Raben
sind die, die mit unverwechselbaren Rufen
über der Rominter Heide fliegen,
die riesengroß in lichten Lärchenbäumen
am Fuß der hohen Berge sitzen
wie Schattenrisse aus „Krabat“.

Und dann noch die Dohlen
mit ihren grauen runden Köpfen
und die Nebelkrähen,
die zeigen, dass eine ein gutes Stück
nach Osten gefahren ist.

Elstern wippen überall
mit ihrer schwarzweißen Anmut
und Eichelhäher erinnern mich
mit ihrem plötzlichen Flug
quer über den Weg daran,
mich auf mich zu besinnen.

Und sie alle gehören zu den Singvögeln.

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Kalt geworden

 

Nach der langen sehr warmen Zeit ist es ganz ungewohnt, in dem klaren, kalten Wind herumzuspazieren. Das Novemberlicht ist wunderschön, schade, dass die Tage so kurz sind. Na, ein Monate noch (und drei Tage), dann wendet es sich schon wieder.

Heute ist Mamas Geburtstag. Sie wäre 83 geworden. Gestern hätte sie mit den Mädchen und mir Female Pleasure im Kino angesehen. Große Kinos mochte sie nicht (das kann ich nachvollziehen), aber das schöne Programmkino hätte ihr gefallen.

20:37

Halb neun und es ist seit Stunden richtig dunkel. Alles, was im Sommer ab Dämmerung, so zwischen 21 und 22 Uhr erledigt wird (Hühnerstall schließen, Kater ins Haus rufen, etwas zusammen spielen, essen, reden unter der Lampe am Wohnzimmertisch) ist bereits um 8 getan. Um genüsslich bei Kunstlicht zu häkeln, bin ich noch zu versommert. Also ziehe ich mich mit Katzen, Film und Buch und zum Meditieren zurück, Kirschkernkissen an den Füßen und überlege, mir Visitenkarten drucken zu lassen mit „Dachsin lässt schön grüßen, will aber nicht gestört werden“.

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„wie früher“

Luisa schreibt es schön in ihrem blog (salamandra.de), sie war kurz in Paris, ohne Smartphone, ohne Laptop, es war wie früher. Wenn ich mir vorstelle, jetzt zu einer solchen Reise aufzubrechen, fühlt es sich fast abenteuerlich an. Wie seltsam das ist! Es fühlt sich unnormal oder abenteuerlich an, eine Reise ohne ein mobiles Telefon oder einen Computer zu machen. Holla! Sieht so aus, als wäre es an der Zeit, genau das mal zu tun. Heute war ein guter Tag mit sehr guten Gesprächen per WhatsApp und am Telefon – da sitzen dann wieder die Vorteile. Wahrscheinlich geht es wie immer darum, die eigene Balance zu finden. Ganz natürlich, so wie hier:

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Gesang beim Verlassen einer Schule

Kali, fang ihn ein,
kneif ihn, zwick ihn,
lass ihn klüger werden.

Baba Yaga, lass ihn rein,
reiche ihm ein Knöchelein,
schau wieviel Wasser der Eimer fasst,
lass ihn klüger werden.

Hekate, bestell ihn ein,
er soll einmal entschieden sein,
zwischen drei Wegen wählen,
lass ihn klüger werden.

Frau Rumpentrumpen, steh mir bei,
mach mich von dem Fatzke frei,
halt mich sicher,
wieg mich fett und warm

lass mich klüger werden.