Rituale

Ich habe eben in Luisas blog (http://www.salamandra.de/tagebuch/start.php) etwas gelesen, das ich interessant finde: Sie schreibt, dass Rituale heute nur quasi wissenschaftlich verpackt oder als Kunst akzeptiert werden. Da habe ich mich gefragt, ob wir mit dem wissenschaftlichen Anspruch (Patriarchatskritikforschung) auch in diese Richtung gehen und habe festgestellt, dass das nicht so ist: Sobald die Anbindung an Gott die Mutter wieder da ist (ob als historische Tatsache oder als Empfinden), tauchen all die Rituale wieder auf und sind ganz fest verwurzelt und im Alltag beheimatet. Nur wenn diese Anbindung fehlt und Rituale aus der patriarchalen „Basis“ heraus eingesetzt werden, werden sie zu diesem Esoterik-Schmus. Ist die Anbindung aber da, stehen sie frei, gleichwertig und mächtig neben Wissenschaft und Kunst und verbinden sich mit beiden ganz selbstverständlich, ohne das eine oder andere sein zu müssen. Sie gehören mit zum Jahreskreis, zum Lebensfluss.

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Kleingeldspirale

 

Kumma hier

Kumma hier
Wie schön datt iss
Wenn man sowatt sieht
Will man einfach nicht begreifen
Datt die Welt voll Finsternis
Un hier iss de ganze Frieden
Ruht sich alles aus
Kein Geschrei  kein Laut
Keine Bitternis
Kumma hier
Wie schön datt iss

(Hanns Dieter Hüsch)

Ich weiß, war schonmal im Blog, passt aber heute genau. Parallel zu all dem Schrecklichen, es umgebend und durchdringend, es ergänzend und einfach so ist all das Schöne, die Stille, das Wachsen, Werden und Vergehen. Ich setze mich zu den Pilzen auf die feuchte Erde und atme.

September ist ein Lieblingsmonat

Ok, das sind die meisten, wenn sie gerade aktuell sind. Auch wenn ich im Frühjahr und Sommer jedes Jahr denke, dass sie immerwährend sein sollten. Wenn dann Herbst sich ausdehnt und genüsslich atmen und ernten lässt,  wenn die Felsenbirne schon alles Laub loslässt, während die Eiche noch sommergrün ist, und wenn in versteckten Gartenwinkeln Pilze sprießen, wenn immer noch blaue Traubendolden aus dem Gezweig leuchten, dann ist es doch jedes Jahr wieder sehr, sehr schön.

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Umbruch, Erdrutsch, Marmorkuchen

Dass diese Zeit eine Zeit der Umwälzungen und Unwägbarkeiten ist, merken viele Menschen. Fühlt sich an als würde ein Marmorkuchenteig durchgerührt.

Wie groß die Veränderung wirklich ist, wird klar, wenn eine sich konsequent mal ins Thema Patriarchatskritik (nein, das ist keine Antimannkampagne) und Matrifokalität* (nein, das ist nicht Matriarchat) einarbeitet. Dann geht ihr nämlich auf, dass so gut wie fast alles, was sie als Gegebenheiten, als Rahmenbedingungen für das Dasein als Mensch auf dieser Erde, als Frau in diesem Land, gelernt und hingenommen hatte, als Irrtum entlarvt und verräumt werden kann. Die Rahmenbedingungen, die teilweise ja auch als sicherheitsgebend oder stützend empfunden wurden (außer, dass viele spüren, dass es nicht stimmen kann und mangels Alternativen krank, verrückt oder verzweifelt werden), die aus Geschichte, Theologie, „Fakten“ wie z.B. aus der Psychoanalyse oder der Ökonomie stammen, sind keine Stütze, sie sind einfach eine falsche Prämisse. Ein irrtümliches „Wenn“, auf dem kein logisches, gesundes „Dann“ aufgebaut werden kann.

Und dann wird verständlich, warum sämtliche Aktionen, Kämpfe, Bewegungen, die sich gegen einzelne Symptome der Patriarchose wenden, fürchterlich anstrengend und ziemlich aussichtslos sind.

Allein die Erkenntnis, dass unsere Geschichte, nämlich die der Menschheit, nur 6.500 Jahre Patriarchat zu bieten hat, denen 495.000 Jahre Matrifokalität* gegenüberstehen, ist umwerfend. Und dass dieses historische Wissen nun endlich zum Vorschein kommt, ist wichtig, aufrüttelnd und erleichternd. Was vorher spürbar und als Ahnung erfahrbar war, bekommt nun auch noch ein stabiles Gerüst aus Fakten.

Dazu verweise ich z.B. ich auf Luisa Francias Blog unter http://www.salamandra.de vom 15.09.2017 und auf den Blog (kirstenarmbruster.wordpress.com) und die Bücher von Kirsten Armbruster, Gabriele Uhlmann, Ute Schiran, Gerhard Bott…

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* Matrifokalität bedeutet Mütter im Zentrum. Es ist die natürliche Lebensform der Menschheit seit dem Paläolithikum, der Altsteinzeit. In dieser mütterzentrierten Zeit entstanden wesentliche Kulturmerkmale der menschlichen Gemeinschaft, wie Muttersprache, die ersten Buchstaben, eine Religion der göttlichen Mutter, Kunst, eine an Frau Mond orientierte Zeitrechnung, eine nicht kriegsbasierte Form des Zusammenlebens, ein bewusster Umgang mit den Toten, um nur einige zu nennen.
Matrifokalität ist aber kein Matriarchat, denn das Matriarchat ist an der Heiligen Hochzeit und einem heroischen Männerbild orientiert. Wer den Matriarchatsbegriff beibehalten möchte, will im Patriarchat verbleiben, denn der Mann als Heros und die Heilige Hochzeit sind Kernelemente des Patriarchats. (Kirsten Armbruster)

 

Fotofund

Mein Vater hat zwei Fotos ausgegraben, 45 und 43 Jahre alt. Lustig, dass mir sofort einfällt, welche Farben die Kleider hatten, die ich auf den Bildern anhabe. Und mein Fahrrad war grün.

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in Ettenheim bei Oma 
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Ich konnte schon gut fahren, nur nicht gut absteigen, weil das Rad so hoch war, da musste Papa immer mitlaufen 🙂 

 

 

September

Die Alleen sind grün,

in denen der erste Herbststurm spielt.

Die Astern blühn

auf die mein Gartenblick zielt.

Die neue kleine Katze ist zart und schön und keck

und vor dem ganzen Leben

da gibt es kein Versteck.

Da hilft ein Katzenschnurren

da helfen Blume,

Baum,

da hilft’s, auch mal zu knurren,

vom frischen Brot die Krume,

ein gut geträumter Traum.

Vision Board
Vision Board oder auch: Magische Karte

 

 

 

„Maybe this is why I’m here on earth And maybe not“

Ich kann im Auto, in dem Auto, nicht einfach ein Ladidah hören. Entweder genieße ich den Luxus der sich anbietenden Radioprogramme (selten) oder ich höre ein sehr gutes Hörbuch (gerade mit Begeisterung die Rico, Oskar Bände – Kinderbücher, die auch allen Erwachsenen gut tun) oder (meistens) läuft die CD, die drin war, als ich das erste Mal mit ihm gefahren bin. Joan Baez haben wir beide geliebt, dieses Album kannte ich noch nicht und es bewegt mich immer wieder. Und jedesmal ist es wieder heiß und Juni und ich fahre von Ettenheim nach Schwetzingen mit Badestop in Baden Baden.

 

Mein Lieblingslied dieser CD: