Orte, die ich wieder besuchen werde.

zu den Wasserfällen

Auf einmal fällt mir Löffingen ein. Als meine Tochter 11 Jahre alt war, vor 6 Jahren also, schenkte ich ihr eine Wanderwoche im Schwarzwald, eine Hommage an den Film „Der letzte Fußgänger“, den sie so gern hat. Wir fuhren von Ostfriesland mit der Bahn. Unser Abteil sah genauso aus wie das im Film und wir hatten es fast die ganze Zeit für uns alleine. Wir fuhren bis Hausach, von da aus ging es mit einem Rucksack pro Frau über den Westweg. Nach ein paar Tagen wollten wir die Wutachschlucht durchwandern, ich hatte ein Zimmer in Buchenbach bestellt, und eine Freundin, die wir in Donaueschingen getroffen hatten, setzte uns vor der Pension ab. Seitdem habe ich eine Fußnote im Hirn: *) Lass niemals jemanden abfahren, der dich irgendwo abgesetzt hat, bevor du wirklich weißt, wo du gelandet bist. In dieser „Pension“ begrüßte uns eine Frau in Kittelschürze, ein Flur mit übervollem Katzenklo, lauter ausgestopfte, staubige Tiere und ein Zimmer mit einem Doppelbett, an dessen Fußende sich hinter einem Vorhang ein Waschbecken und ein Klo versteckten. Meine Tochter bekam Kopfweh, ich Bauchschmerzen. Nach 10 Minuten beschlossen wir, dort keine Nacht zu verbringen, schulterten unsere Rucksäcke und versuchten, den ungastlichen Ort zu verlassen. Wir fanden heraus, dass es keinen Handyempfang gab, keine Busse, da Baustelle und keine andere Pension oder ähnliches. Am Ende fragten wir auf einer Baustelle in einer Hauseinfahrt, wie man denn wieder wegkäme, wenn man hier gestrandet sei, und der nette Hausbesitzer fuhr uns wahrhaftig in den nächsten Ort mit Hotel, nach Löffingen. Dort stiegen wir mit aufrichtig empfundenem Dankeschön aus und betraten das Landhotel Ochsen. Es war himmlisch schön: Blumen an den Fenstern, eine Terrasse, ein großes, wunderschön sauberes Zimmer mit einem Badezimmer mit Türe. Wir schliefen, aßen, fotografierten das malerische Örtchen und machten uns am nächsten Morgen auf unsere Schluchtwanderung. So schön war das. 

da haben wir sehr schön gewohnt

Zum Frauentag

Zum Frauentag

will ich keine Schnittblumen
keine Glückwünsche
und keine Phrasen von
Gleichstellungsbeauftragten,
die dekorativ einen Job machen,
weil die Stelle halt passte.
Zum Frauentag
will ich Information
für alle
über die Menschheitsgeschichte
über Matrifokalität
(500.000 Jahre lang bio-logisches Leben in Frieden)
will ich Patriarchatskritik
meinetwegen mit Schwerpunkten –
Beispiele? Gerne:
Incels, LoverBoys, Prostitution und anderer Menschenhandel,
Welthunger, häusliche Gewalt, Gewalt in Liedtexten,
Misogynie in Bildung, Lehre, Kirche, Werbung, Witzen,
und ganz aktuell natürlich
Kritik an den immer verdrehteren und unsinnigeren „Coronamaßnahmen“.

Literaturempfehlungen wären nett
(gibt es z.B. da, einfach auf die Rubrik „Literatur“ klicken:
https://herstoryagain.home.blog),
passende Filme im Fernsehprogramm
(Antonias Welt),
Berichte über Künstlerinnen,
Philosophinnen,
Wissenschaftlerinnen,
Handwerkerinnen,
Fakten zur korrekten Sprache
(warum die männliche Form in der weiblichen enthalten ist
und nach so vielen Jahren patriarchöser Sprache
die Zeit für eine Umwälzung gekommen ist).
Ihr seht, neben Blümchen,
Tee und Herzlichen Glückwunsch ist
viel, viel Platz für Wesentliches.

An 365 Tagen im Jahr übrigens.

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Ver-rückt.

Auge und Seele ruhen sich aus
beim Gehen auf dem federnden Boden
in der Märzluft
voll Ahnung und Klarheit.
Vor einem Jahr
als ich kommen sah,
was gekommen ist,
permanent ärger werdend,
was gestern noch einmal bekräftigt wurde,
in der „Konferenz“,
dachte ich, ich werde verrückt daran.
Nun habe ich mich ver-rückt,
die Ent-Täuschung ist gelungen,
wieder mal.
Es ist Zeit zu rufen:
Lebenslust
und Heiterkeit
Dreistigkeit
Bewegung
Freiheit
Gemeinschaft
Berührung
und Mut.

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Nein, danke.

Als kleines Kind mochte ich Kaugummi überhaupt nicht. Die Tochter der Vermieter war dauernd darauf aus, die Oberhand über mich zu gewinnen. Im Hof stand eine Schaukel. Als ich eines Tages schaukeln wollte, kam dieses Mädchen und sagte, ich dürfe nur schaukeln, wenn ich ein Kaugummi kaue. Und ich wollte so gerne schaukeln, liebe es bis heute. Also nahm ich das Kaugummi und schaukelte. Hin und her. Dreimal. Dann sprang ich ab, spuckte das Gummi aus, tat etwas anderes und wusste: Nötigung ist zutiefst unlauter.

Sami und das Schlossgespenst

Ich habe im Regal mit alten Kinderbüchern gestöbert. Dabei fiel mir ein Buch aus dem Jahr 1975 in die Hand, das ich als Kind sehr geliebt habe. Sicher wurde es mir oft vorgelesen und ich habe es viele, viele Male gelesen. Es ist eine kleine Geschichte von der Autorin Federica de Cesco *) über einen zehnjährigen Jungen, der ein Ferienerlebnis erzählt. Mit dem Pferd seiner Onkels entdeckt er in der französischen Schweiz ein Schloß, lernt ein Mädchen kennen, das dort lebt und darf im Schloß übernachten. Dabei klärt er dann den vermeintlichen Spuk auf, das Hängebauchschwein der Familie stromert nachts durch die Räume. Die Fotos und der Text ergänzen sich schön und für mich stand das Buch immer neben „Mein Esel Benjamin“, das ist ja auch so eine Fotogeschichte. Heute habe ich es also durchgeblättert und hatte dabei noch eine Diskussion im Sinn, die ich neulich über Mädchen und Jungen in der Kinderliteratur geführt hatte. Bei de Cesco hätte ich keine Klischees erwartet (ich weise nochmal auf die Fußnote hin). Hier kommt eine Auswahl der Sätze, die für mich heute schmerzhaft herausstachen:

„Man muss bei Mädchen aufpassen, die sind immer schnell beleidigt.“

„Micki hatte meine Hand genommen. Mädchen mögen das.“

„Mädchen haben komische Einfälle.“

„Nur Mädchen lassen sich solche Märchen aufbinden.“

„Sie klapperte mit den Zähnen, vor Angst oder vor Kälte, vermutlich vor beidem.“

„Bei Mädchen braucht es immer eine Weile, bis sie kapieren.“

Das Büchlein hat nur 40 Seiten und davon besteht über die Hälfte aus Fotos, die Aussagen über Mädchen nehmen also sehr viel Raum ein. Und es gab keine Empörung. Keinen Kommentar beim Vorlesen, dass dieser Sami aber eine verdrehte Meinung von Mädchen hat, nichts. Auch mir ist das als Kind nicht weiter aufgefallen. Das ist ein weiteres Beispiel, wie sehr wir als Frauen von Anfang an gegen die patriarchale Gehirnwäsche anleben müssen. Was für Energie es bindet und vergeudet, diese Urteile zu erkennen, zu überprüfen und zu überwinden.

*) Zitat von der Seite randomhouse über die Autorin: „Sie gilt als meistgelesene zeitgenössische Jugendbuchautorin der deutschen Schweiz. Fremde Kulturen und der Lebensweg starker, außergewöhnlicher Mädchen sind die zentralen Themen in ihrem Werk. Nachdem sie bereits über 50 erfolgreiche Kinder- und Jugendbücher sowie mehrere Sachbücher verfasst hatte, gelang ihr mit dem Roman „Silbermuschel“ ein fulminantes Debüt in der Erwachsenen-Belletristik.“

„Federica de Cescos Frauenfiguren sind eigenständig, leidenschaftlich und kraftvoll.“

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Kreuzworträtsel im Lockdown

Immer ist die Gartenblume eine Nelke,
der Hunnenkönig immer Attila,
als seien Rätsel nur für Welke
Verdrießliche, die leiden am Schonimmerda.

Natürlich ist auch Abels Bruder
stets der Kain,
und Paddel ist ein kleines Ruder,
poetisch heißt ein Wäldchen Hain.

Gesucht wird regelmäßig Luthers Widersacher
(und es ist immer Eck gemeint)
die Rätsel werden täglich flacher,
ich hoffe, dass nun bald die Sonne scheint.


Bei eisigem Ostwind, der winzigkleine Schneestäubchen* ums Haus pustet, wirklich ums Haus, schaut eine aus dem Wohnzimmerfenster, kommt der Schnee von hinten nach vorne geflogen, gegenüber fliegt er wieder zurück, ein flirrendes, helles Gestiebe:

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Auf zum Hundespaziergang.
* Die Schneestäubchen haben mich an die Sonnenstäubchen in Zwerg Nase erinnert. (Die sehr schöne Verfilmung kann eine noch in der ARD Mediathek anschauen.)

Und hier mal der Herr Prantl, der genau das sagt, was ich auch dauernd sage: 

https://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-819591.html?fbclid=IwAR1jmJQOhibyJfoIFVaEEYNqBTUKGnBS_CkidWkE4RlVrj3StzooHCD1pAU